Romane » AW: Im Disput: "Die Druidin" von Birgit Jaeckel (Seite 2)
| Geli | AW: Im Disput: "Die Druidin" von Birgit Jaeckel | 13.05.2008, 14:09 Uhr |
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@Volker-Ralf Römer und Kelten waren keineswegs ständig verfeindet. Die Kämpfe ergaben sich immer wieder aus verschiedenen Situationen. ZB sind Horden von jungen Kerlen immer wieder über die alpen in den reicheren Mittelmeerraum vorgedrungen, um zu rauben und zu plündern. Davor mussten die Bewohner der jeweiligen Gebiete dann geschützt werden, es gab Vergeltungsmassnahmen &c. Die Expansion des römischen Reiches beruht auch nicht auf Imperialistischen Bestrebungen, sondern auf einem massiven Sicherheitsdenken. Die meisten Eroberungsfeldzüge waren ursprünglich Defensivmassnamen und Vergeltungsschläge. Man wollte die Gebiete "befrieden" und dort Ordnung schaffen, weil man dachte die Angriffe von dort beruhten auf Gesetzlosigkeit in diesen Völkern. (Klingt verdammt nach den heutigen militärischen Operationen der Amerikaner, die damit Demokratie, Freiheit und Frieden verbreiten wollen. Die meiste Zeit herrschte Frieden zwischen Römern und anderen Völkern. Man trieb sehr viel Handel miteinander. Man darf auch nicht vergessen, dass *nach* der Eroberung Galliens kein nennenswerter Aufstand ausbrach. Es gab einzelne kleinere Unruhen, sonst nichts. Gallien wurde schnell sehr wohlhabend und das dürfte den Ausschlag gegeben haben. Leider ist das Klischee von den "bösen Römern" nicht totzukriegen. Ich hab die Druidin auch nur halb gelesen. Mir ging es ähnlich wie Larna. Ich hatte das Gefühl, wieder mal dieselbe Genderkiste nur in anderen Kulissen und mit ein bisschen Fantasy zu lesen. Das gabs eigentlich alles schon bei Marion Zimmer Bradley und ich finde, es muss langsam mal gut sein mit den sich ständig wiederholenden Gendergeschichten mit oder ohne psibegabte Frauen. Schriftsteller verzeihen ihren Kollegen alles, nur nicht den Erfolg. (Marcel Reich Ranicki) |
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| Larna | AW: Im Disput: "Die Druidin" von Birgit Jaeckel | 13.05.2008, 16:03 Uhr |
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@Volker Ja, die Vorboten der Völkerwanderung wurde schon beschrieben und das war auch recht interessant. Allerdings hätte ich mir da noch mehr drüber gewünscht. Irgendwie kam die Thematik bei mir nicht ganz an, sondern war nur so am Rande eingestreut. Natürlich ist es brutal, wenn man weiß, dass einen der eigene Vater umbringen lassen wollte, aber sich deshalb immer im Selbstmitleid suhlen... Ich finde es auch heute nicht richtig, dass so vieles mit "einer schweren Kindheit" entschuldigt wird. Irgendwann muss man auch selber Verantwortung übernehmen und es wird ja nicht jeder mit schwerer Vergangenheit kriminell. Das ist jetzt etwas überspitzt dargestellt, aber genauso verhält es sich meiner Meinung nach auch mit Talia und ihrem Vater: Mit dem dauerndem Gejammer ist auch keinem geholfen. In die Welt der vorchristlichen Kelten fand ich mich wirklich kaum versetzt. Die Informationen, die ich über das Alltagsleben bekomme habe, waren in meinen Augen ziemlich spärlich oder die Autorin hat sie so nebensächlich rüber gebracht, dass ich sofort wieder vergessen habe. Ein plastisches Bild der damaligen Zeit entstand vor meinen Augen nicht. Lieben Gruß Larna "Lieber Orangenhaut als gar kein Profil" (Ina Müller) |
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| adhara | AW: Im Disput: "Die Druidin" von Birgit Jaeckel | 13.05.2008, 16:54 Uhr |
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Nun möchte ich aber für Talia schon eine Lanze brechen. Es ist ja nicht so, dass sie sich die ganze Zeit in ihrem Selbstmitleid suhlt. Sie hat sich während vielen Jahren ein Feindbild von ihrem Vater aufgebaut und begegnet ihm - um festzustellen, dass sie ihn eigentlich mag und das mit dem Hass nicht ganz so einfach ist, wie sie gedacht hat. Dazu kommt, dass irgendwie auch eine verständliche Eifersucht auf die Schwester mitschwingt. Sowie die Angst vor Zurückweisung. Doch entweder habe ich das Buch in völlig falscher Erinnerung oder die Sache zwischen Talia und ihrem Vater nimmt gar nicht diesen wahnsinnig grossen Stellenwert ein. Ehrlich gesagt habe ich das Buch eher im Fantasy-Genre gesehen als im historischen Bereich und dort finde ich passt es trotz historischen Elementen auch ganz gut hin - und nimmt sich als Fantasy-Buch auch ganz gut aus. Mir hat es gefallen, auch wenn es Längen hatte. Einen Knüller fand ich es nun aber nicht, allerdings auch nicht so schlecht, dass man es in Bausch und Bogen verdammen müsste |
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| Geli | AW: Im Disput: "Die Druidin" von Birgit Jaeckel | 13.05.2008, 21:13 Uhr |
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@adhara Ich habs nicht in Bausch und Bogen verdammt! Wenn so irre viele Gendergeschichten gedruckt werden, dann ist ja Interesse da. Ich wär bloss froh, wenn mehr anderes gedruckt würde. Schriftsteller verzeihen ihren Kollegen alles, nur nicht den Erfolg. (Marcel Reich Ranicki) |
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