Romane » AW: Leserkommentare zu Büchern, deren Autoren nicht au (Seite 2)
| Rixa | AW: Leserkommentare zu Büchern, deren Autoren nicht au | 07.04.2008, 19:34 Uhr |
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Vor mehr als 20 Jahren mal gelesen und positiv in Erinnerung behalten, jetzt aus aktuellem Anlass nochmals aus dem Buecherregal meines Vaters (!!!!!) entwendet und mit "erwachsenen" Augen wiedergelesen: Otto Gotsche "... und haben nur den Zorn" Und ich muss sagen: Wow. Einfach nur wow. Besser als es in meiner Erinnerung war - wohl, weil ich es damals mit den Augen eines Harzers las (die Geschichte spielt in meiner alten Heimat in Doerfern und Staedten, die ich wie meine Hosentasche kenne...), jetzt aber mit den Augen von jemandem, der sich innigst fuer Geschichte interessiert. Otto Gotsche war eine grosse Figur in der kommunistischen DDR, politisch sehr aktiv und "glaenzte" mit so manchem Ideologiewerk. Positiverweise hat er das in diesem Roman auf das unvermeidlichste Minimum (die Harzschuetzen traeumen von einer Bauernrepublik...) begrenzt. Ansonsten ein hervorragend recherchiertes Meisterwerk, mit einer Sprache, die mich einfach nur "Hut ab" sagen laesst - Gotsche schafft es, auf den Punkt genau die Sprache der Menschen vor 350 Jahren zu treffen, ohne dabei auf "altbacken" zurueckgreifen zu muessen - soll heissen, die Sprache der Menschen von damals in unserer eigenen Sprache verfasst. Wie er das macht? Im Grossen und Ganzen durch Vergleiche. "Show don't tell", der Grundsatz des Schreibens fiktiver Literatur, in den Synonymen und der Farbe des 17. Jahrhunderts. Gespickt gelegentlich mit dem Zitat eines Briefes (von denen ich nie erkennen konnte, ob sie echt waren oder ob Gotsche sie selber schrieb). Das Buch ist zum groessten Teil angesiedelt in den ersten 10 Jahren des Dreissigjaehrigen Krieges, als sich im Harz (vorwiegend Ostharz, im Westen gab es kleinere Gruppen) die Harzschuetzen bildeten, die spaeter von der Geschichtsschreibung (der fiktiven wie der non-fiktiven) sehr stiefmuetterlich behandelt wurden und bis heute nur wenigen bekannt sind. Diese Gruppe hat es streckenweise geschafft, fuer die Truppen Tillys, Wallensteins, Pappenheims den Harz gaenzlich unpassierbar zu machen. Gotsche zeichnet wunderbare Charaktere, die man, auch wenn der eine oder andere nur wenige Seiten lang das Buch begleitet, sofort liebgewinnt. Liebgewonnene Charaktere verlieren auch oft genug ihr Leben - es ist eben der Dreissigjaehrige Krieg. Erschuetternden Passagen ueber Gemetzel in den Doerfern, Verrat im Harzschuetzen-Hauptquartier, Folterungen und Hinrichtungen gefangener Schuetzen werden gefolgt von warmherzigen Momenten mit viel Gefuehl und leisem Humor. Und auch wenn der Hauptteil der erzaehlten Geschichte (so wie der Hauptteil der Harzschuetzen-Bewegung) schon vor der Mitte des Krieges endet, wird der Leser dennoch nicht darueber im Ungewissen gelassen, was aus den liebgewonnenen Charakteren in spaeteren Jahren wurde. Zwei kleine Negativ-Punkte: die Geschichte kommt an keiner Stelle zur Ruhe, es geht mit Riesenschritten vorwaerts und die Spruenge sind manchmal schwer nachvollziehbar. Ausserdem ist es fuer Leute, die sich mit dem Krieg und denen, die ihn miteinander ausfochten nicht auskennen, vielleicht oft schwer zu verfolgen, was passiert - andererseits ging es den Leuten damals wohl auch nicht anders, den Bauern wie den Adligen, da wurde frisch froehlich frei Seitenwechsel betrieben, wie es gerade passte - militaerisch wie religioes. Und ein ganz grosser Minuspunkt: das Buch wurde seit der Wiedervereinigung nie mehr aufgelegt. Wahrscheinlich wegen der politischen Hintergruende des Autors, keine Ahnung, aber es ist ein grosser Verlust. Ich glaube die letzte Auflage stammt aus den fruehen Achtzigern... Wer noch eins erwischen kann, darf sich auf ein herrlich-historisches Lesevergnuegen freuen! "Cela resamble bien un romang et en le racontemps, bien de jans ne vous croirong pas." |
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| arno | AW: Leserkommentare zu Büchern, deren Autoren nich | 22.04.2008, 12:15 Uhr |
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@ Hallo Adhara, Du hast Dich über ein Clubbuch beschwert, wenn Du eine Filiale in der Nähe hast, kannst Du es bestimmt mit diese hinweisen zurück- geben. arno Gäbe küssen Flecken, wären alle Mädchen Schecken ;-) Freien gehet vor tanzen, sagte die Maid und nahm sich einen lahmen ;-) |
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| spandaukarin | AW: Leserkommentare zu Büchern, deren Autoren nicht au | 22.04.2008, 22:59 Uhr |
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@adhara Erstmal muss ich loswerden, dass diese Rubrik super ist, da ich - scheinbar so wie du - oft Bücher aus dem Buchclub (auch Clubpremieren) lese, die auf dem Markt noch nicht erschienen sind. "Die Herrin von Mallaig" ist mir beim Durchblättern des aktuellen Katalogs auch sofort ins Auge gesprungen, aber den Kauf überlege ich mir nun nach deinem Kommentar. (Obwohl das schwer ist, denn mein Büro liegt genau neben einer Clubfiliale und da kann ich oftmals nur schwer widerstehen) Deinem Kommentar zur "Glasbläserin von Murano" stimme ich zu. Der historische Teil war sehr informativ und gut ausgestaltet, während die Protagonistin im modernen Teil ein wenig naiv und weltfremd ist. Mal sehen wie das neue Buch von Marina Fiorato (Die Madonna von Saronno) ist -liegt bei mir schon griffbereit. LG aus Berlin, Karin |
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| adhara | AW: Leserkommentare zu Büchern, deren Autoren nicht au | 09.07.2008, 10:00 Uhr |
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Schubs.... | |
| olympia | AW: Leserkommentare zu Büchern, deren Autoren nicht au | 09.07.2008, 10:38 Uhr |
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Adhara sei Dank habe letztens einen "Krimi" gelesen. Zumindest wird dieser als solcher bezeichnet. Mir war der Autor bis dato unbekannt, aber da er einer der besten und bekanntesten deutschen Krimiautoren sein soll, habe ich diesen "Histo-Krimi" gelesen............naja Hexenfeuer von Frank Goyke Pater Eusebius hat sich im Dominikanerkloster zurückgezogen und will hier seinen wohlverdienten Ruhestand verbringen. Für Johannes, seinem 18 jährigen Schützling ist er wie ein Vater. Als ein Schreiben von Rom eintrifft, werden Eusebius und Johannes auf die Reise nach Trient geschickt. Sie sollen dort das Kloster beim einberufenen Konzil vertreten. Schon kurz nach der Abreise treffen sie den ihnen gut bekannten Kaufmann Tile Brandis und beschließen, bis Göttingen gemeinsam weiter zu reisen. Kurz vor Göttingen werden sie an einem wunderschönen Tag von einem plötzlich aufziehenden verheerenden Unwetter überrascht. Dieses Unwetter löst auch einen Brand aus, bei dem einige Menschen ihr Leben verlieren. In Göttingen angekommen, erleben sie mit, wie ein Junge eine wohlhabende Kaufmannsfrau begleitet, als dieser plötzlich einen Anfall von Fallsucht erleidet und diese später als Hexe bezeichnet. Als Eusebius und Johannes von Brandis Geschäftsfreund in sein Haus mit eingeladen werden, wird langsam immer klarer, dass in Göttingen eine Hexenjagd beginnt. Eusebius und Tile, die beide nicht an Zauberei und Hexen glauben, gehen der Sache nach und stellen unangenehme Fragen. Sie wissen nur eines: jemand zieht hier im Hintergrund die Fäden. Das Buch umfasst nur knapp 300 Seiten und so ist es etwas ungewöhnlich, dass der Autor gut 100 Seiten braucht, bis die Geschichte so richtig ins Laufen kommt. Die Gespräche zwischen dem jungen und unerfahrenen Johannes und dem alternden Vater Eusebius sind das Highlight in diesem Buch. Franke Goyke erzählt das Hintergrundgeschehen bildhaft und gewährt dem Leser kompetenten Einblick in die Zeit um Martin Luther. Auch die Figuren sind lebendig geschildert und haben nachvollziehbare Charaktere. Da die Geschichte jedoch ziemlich lange braucht um in Schwung zu kommen, braucht man etwas Geduld. Der Leser darf sich keinen Überraschungsmoment vom entdecken des Täters erwarten, sondern er wird schon selber sehr bald ahnen wer die Drahtzieher hinter dem ganzen Geschehen sind. Fazit: ein gute und solide erzählte Geschichte mit interessanter Hintergrundinformation und einer Prise Humor. Wer einen spannenden Krimi erwartet wird hier – wie auch ich – bitter enttäuscht werden. Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Jeder meint, dass er genug davon hat. R. Descartes |
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| toma | AW: Leserkommentare zu Büchern, deren Autoren nicht au | 10.07.2008, 12:19 Uhr |
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WALD DER ERWARTUNG von Hella S. Haasse Hinter diesem merkwürdigen Titel versteckt sich eine der BESTEN Romanbiografien, die ich je gelesen habe. Sie erzählt das Leben des Herzogs Charles von Orleans, Sohn des ermordeten Bruders von König Karl VI (dem Wahnsinnigen) und Cousin Karl VII, (den die JUNGFRAU von Orleans zum König machte). Charles wurde dadurch in die Kämpfe um den französischen Thron gezogen, obwohl er eigentlich ein friedliebender Mensch und einer der größten DICHTER seiner Zeit war. In AZINCOURT wurde er gefangen genommen und verbrachte über 25 Jahre in England. Als er endlich freikam, heiratete er noch einmal und wurde der Vater des späteren Ludwig XII, der auf den Thron kam, weil Ludwig XI, (der Sohn Karl VII) keinen männlichen Nachkommen hatte... DIE HEIMLICHE KRONE von Rosemary Jarman erzählt die Geschichte Heinrichs V von England, seine kurze Ehe mit Katharina von Frankreich und seinen Sieg von Azincourt. Durch seinen frühen Tod verlor England sehr bald alles, was bisher in Frankreich erobert wurde. Die "Jungfrau von Orleans" führte die Franzosen zum Sieg und Karl VII nach Reims zur Krönung. OWEN TUDOR, der mit der verwitweten Königin mehrere Kinder hatte, und der Stammvater eines neuen Herrscherhauses wird, spielt auch eine große Rolle |
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| tassieteufel | AW: Leserkommentare zu Büchern, deren Autoren nicht au | 12.07.2008, 15:33 Uhr |
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Jane Jakeman - Ein Duell wider Willen England 1830: Lord Ambrose Malfine ist traumatisiert und mit schweren Narben von den griechischen Schlachtfeldern zurückgekehrt und hat sich in seinem verfallenden Herrenhaus von der Welt zurückgezogen. Doch schon bald erschüttert ein Doppelmord das kleine Dorf und Lord Ambrose wird als Friedensrichter gebraucht. Ein wohlbabender Bauer und sein Sohn wurden mit einem Satz Duellpistolen erschossen und die aufgebrachten Dörfler haben auch schon einen Schuldigen gefunden, einen Zigeuner der unweit mit seiner Familie haust. Der Mob will den Zigeuner an Ort und Stelle aufhängen, doch Lord Ambroses Gegerchtigkeitssinn läßt das nicht zu, außerdem sind ihm einige Ungereimtheiten aufgefallen, die junge Witwe scheint nicht ganz so untröstlich, wie sie vorgibt zu sein und dann lebt auf dem Hof noch eine attraktive, aber undurchschaubare Gouvernante, die einiges zu verbergen hat. Lord Ambrose beginnt zu ermitteln und gerät dabei selbst ins Visier des Mörders. Das Buch ist im Stil englischer Landhauskrimis geschrieben, die vordergründige Idylle der ländlichen Umgebung steht im Gegensatz zu menschlichen Tragödien und den Abgründen der Seele. Spannungsmäßig ist das Buch kein Überflieger, aber nett geschilderte Figuren und mit einem Schuß Sozialkritik bekommt man einen guten Einblick in das ländliche Leben Mitte des 19. Jh. Der wahre Zweck eines Buches ist, den Geist hinterrücks zu eignem Denken zu verleiten. -Christopfer Morley- |
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| toma | AW: Leserkommentare zu Büchern, deren Autoren nicht au | 23.08.2008, 21:03 Uhr |
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Ich habe mir bei der TB-Rabattaktion von Weltbild ein Buch gekauft, eigentlich ohne besondere Erwartungen, sondern mehr um 8 Bücher zusammen zu bekommen. Aber dieses Buch hat sich als ein wahrer SCHATZ entpuppt: Jennifer Roberson "Tochter der Täler" (der englische Titel "Lady of the Glen" gefällt mir aber sehr viel besser) Schottland zur Regierungszeit des englisch/schottischen Königspaares Mary Stuart und Wilhelm III. Die meisten Schotten halten noch dem im Exil lebenden Jakob II die Treue und zahlen einen hohen Preis dafür. So auch die MacDonalds von Glencoe, deren jahrhundertelange Fehde mit den Campbells vor diesem Hintergrund den blutigen Höhepunkt erreicht. Sehr sorgfältig recherchiert und meisterhaft erzählt ist dieses Buch ein "HIGHLANDER" erster Güte. Das harte Leben und die Traditionen der Clans wird sehr authentisch geschildert und die Liebesgeschichte zwischen zwei Menschen, die EIGENTLICH Feinde sein müssten, ist sehr berührend, atemberaubend spannend und dazu noch FAST wahr. Genau SO muss FÜR MICH ein HISTORISCHER Roman sein ! Schade, dass die Autorin hier (noch) nicht geführt wird, ich würde dem Buch 100 Punkte geben |
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| toma | AW: Leserkommentare zu Büchern, deren Autoren nicht au | 26.08.2008, 21:55 Uhr |
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für bini hochschieb |
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| Lexa | AW: Leserkommentare zu Büchern, deren Autoren nicht au | 26.08.2008, 22:36 Uhr |
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Bravo toma, ich glaube die interessanten Stränge sind momentan nicht besonders gefragt. Mir ist auch ein besonderes Buch eingefallen: Ditte Menschenkind von Martin Andersen Nexö Lebensgeschichte eines dänischen Mädchens, Kind armer Leute, Anfang des 20. Jahrhunderts. Traurig, einfühlsam, trotzdem immer wieder gern gelesen. Gruß Lexa Lieber barfuß als ohne Buch |
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