Romane » Lesedruck - es wird zuviel.....
| Hedwig | Lesedruck - es wird zuviel..... | 09.04.2011, 14:40 Uhr |
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Schon seit geraumer Zeit gerate ich in einen totalen Lesedruck, der bei mir jedenfalls derzeit zu einer Art "Lesesperre" führt. Mich würde interessieren, ob es anderen hier auch so geht. Natürlich ist alles auch eine Zeitfrage, für mich als mehr als Vollzeitbeschäftigte ist die Zeit zum Lesen begrenzt, trotzdem möchte ich möglichst viel Freizeit damit verbringen. Derzeit wird man allerdings mit einer derartigen Flut von Neuerscheinungen überhäuft, meist alles nach dem gleichen Muster, auch bei den historischen Romanen spüre ich das zumindest derzeit massiv. Aufgrund dieser Flut ist es kaum noch möglich, den Überblick zu behalten oder gar die wenigen wirklich guten von den mittelmäßigen oder schlechteren Romanen zu unterscheiden. Die meisten Bücher haben sehr ansprechende Aufmachungen, aber auch durchwegs gute Bewertungen sagen nichts aus über die Qualität dieser Bücher. Ich komme kaum noch nach, die Neuerscheinungen meiner bevorzugten Autoren zu lesen, geschweige denn Romane von mir noch nicht bekannten Autoren zu lesen. Wirlich tolle Neuentdeckungen sind bei mir jedenfalls selten geworden, Dagmar Fohl fällt mir positiv dazu ein. Ganz schlimm ist es bei den mehrbändigen Romanen, die setzen einem noch mehr unter Kauf- und Lesedruck, die einzige Ausnahme dahingehend ist für mich Rebecca Gable, denn da warte ich auch wie so viele andere auf den nächsten Band über die Waringhams, aber das ist wie gesagt eine Ausnahme, denn schon von den Zeitabständen her lässt Frau Gable ihren Lesern ausreichend Zeit, sich über ihre neuen Bücher noch freuen zu können. Ansonsten wird der Markt von laufend ständig wiederholten Themen wie Hebammengeschichten und dergleichen überschwemmt und man weiß wohl, dass hier nicht die Autoren die Schuld tragen, sondern die Verlage, welche von den Autoren immer wieder die gleichen Themen verlangen, nur weil sich diese angeblich gut verkaufen. Auch wenn ich derzeit mit viel Freude und Spannung den aktuellen historischen Roman von Frau Riebe, "Die Braut von Assisi" lese, habe ich derzeit irgendwie ein wenig genug vom historischen Roman und auch vom Lesen selbst, weil mir der Lesedruck einfach die Freude am Lesen nimmt, ich jedenfalls gerate nur noch unter Stress alles zu schaffen und habe keine Vorfreude mehr für was neues, das finde ich jedenfalls sehr schade. Eure Meinung dazu würde mich interessieren, aber vielleicht empfinde ich das alles ja nur selbst so, wer weiß? LG Hedwig |
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| Susannah | AW: Lesedruck - es wird zuviel..... | 09.04.2011, 17:47 Uhr |
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Ich muss sagen, dass ich mich jetzt nicht unter Druck gesetzt fühle. Ich hole mir selten Neuerscheinungen direkt, weil ich so auch zu Lesen habe. Die Neuerscheinungen laufen mir nicht weg - aufgrund der Preise von Hardcovern würde das mein Kontostand auch nicht lange mitmachen. Beim "Überlauf" von gewissen historischen Romanen gebe ich dir recht - auch wenn das mich nicht weiter betrifft, weil ich Hebammen-, Wanderhuren etc. -bücher eh so gut wie nicht lese. Summsa sumarum: ich kann mich zwar manchmal nicht entscheiden, was ich lesen soll - aber Druck würde ich es nicht nennen. http://tinasleseecke.blog.de/ |
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| Laurent | AW: Lesedruck - es wird zuviel..... | 09.04.2011, 18:25 Uhr |
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Hallo Hedwig, ich kann das gut nachvollziehen. Die diversen, mit historischen Romanen überfrachteten Tische in Buchhandlungen beachte ich schon gar nicht mehr. Neuerscheinungen interessieren mich wenig. Und vor allem versuche ich, nicht stets und ständig historische Romane zu lesen. Ich mische und lasse mich wenig von dem Angebot beeindrucken. Die Rezensionsbücher reichen mir und dort vor allen Dingen die nicht historischen, was zur Folge hatte, daß ich in diesem Jahr neue interessante Krimis entdeckt habe. Was ich auch seit ca. einem Jahr gegen den Lesedruck praktiziere ist, daß ich kaum Bücher kaufe. Seit Ende 2009/Anfang 2010 bis jetzt dürften es höchstens 25 Bücher gewesen sein. Das führt bei mir dazu, auf bestehendes zurückgreifen zu müssen und die Bücherregale betrachten zu müssen. Manch ein "Leseschatz" läßt sich dort finden, welcher schon lange schlummert! Umso mehr freue ich mich im Moment über Ulf Schiewes neues Buch "Die Comtessa"! Nette Grüße Laurent |
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| tassieteufel | AW: Lesedruck - es wird zuviel..... | 09.04.2011, 18:26 Uhr |
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Lesedruck oder das Gefühl jetzt etwas unbedingt lesen zu müssen habe ich auch nicht. Ich lese recht breit gefächtert, Krimis, historische Romane, Thriller, Histo-Krimis oder auch mal Mysterie. Wenn ich mal von einem Genre genug habe, wechsele ich in ein anderes über, so passiert es mir eigentlich nie, das ich leseüberdüssig werde und von der Vorstellung jemals alle Bücher zu lesen die ich besitze, hab ich mich schon lange verabschiedet Allerdings gebe ich Dir recht, was die Flut von Neuerscheinungen betrifft und das ist nicht nur bei den Historomanen so, eigentlich in jedem Genre kommt ständig eine Flut von Neuerscheinungen auf den Markt, die auch meist auf einer bestimmten Welle schwimmen und da verliert man bzw. ich auch völlig den Überblick und ich finde es schwer, da für mich das passende zu finden, weil es einfach zuuuu viel ist. Oft finde ich beim stöbern ein Buch das mich interessieren könnte, das setzte ich auf meinen Merkzettel und hab dann schon bald vergessen, warum mich jetzt eigentlich gerade das Buch interessierte und nicht die 5 anderen mit einem ähnlichen Thema. In letzter Zeit habe ich mich darauf beschränkt, auf Neuerscheinungen meiner Lieblingsautoren zu warten, das ist zwar auch nicht immer eine Garantie, daß das Buch letztendlich auch gefällt, aber die Wahrscheinlichkeit ist doch recht groß. Hardcoverneuerscheinungen von mir unbekannten Autoren kaufe ich kaum noch, ist mir einfach zu teuer, da warte ich lieber auf das Tb und bis dahin gibt es dann auch genug Leserrückmeldungen aus denen ich schließen kann, ob das Buch was für mich wäre. Sicher ist es schwer in der großen Flut (und das betrifft ja eigentlich alles um uns herum, ob Bücher, Musik, Lebensmittel, Kleidung etc.) das Richtige zu finden, aber dafür gibt es ja u.a. auch Foren, in denen man sich austauschen kann. liebe Grüße tassie Der wahre Zweck eines Buches ist, den Geist hinterrücks zu eignem Denken zu verleiten. -Christopfer Morley- |
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| Larna | AW: Lesedruck - es wird zuviel..... | 09.04.2011, 18:43 Uhr |
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Richtigen "Lesedruck" verspüre ich auch nicht. Manchmal, wenn ich viele neue Bücher habe, würde ich sie gerne alle auf einmal lesen, ansonsten bemühe ich mich, die Bücher einfach zu genießen. Tatsächlich gibt es eine Flut von Neuerscheinungen, doch man muss sie schließlich nicht alle kaufen. In diesem Jahr habe ich mir erst zwei Bücher gekauft, der Rest waren Rezi-Exemplare oder jetzt Geschenke zum Geburtstag. Es gibt nur wenige Autoren, deren neue Bücher ich sofort haben muss, die kaufe ich mir dann auch und lese sie zeitnah. Spontankäufe sind selten geworden und wenn mich ein Buch interessiert, kommt es auf den Merkzettel und dann warte ich einfach etwas und prüfe nach ein paar Wochen, ob es mich immer noch interessiert, was meistens nicht der Fall ist. Dann wird es auch nicht gekauft. Von der Vorstellung, jedes gute oder interssante Buch jemals lesen zu können, habe ich mich schon lange verabschiedet. Bestimmt entgehen mir dabei einige Klasse Bücher, aber That's life. Lieber genieße ich die Bücher, die ich habe, als mich zu stressen, ja alles zu lesen. Übrigens lese ich auch ab und an Krimis oder Fantasy, warum auch nicht? Ich bin schließlich nicht mit den Histos verheiratet. Lieben Gruß Larna "Lieber Orangenhaut als gar kein Profil" (Ina Müller) |
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| Hedwig | AW: Lesedruck - es wird zuviel..... | 09.04.2011, 19:25 Uhr |
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Hallo, ist interessant wie Ihr damit umgeht, mein Hauptproblem ist vermutlich dass ich ein absoluter Sammler bin, das betrifft dann natürlich nicht nur Bücher. Oft ist es auch so, dass Bücher im Gegensatz zu früher nur noch kurz auf dem Markt befindlich sind und dann müsste ich diese später gebraucht kaufen, was ich eigentlich weniger mag. Ich habe schon immer besonders gerne die historischen Romane gelesen, ich lese aber schon auch zwischendurch mal was anderes. Ich muss wohl lernen, auch nein zu sagen, nein zu neuen Buchanschaffungen, wenn die Regale noch voll sind. Viele neue Bücher machen mir das aber sehr schwer, aber ich versuche es derzeit ganz ernsthaft, keine Bücher zu kaufen, bei Ulf Schiewe werde ich wohl schon wieder eine Ausnahme machen müssen, bei Rebecca Gable brauche ich gar nicht darüber nachzudenken, ihr neues Buch muss ich im Fall sofort haben. LG Hedwig |
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| adhara | AW: Lesedruck - es wird zuviel..... | 09.04.2011, 21:21 Uhr |
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Ich kann Dich schon verstehen, Hedwig, wenn Du eine Art Lesedruck spürst. Viele Jahre lang konnte ich mir Bücher nur aus der Bücherei leisten. Als sich dann meine Situation verbessert hat, habe ich mir ganz viele Bücher zugelegt. Dieses Bedürfnis ist nun aber wieder am Schwinden. Ich suche viel gezielter aus, was ich mir anschaffe. Zu den Neuerscheinungen im Histo-Bereich: Es ist einer der Bereiche, in denen es verhältnismässig wenig Neuerscheinungen gibt. Wenn ich da an Krimi oder Fantasy denke, bleibt es hier absolut überschaubar. Inzwischen gibt es übrigens von vielen Büchern auf den Verlagsseiten Leseproben. Ich empfehle, solche zu nutzen - es wird sich aufs Budget ebenso positiv auswirken, wie auf den SUB. |
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| tweedy39 | AW: Lesedruck - es wird zuviel..... | 09.04.2011, 21:36 Uhr |
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Ich muss aucht nicht jede Neuerscheinung lesen. Es gibt ein paar Autoren von denen ich jedes neue Buch kaufe und bei den anderen wird gezielt ausgewählt. Lesedruck empfinde ich ab und an wobei ich schon weis, dass ich nicht mehr alle Bücher lesen werde, die ich besitze. Obwohl manchmal ziehe ich ein Buch aus dem Regal ziehe welches schon Ewigkeiten drin steht und finde es klasse. Alle Neuerscheinungen haben zu wollen, würde mich finanziell und lesetechnisch überfordern Die entscheidenden Probleme, die wir haben, können nicht auf derselben Denkebene gelöst werden, auf der wir sie erschaffen haben - Albert Einstein - |
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| Lexa | AW: Lesedruck - es wird zuviel..... | 09.04.2011, 22:08 Uhr |
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Liebe Hedwig, Sammeln ist eine uralte Leidenschaft des Menschen, nur sollte es nicht zur Sucht ausarten. Ich kann deinen Leidensdruck verstehen, wenn du keinen Überblick mehr hast und überfordert bist mit all deinen ungelesenen Büchern. Da machen die vollen Regale wahrscheinlich keine Freude mehr. Ich kaufe/lese nur ganz wenige Neuerscheinungen, z.B. wenn Katerina Timm´s neues Buch auf den Markt kommt, da schlage ich bestimmt gleich zu. Aber sonst kann ich mich gut einbremsen und suche sehr gezielt nach Büchern, die mich interessieren. Hauptsächlich sind es gebrauchte Bücher, da ist es dann auch nicht so schlimm, wenn mir eins mal nicht zusagt. Mit solchen halte ich mich auch nicht lange auf, die werden gleich wieder verkauft oder zum Tausch ausgeschrieben. Und behalten werden eh nur solche, die mir wirklich sehr gut gefallen haben. So hält sich mein Bücherregal in Grenzen. Ich drück dir die Daumen, daß du zukünftig widerstehen kannst und dadurch dein Lesefrust geringer wird. Liebe Grüße Lieber barfuß als ohne Buch |
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| CharlieLyne | AW: Lesedruck - es wird zuviel..... | 10.04.2011, 08:17 Uhr |
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Ich hatte eine vergleichbare Phase mal, als ich anfing, historische Romane zu schreiben. Ich liebte zwar Feuchtwanger, Heinrich Mann und Co., hatte mit dem modernen historischen Roman aber wenig Beruehrung und dachte, ich muesste das jetzt mal ganz schnell nachholen und so ungefaehr jeden in Deutschland erscheinenden neuen historischen Roman gelesen haben. Ich habe dabei wundervolle Romane entdeckt - Iris Kammerer, Tilman Roehrig, Titus Mueller und Kirsten Schuetzhofer gehoeren zu den Autoren, die ich in dieser Zeit fuer mich gewonnen habe und nicht mehr loslasse. Trotzdem hatte ich nach einem Jahr das Gefuehl, ich haette mir gruendlich den Magen verdorben. Ich musste das akzeptieren, dass es zwar Buecher in dem Genre gibt, die sind, als waeren sie eigens fuer mich geschrieben worden, dass aber das meiste, was erscheint, meinem Geschmack eben ganz und gar nicht entspricht. (Und ich reagiere auf Buecher eben extrem - ein Buch kann mich in ein tagelanges Hoch versetzen, aber auch genauso in ein tagelanges Tief.) Ich lese historische Romane jetzt wieder dosiert - und inzwischen kenne ich sowohl hier als auch bei den Buechereulen "meine" Leseberater. Wenn z.B. Olympia, Adhara und Stefanie alle drei dasselbe Buch loben, kann ich sicher sein, dass es mir auch gefaellt, also kauf ich's mir und freu mich drauf. Genauso weiss ich auch, wessen Geschmack ich nicht teile, lese da auch hin und bin dann eben gewarnt. Und ausserdem sag' ich mir: Ich bin jetzt nicht mehr jung, ich muss mir nichts mehr beweisen und auch nicht mehr staendig an meiner Horizonterweiterung arbeiten. Ich darf den groessten Teil meiner Lesezeit mit den Buechern verbringen, die ich am meisten liebe und die mich am reichsten mache. Egal ob ich in voellig anderen Genres schreibe. Lesen soll/darf/kann/muss Glueck sein! Alles Liebe von Charlie, gerade wie so oft ganz unhistorisch besoffen von Philip Roth. Codename "Max" 28. Januar 2012 |
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