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Larna Im Disput: "Die Druidin" von Birgit Jaeckel 12.04.2008, 12:27 Uhr
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So, hiermit eröffne ich die Diskussion über den Historikus des März "Die Druidin" Birgit Jaeckel.

Auch wenn viele das Buch schon vorher gelesen hatten, hoffe ich, dass sich diese auch an der Diskussion beteiligen.

Vorweg eine SPOILERWARNUNG! In diesem Thread wird über das Buch diskutiert und somit werden auch Details des Inhaltes verraten. Wer dieses Buch noch nicht gelesen hat, sollte daher hier nicht reinschauen, wenn man sich das Lesevergnügen nicht verderben lassen will.

Lieben Gruß
Larna

"Lieber Orangenhaut als gar kein Profil" (Ina Müller)

arno AW: Im Disput: "Die Druidin" von Birgit Jaeckel 16.04.2008, 12:37 Uhr
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Was ist denn hier los? Hat sich denn noch kein Huhn zu Wort gemeldet? Es haben
doch bestimmt einige das Buch schon vor fast einem Jahr erworben(es war im BC).
Nun habich mich entschlossen das Buch noch einmal zu lesen, damit ich besser
mitreden kann. arno

Gäbe küssen Flecken, wären alle Mädchen Schecken ;-)

arno AW: Im Disput: "Die Druidin" von Birgit Jaeckel 16.04.2008, 12:41 Uhr
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@Hallo Larna
Du hast die Diskussion eröffnet, aber
kein Wort über das Buch verloren.
In Erwartung einer Rezi ,. arno

Gäbe küssen Flecken, wären alle Mädchen Schecken ;-)

arno AW: Im Disput: "Die Druidin" von Birgit Jaeckel 17.04.2008, 21:38 Uhr
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Die vorchristliche Völkerwanderung ist belegt, sie schafft aber den Autoren
einen riesigen Raum wo sie ihrer Phantasie keine Zügel anlagen brauchen.
Die Namen von Flüssen und Orten sind lateinisiert, also nicht so glaubwürdig
die Flüsse gab es natürlich schon.
Dieser Roman der in einer Zeit spielt, wovon es aus dem Bereich nördlich der
Alpen so gut wie keine schriftlichen Aufzeichnungen der Anwohner gibt, ist
nicht als historisch einzustufen. Aber die Zeit bringt einen guten Hintergrund
für den Handlungsablauf. Viele werden sagen, daß ist wieder so eine Heldinnen-
story mit Hose und einem strahlenden HappyEnd. Aber Hose ist o.K. und der
Verlauf zeigt uns, das auch die Heldinnen die größten Verlierer sein können.
Überhaupt hat in dem Buch keiner so richtig gewonnen, was mich aber nicht
abhält das Buch von Birgit Jäckel als unterhatsame Lektüre zu empfehlen.
VG an Birgit Jäckel von arno

Gäbe küssen Flecken, wären alle Mädchen Schecken ;-)

Larna AW: Im Disput: "Die Druidin" von Birgit Jaeckel 07.05.2008, 18:02 Uhr
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Ich fand das Buch nur durchschnittlich. Dass man sich im vierten Jahrhundert vor Christus befindet, merkt man eigentlich gar nicht. Die Geschichte hätte fast in jedem beliebigen Zeitalter spielen können.
Einzig das "Seelensehen" ist an das mystische der Druidenkultur angelehnt, was aber im Bereich der Fantasy praktisch überall verwendet werden könnte.

Talia ist mir am Anfang auf die Nerven gegangen. Irgendwie war sie voller Selbstmitleid und hat an allem die Schuld ihrem Vater gegeben. Manchmal kam es mir so vor, als ob sie die schöne Zeit, die sie bei ihrer Ziehmutter verleben durfte, gar nicht gewürdigt hat.
Im weiteren Verlauf wird das allerdings besser sobald Talia erwachsen ist.
Trotzdem fand ich es etwas nervend, dass sie auch später immer wieder an ihrem Vater zweifelt, obwohl er mehr als einmal bewiesen hat, dass man ihm vertrauen kann.

Ansonsten plätschert die Geschichte so vor sich hin, ohne Höhepunkte und ohne Spannung. Erst die letzten hunder Seiten ca. fand ich fesselnd und habe sie fast in einem Rutsch durchgelesen.

Alles in allem ein durchschnittliches Buch mit einer netten Idee und leicht zu lesen aber ohne Höhepunkte und nur wenig richtig fesselnden Stellen. Kann man lesen, muss man aber nicht.

Lieben Gruß
Larna

"Lieber Orangenhaut als gar kein Profil" (Ina Müller)

Volker-Ralf AW: Im Disput: "Die Druidin" von Birgit Jaeckel 09.05.2008, 14:58 Uhr
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Hallo Arno, und natürlich auch @alle anderen, die zwar noch keinen Beitrag geschrieben haben, die Diskussion aber trotzdem mit Interesse verfolgen,

da ich ja die offizielle Rezension zu "die Druidin" von Birgit Jaeckel geschrieben habe könnte ich es mir an dieser Stelle auch ganz einfach machen und auf die entsprechende Seite verweisen. Uns (Katharina und mir) war aber von vorneherein klar, dass dieses Buch polarisieren wird, zumal wir es ja auch zum Historikus ernannt haben und so den Lichtkegel des Rampenlichts etwas vergrößert haben.

1. Passt dieses Buch in das doch überwiegend historische Profil der Histo-Couch?

NEIN - wegen dem stark fantasy-haltigen Thema "Seelen-sehen & Seelenwanderschaft" eigentlich nicht.

JA - wg. dem Thema der ersten großen europäischen Völkerwanderung, Sitten- und Gebräuche der Kelten, Darstellung ihrer Führungsstrukturen, Orte und Häuser, der Druiden und Lehrer.

Insgesamt gesehen, würde ich den Roman eher zum Historischen zählen. Es wird so viel über die Kelten und die Völkerwanderung, über Sitten und Gebräuche berichtet, während die Gabe von Talia zumindest im Mittelteil des Buches keinen überragenden Stellenwert einnimmt (Talia versucht, die Gabe nicht zu benutzen, aus Angst, diese nicht kontrollieren zu können).

2. Zu viel Dichtung (historische Unrichtigkeiten) für einen authentischen historischen Roman?

SICHER - wie Du richtig bemerkt hast, gibt es keine Aufzeichnung der Kelten über ihre Zeit & Leben. Wenn es schriftliche Aufzeichnungen gibt, dann zumeist von den Römern (siehe lateinische Namen von Städten und Flüssen), dem Feind. Welcher feindliche Heerführer rechtfertig seine Niederlage nicht durch Übertreibung (bspw. in der Anzahl der auf dem Schlachtfeld befindlichen Feinde)? Hat der Feind genügend Einblick in das Leben eines Volkes um ein originalgetreues & intimes Bild zeichnen zu können? Eher unwahrscheinlich, bedenkt man einmal, welche Vorurteile bspw. Japaner oder Amerikaner über uns Deutschen (und umgekehrt) haben. Und wir leben gemeinsam in der Gegenwart, dazu im Kommunikationszeitalter. Und wer kann schon sagen, was historisch korrekt ist/war?

Und ganz sicher gibt es authentischere Romane über historische Zeitabschnitte („die Welfenkaiserin“, „die Rebellin der Rose“ oder „die Nonne mit dem Schwert“, um hier nur einige von sehr vielen Romanen zu nennen).

3. Warum dann gleich zum Historikus küren?

NUN JA -
a) augenscheinlich ist (aufgrund der Bewertung von 86°), dass es schon souveränere Historikusse gab, vollkommen richtig, aber wir haben in diesem Monat einfach nicht so arg viele Bücher gehabt, die stattdessen in Frage gekommen wären, was aber sicherlich nicht der Hauptgrund sein kann.
b) viel wichtiger war mir, dass es auch einmal ein Buch ist, welches nicht im klassischen Mittelalter spielt. Für Autoren ist es vergleichsweise einfach, einen Mittelalter-Roman unters Volk - sprich an den Verlag - zu bringen. Dieser schon seit längerem anhaltende Trend kann als gefährlich bezeichnet werden. Da wir alle keine Hellseher sind, wissen wir nicht, ob es tatsächlich so ist, wir werden sehen müssen... Schön aber, dass es auch noch Autoren und Verlage gibt, die mutig genug sind, solch ein Thema zu bearbeiten.
c) ich fand das Buch ganz irre fesselnd und wollte immer wissen, wie es weitergeht. Der Roman hat viele überraschende und nicht vorhersehbare Wendungen, die mir die Spannung hochgehalten haben.
d) wäre noch die Gestaltung des Buches. Interessant, dass so ein verlagstechnischer Wackelkandidat gleich noch mit Hardcover und schickem Lesezeichen (das erhabene Emblem des Titelcovers in Metallblech-Ausführung) ausgestattet wird. Dieser Mut sollte m.E. einfach auch mal belohnt werden. Klar, kann man jetzt sagen, dass es das nur unnötig teuer macht, aber die Diskussion ist müßig, HC-Fans werden sicherlich genügend gute Gründe finden, die dafür sprechen – ebenso wie alle Anderen überzeugende Argumente dagegen haben.

@Larna:

Ich kann nicht so recht nachvollziehen, wie der Roman in einer fast beliebig anderen Zeit spielen könnte. Klar, die Seelenwanderschaft und Seelen-sehen sind Themen, die immer wieder gerne in der Fantasy eingesetzt werden und auch zu verschiedenen Zeiten vorkommen. Aber speziell, die Verwendung dieser Elemente in Verbindung mit Völkerwanderung, druidischem Brauchtum, Sippenverhalten usw., (also der Roman als Ganzes) ist nicht übertragbar. Man kann doch jetzt nicht sagen, dass die einzelne Idee ein alter Hut ist. Das wäre zwar richtig, aber dann könnten die Autoren historischer Romane gleich aufhören zu schreiben. Intrigen am Hof gab es in England, Frankreich, im Vatikan,... ebenso wie politische Hochzeiten in ganz Europa und zu jeder Zeit, um nur ein paar Beispiele zu nennen... Es geht doch immer um die Ausprägung, die Nuance, die anders ist gegenüber einem ähnlichen Roman und natürlich, der Rahmen, der darum gebaut wird.

Die depressive Stimmung von Talia ihrem Vater gegenüber, kann man durchaus nachvollziehen. Er verstößt sie, wollte sie sogar noch umbringen lassen. Statt Tochter eines bedeutenden Sippenführers zu sein, muss sie bei einer einfachen Frau leben. Klar, dass sie ihn verachtet und ihm die Schuld an ihrem ungleich freudloseren Leben gibt. Der Mensch hat nunmal den Drang, in dem, was ihm vorenthalten wurde und der Vorstellung, was sich daraus entwickeln hätte können, mehr zu sehen, als das, was ihm das Schicksal letztendlich zugestanden hat. Die Verbliebenen werden dann aufgrund von Verbitterung (quasi im Rundumschlag) ebenfalls nicht gemocht, nicht weil sie besonders hässlich (im Gegenteil gar ausgesprochen nett) zu den Menschen wären, sondern weil diese einfach ob des Gesamtzustands unzufrieden sind (quasi eine Trotzreaktion und nicht mit Logik und Vernunft zu erklären). Dies lässt dann mit zunehmendem Alter von Talia nach, weil dann auch altersmäßig mehr Einsicht da ist und die Distanz zu der ganzen Angelegenheit entstanden ist ("es ist Gras darüber gewachsen"). Objektiv betrachtet hat sie es auch nicht wirklich schlecht bei ihrer Ziehmutter.

Ich weiß nicht, ob ich jemandem je wieder vertrauen könnte, von dem ich wüßte, dass er mich umbringen wollte. Also das Mißtrauen halte ich für vollkommen verständlich. Da wäre eher die Frage, ob ich mich je wieder an die Seite dieser Person begeben hätte (weil ich ihm diese Chance nicht geben wollte).

So weit mal von meiner Seite. Wenn noch Jemand Lust hat zu diskutieren, immer gerne.

Mit freundlichen Grüßen

Volker
adhara AW: Im Disput: "Die Druidin" von Birgit Jaeckel 09.05.2008, 15:44 Uhr
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@Volker
Eigentlich finde ich es ein gutes Zeichen, wenn der Historikus nicht durchs Band allen gefällt. Ich habe den Historikus bisher einerseits als Auszeichnung, andererseits aber auch als Scheinwerfer gesehen, der mich auf ein Buch aufmerksam machen soll, das ich vielleicht gar nicht beachtet hätte. Gerade letzteres führt aber dazu, dass man zu Büchern greift, die nicht immer auf der eigenen Linie liegen ...

Zur Druidin: ich fand das Buch sehr schön zu lesen, bin dann aber nach zweidritteln eine ganze Weile über Längen gestolpert, bis es wieder Fahrt aufgenommen hat. Ob nun historisch korrekt oder nicht - ob nun mit Fantasy-Element oder nicht - ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt. Und ich habe eine Welt entdeckt, die ich bis dato nicht kannte.
Volker-Ralf AW: Im Disput: "Die Druidin" von Birgit Jaeckel 10.05.2008, 12:41 Uhr
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@Adhara,

vielleicht hast Du ja Recht mit den Längen nach 2/3 vom Buch. Ist mir jetzt aber nicht aufgefallen, war also noch deutlich unterhalb meiner Empfindungsschwelle . Alles in Allem habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt mit dem Buch.

Ich glaube, dass Du den Nagel sehr gut auf den Kopf triffst mit Deiner Betrachtungsweise des "Historikus".

Einerseits Auszeichnung, andererseits aber auch Fokus auf die Kleinode, die es aber trotzdem wert sind, gelesen zu werden und die man vielleicht sonst in dem Haufen, was auf den Markt kommt, übersehen würde.

Auch stimme ich Dir zu, dass manch Leser nachher vielleicht seine Erwartungen dann doch nicht erfüllt sieht. Vielleicht sollte man unterscheiden, ob der ausgezeichnete Roman ein "alternativer" oder "klassischer" Historikus ist, was aber sicherlich schwer ist, da auch die eher klassischen Werke polarisieren können und nicht sofort Jedem gefallen müssen. Beispiel: Meine Schwester, die wohl so jedes Werk von Ken Follett in Englisch zu Hause stehen hat, weil damit das Buch früher erhältlich war. Sie liebt Ken Follett-Bücher. Anders meine Cousine. Die kannst Du mit Ken Follett echt jagen; und glaub mir, sie hat ihm wohl mehrere Chancen gegeben und wurde immer enttäuscht.

Ich bin nur froh, dass "die Druidin" von Birgit Jaeckel nicht ganz so unter die Räder kommt, wie das gerade mit der "Falkenjagd" von Susanne Betz passiert. Vielleicht sollte ich das Werk dann doch mal lesen, um mir auch eine Meinung dazu bilden zu können...

Schöne Pfingsten.

LG

Volker
doernchen AW: Im Disput: "Die Druidin" von Birgit Jaeckel 12.05.2008, 16:33 Uhr

hmm, also mich hat die Geschichte interessiert, sowohl die Zeit, in der das Buch handelt, als auch das "Seelensehen" würde mir gefallen.

Aber irgendwie hat mich das Buch gelangweilt. Es war wohl der schriftliche Stil. Ich konnte nie so recht mitfiebern und das finde ich sehr schade.

Grüße
Karin
Volker-Ralf AW: Im Disput: "Die Druidin" von Birgit Jaeckel 12.05.2008, 19:52 Uhr
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Hallo Karin "Doernchen",

tät mich interessieren, wie Dir dann "die Kosakenbraut" von Katerina Timm gefiele (Seelen sehen und Traumdeutung im kosakischen & russischen Umfeld), falls Dir das Buch mal in die Hände fallen sollte.

LG

Volker
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