Romane » Im Disput: "Fakenjagd" von Susanne Betz
| Larna | Im Disput: "Fakenjagd" von Susanne Betz | 07.05.2008, 18:03 Uhr |
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So, hiermit eröffne ich die Diskussion über den Historikus des Aprils "Falkenjagd" von Susanne Betz. Ich steige irgendwann ein, hab das Buch noch nicht einmal angefangen, einfach keine Zeit. Vorweg eine SPOILERWARNUNG! In diesem Thread wird über das Buch diskutiert und somit werden auch Details des Inhaltes verraten. Wer dieses Buch noch nicht gelesen hat, sollte daher hier nicht reinschauen, wenn man sich das Lesevergnügen nicht verderben lassen will. Lieben Gruß Larna "Lieber Orangenhaut als gar kein Profil" (Ina Müller) |
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| adhara | AW: Im Disput: "Fakenjagd" von Susanne Betz | 07.05.2008, 18:32 Uhr |
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Ich habe mir von der Falkenjagd Einblick in das Leben einer überaus spannenden Frau versprochen, die ihrer Zeit weit voraus war. Nun, diese Frau habe ich zwar angetroffen, aber das war eigentlich das einzig wirklich Positive an diesem Buch. Die ersten rund 180 Seiten sind ein blosses Aneinanderreihen von Kurzsequenzen - nur merkt man gar nicht, dass es dazwischen immer wieder mal Brüche gibt. Also Zeitraffer innerhalb weniger Sätze ohne den geringsten Hinweis auf die Entwicklung. So habe ich immer wieder gestutzt, nachgblättert und den Kopf geschüttelt. Ab Seite 200 gewinnt das Buch etwas, es kann aber das Versprechen nicht einhalten, das im Vorfeld gegeben wird. Dass sich das Buch der Falkenjagd widmet ist ja schön und gut und ich habe auch die grösste Achtung vor der Autorin, die zumindest die Begriffe der Falknerei kennt und entsprechend einsetzen kann. ABER: Wo bleibt der Schlüssel, der dem Leser das Thema ebenfalls öffnet? Ich denke, wer immer sich mit der Falknerei nicht auskennt, tut gut daran, zum Buch eine Abhandlung über Falknerei dazu zu legen, so dass die Begriffe überhaupt verstanden werden können. Mit hat auch der Schreibstil von Susanne Betz nicht wirklich gefallen, wobei ich ihn ab Mitte Buch als flüssiger und eingängiger empfunden habe. Irgendwie finde ich "Falkenjagd" eine verpasste Gelegenheit, Friederike mit all ihren Facetten wirklich vorzustellen und dem Leser näher zu bringen. |
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| cari | AW: Im Disput: "Fakenjagd" von Susanne Betz | 07.05.2008, 19:40 Uhr |
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Vorneweg möchte ich gleich mal sagen, ich habe das Buch nach 170 Seiten abgebrochen. Nichts an diesem Roman konnte mich wirklich fesseln. Ich fand den Schreibstil einfach nur chaotisch, der ständige Szenen-und Ortswechsel, die Erzählung ist sprunghaft und zum Teil zusammenhangslos geschildert. Auch die Protagonisten fand ich farblos. Susanne Betz ist es leider nicht gelungen mich mit dem Buch zu fesseln. Schade, denn aus dem historischen Hintergrund hätte man mehr machen können. Für mich der totale Flop!!! Einige Bücher sind zu Unrecht vergessen; keines ist zu Unrecht in Erinnerung. |
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| anushka | AW: Im Disput: "Fakenjagd" von Susanne Betz | 07.05.2008, 22:58 Uhr |
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So schlecht, wie auf diversen Seiten in den Leserkommentaren zu lesen ist, fand ich dieses Buch gar nicht. Allerdings kam es trotzdem nicht über das Mittelmaß hinaus. - Leider kommt keinerlei Sympathie für die einzelnen Personen auf, da diese oft sehr sachlich und analytisch behandelt werden. Vor allem Friederike sucht ständig nach den Ursachen ihres Verhaltens und erläutert diese dann auch, was der Situation die ganze Spannung nimmt. - Verschiedene Einschübe machen noch diverse andere Situationen kaputt und der Leser weiß zum Schluß nicht mehr, was war jetzt gegenwärtig und was Erinnerung und vor allem, was hatte das jetzt mit der konkreten Situation zu tun? - Auch das Thema des Titels - die Falkenjagd - kam zu kurz und wurde nicht deutlich in seinem Ausmaß, in dem es die Beziehung zwischen Friederike und Charles beeinflusst. - Noch ein Kritikpunkt sind Bemerkungen, die dann plötzlich in der Luft hängen. Wie bspw. "Nun wußte sie, an wen der junge Herr von Sowieso sie erinnerte", ohne dass jedoch dem Leser offenbart wird, an wen er sie denn nun erinnert. _ Im Buch behandeln sich Friederike und Charles sehr human. Bei Wikipedia (was nun sicherlich auch nicht das non-plus-Ultra ist) habe ich aber gelesen, dass Friederike nach Schwaningen verbannt wurde ... Auf der positiven Seite wurde andererseits deutlich, wie frivol und dekadent das Leben am Hof eigentlich zuging und wie ein kleiner Teil der Bevölkerung sein komplettes Leben mit Intrigen, Tratsch und Spielereien vergeudete. Ich habe mir die Frage gestellt, was diese Leute eigentlich den ganzen Tag gemacht haben und warum sie eigentlich am Hof waren, wenn die jeweiligen Herrscher sie gar nicht leiden konnten. In dem Fall ging meine Fantasie sogar soweit, zu überlegen, welche mir bekannten Leute zum damaligen Zeitpunkt in die Rolle dieser "Höflinge" gepasst hätten. Auch die ganzen Konventionen und Illusionen werden gut herausgearbeitet. Eine Markgräfin war trotz ihrer Macht wesentlich eingeschränkter als andere Frauen. --> Mein Fazit: dieses Buch ist kein totaler Flop, allerdings gibt es wesentlich bessere Bücher, meiner Meinung nach ist "Falkenjagd" nur Mittelmaß. |
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| colle | AW: Im Disput: "Fakenjagd" von Susanne Betz | 08.05.2008, 21:34 Uhr |
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Auch ich habe mich eher schlecht als recht mit diesem Buch beschäftigt. Mir hat es leider nicht gefallen. Ich hätte eigentlich auch aufgegeben, habe aber diesem Buch als Historikus immer wieder Chancen gegeben. Leider hat dieses bei mir nicht geklappt. Wie auch schon vorher geschrieben wurde, fand auch ich die Zeitsprünge nicht gut beschrieben. In einem Absatz war noch vom Kinderkriegen die Rede im Anderen war der Sohn schon fast 3 (?) Jahre alt. Das ging mir doch etwas zu schnell. Auch die Sache mit der Anatomie wurde nur am Anfang kurz besprochen, in der Mitte kam es glaube ich nicht vor, und am Ende mußte es wohl wieder reingenommen werden. Über die Falkenjagd habe ich nicht viel gelesen. Diese Seiten habe ich mehr drüber gelesen, als richtig gelesen. Nach dem ersten Kapitel darüber verstand ich zwischendurch nur Bahnhof und mußte mir einiges Zusammenreimen. Wie adhara schon schrieb. Ein Fachbuch dazu wäre vielleicht hilfreich gewesen. Mir persönlich ging es in diesem Buch bei knapp 340 Seiten zu schnel, die Zeit raste nur so dahin. Man hätte sicherlich mehr zu dem einem oder anderem schreiben und besser ausarbeiten können. Dieses Buch wird sicherlich zu meinen Flops des Jahres gehören. Schade eigentlich, aber für einen Debütroman, habe ich mir mehr versprochen. Bücher können gefährlich sein. Die Besten sollten mit einem Aufkleber: „Achtung, diese Lektüre könnte Dein Leben verändern!“ versehen werden.“ Helen Exley |
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| bini | AW: Im Disput: "Fakenjagd" von Susanne Betz | 11.05.2008, 13:48 Uhr |
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Dieses Buch habe ich mir gekauft weil es der Historikus 04/2008 geworden ist, von alleine hätte es mein Interesse eher nicht geweckt. Meiner Meinung nach ist es gut recheriert, sehr auffällig ist das Detailwissen über die Falkenabrichtung und menschliche Anatomie. Ein Buch welches Themen behandelt auf die zumindest ich in historischen Romanen noch nicht oft gestoßen bin, wie z.B. der Kartoffelanbau und die Erforschung welche Rinder / Schweine sich am besten für die Zucht eignen. Von daher schon interessant, allerdings konnte mich die Autorin nicht in ihren Bann ziehen. Das Buch hat mich nicht gefesselt, auch der Spannungsaufbau hat mir gefehlt. Ich konnte bis zum Ende des Buches keine Beziehung zu Friederike aufbauen, nicht mit ihr bangen oder hoffen. Die Liebesgeschichte in den letzten Seiten des Buches fand ich irgendwie nicht passend, sie kam mir eher wie eine Pflichtkür vor, noch „etwas echte Liebe ins Spiel zu bringen“. Von mir hat das Buch 62 Punkte erhalten. |
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| adhara | AW: Im Disput: "Fakenjagd" von Susanne Betz | 11.05.2008, 14:35 Uhr |
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@Bini Ich finde, Du hast wirklich recht mit den Themenkreisen. Das war es auch, was bei mir die Wertung von um die 40 auf 67 gedrückt hat. Susanne Betz hat interessante Themen angesprochen aber leider nicht wirklich zu einer spannenden Geschichte verarbeitet. Die Liebesgeschichte am Schluss hat bei mir sogar Abzug in der Wertung gegeben, ich fand sie so aufgesetzt und unnötig. Ja, sie hat Friederike sogar um eine Ecke unsympathischer gemacht |
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