Romane » historische Romane versus klass. Literatur
| olympia | historische Romane versus klass. Literatur | 26.04.2011, 17:04 Uhr |
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Hallo Uli, hab mir erlaubt die Diskussion hierher zu verlegen, damit wir den anderen Thread nicht blockieren! Mir fiel aber auch auf, dass hier womöglich die verschiedenen Mittelalter Romane ein bisschen in der Überzahl zu sein scheinen ( vielleicht noch neben solchen aus der Viktorianischen Zeit) und da fand ich etwas aus einer ganz anderen Epoche könnte sozusagen "erfrischend" sein ... Da stimme ich dir absolut zu! Es ist aber sicher eine Sache der verlage, dass das Mittelalter momentan so stark vertreten ist. Erstens umfasst das Mittelalter eine sehr große Zeitspanne, größer als jede andere, spätere, Epoche und zweitens richten sie sich natürlich nach den Verkaufszahlen. Wenn sich das Mittelalter gut verkauft, dann wird dies natürlich verstärkt gepusht. Ich persönlich lese zwischen den HR immer wieder gerne klass. Literatur, unter der auch die Bücher von de Laclos fallen. Für mich ist dies ein wunderbarer Ausgleich und so manche hier machen das auch. Da natürlich die Bücher der klass Lit in der Vergangenheit spielen, sind sie auch für viele Liebhaber des Genres der HR ideal. Meist ist das Spracheniveau ein nicht unwesentlicher Punkt, der mich zu einem Buch der klass Lit greifen lässt. Aber es gibt in der Masse an HR auch sehr wohl welche, die sprachlich und erzählerisch "erste Sahne" sind. Leider haben viele Leser eine gewisse Scheu vor der klass Lit, weil es vielen suggeriert, dass diese Bücher schwer lesbar und auch schwer verständlich seien, was aber absolut nicht stimmt! Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Jeder meint, dass er genug davon hat. R. Descartes |
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| uli33786 | AW: historische Romane versus klass. Literatur | 26.04.2011, 17:25 Uhr |
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Was klassische Literatur betrifft – da gebe ich Dir absolut Recht. Ich bin ein Fan von de Laclos, der viel besser ist als der Ruf von klassischen zeitgenössischen Romanen seiner Epoche. In gewisser Weise ist er aber auch moralisch abstossender als das meiste was man heute so liest- ich meine das durchaus im "guten" Sinne, denn was seine Protagonisten da treiben, ist schon durch und durch zynisch. Heute mag man was Gewalt und Blut angeht offener sein, zuweilen ja auch beim Sex – obwohl ja Sade rein Zeitgenosse von de Laclos war und bestimmt bis heute unübertroffen in Perversion & Gewalt – doch was ich heute vermisse ist die psychologische Tiefe, das psychologische Grauen, das in Figuren wie der Merteuil und des Valmont aufscheint. Vielleicht wäre ja eine derart tugendhafte Figur wie Cecile heute nicht glaubwürdig. Aber Merteuil zumindest übertrifft locker immer noch die meisten Bösewichter, die ich aus heutigen Romanen kenne – vielleicht abgesehen von einigen aus Patricia Highsmith Romanen. Und man darf natürlich auch nicht Swift mit „Gullivers Travels“ vergessen. DAS ist immer noch eine Messlatte für Dystopien – und: dennoch so leicht lesbar und zu entschlüsseln – Hut ab! |
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| olympia | AW: historische Romane versus klass. Literatur | 26.04.2011, 17:34 Uhr |
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Wenn du HR mit psychologischem Tiefgang suchst (solche Bücher bevorzuge ich), dann geb ich dir ein paar Empfehlungen, ob diese dann deinen Geschmack treffen, weiß ich natürlich nicht, aber Tiefgang habe sie auf jeden Fall! Da wären: Arthur Philips "Angelica" (von der Rezension hier nur nicht abschrecken lassen!!) Charlotte Freise "Die Seelenfotografin" Dagmar Fohl "Insel der Witwen" Thomas Willmann "Das finstere Tal" (mein absolutes Highlight 2010; das Buch hat mich begeistert wie selten eines) Kate Pullinger "Eine Liebe in Luxor" (nicht vom Titel abhalten lassen) Elizabeth Kostova "Die Schwanendiebe" (mal etwas ganz anderes) Vielleicht entspricht ja das eine oder andere deinem Geschmack. Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Jeder meint, dass er genug davon hat. R. Descartes |
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| uli33786 | AW: historische Romane versus klass. Literatur | 26.04.2011, 17:54 Uhr |
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hmm ...Frau Kostova war ja nicht meine Sache Indien zur Zeit der breitischen Herrschaft, ein britischer Offzier entdeckt eine geheime indische Bruderschaft von Räubern und Mördern, da ihm aber keiner seiner Vorgesetzten glaubt, macht er sich selbst getarnt als Inder auf, der Sache nachzugehen -was er findet geht weit über seine Vorstellungen hinaus, nicht nur existiert diese geheime Bruderschaft, sie gewinnt auch psychologisch Macht über ihn, der er nur mit sehr viel Glück und noch mehr Willenskraft entgehen kann ... was mich daran faszinierte, waren die Beschreibungen Indiens und der Inder, die so gar nicht "imperilalistisch " ausfielen, sondern m.M.n. durchaus glaubwürdig und ausgewogen. Soweit ich weiss gibt's das Buch nur in Englisch - absolut schade, falls irgendein Verleger "mitliest" - da wartet ein Geheimtipp darauf für das deutsche Publikum entdeckt zu werden ... das ganze beruhrt laut Wikipedia auch noch auf wahren Begebenheiten - siehe "Thugs" oder "Thugee"-- |
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| olympia | AW: historische Romane versus klass. Literatur | 26.04.2011, 18:20 Uhr |
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Ja, "Die Schwanendiebe" sind - wie ich auch anmerkte - etwas gänzlich anderes und mit dem "finsteren Tal" schon mal gar nicht zu vergleichen. Dieses Buch wiederum hat mich selten begeistert! "Die Schwanendiebe" gefielen mir aus dem Grund sehr gut, weil ich ohnehin einen Hang zur Malerei habe und die Impressionisten einfach "mein" Stil schlechthin ist. "Angelica" von Arthur Phillips ist ein tiefpsychologisches Buch, da nichts so ist wie es scheint. Es ist rein auf die Figuren und deren Empfindungen und Gedanken aufgebaut und das viktorianische Zeitalter in dem es spielt, hat im Grunde keine Bedeutung und bleibt auch stets im Hintergrund. Persönlich finde ich es sehr schade, dass das Buch hier bei der HC-Rezension so schlecht wegkommt, das hat es nicht verdient. Aber es ist eben Geschmacksache. Ich würde es allerdings wirklich nur Lesern empfehlen, die Wert auf komplexe psychologische Strukturen legen, als Unterhaltungsroman ist das Buch nicht geeignet. Das von dir erwähnte Buch "The Deceivers" hört sich wirklich interessant an!! Muss aber gestehen, dass ich viel zu faul bin, um Bücher in englisch zu lesen. ist mir zu anstrengend Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Jeder meint, dass er genug davon hat. R. Descartes |
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| uli33786 | AW: historische Romane versus klass. Literatur | 26.04.2011, 21:48 Uhr |
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Das man es zu anstrengend findet Bücher in fremden Sprachen zu lesen, kann ich nachvollziehen ...aber: es ist gut zur Steigerung der Gedächtnisleistung |
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| toma | AW: historische Romane versus klass. Literatur | 27.04.2011, 06:17 Uhr |
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Hallo und Willkommen uli Ich verfolge Eure interessante Diskussion und möchte "zur Technik" mal kurz anmerken, dass es überhaupt nicht nötig ist, jedesmal den GESAMTEN Beitrag des Vorredners zu zitieren. Was der geschrieben hat, kann man doch oben nachlesen. Wenn man auf einen Satz/Abschnitt besonders eingehen will, dann zitiere ich NUR den, indem ich den Rest rauslösche. Das ist einfach übersichtlicher und man muss nicht soviel scrollen ...aber: es ist gut zur Steigerung der Gedächtnisleistung Und - der böse Alzheimerteufel lauert ja angeblich immer und überall Es wäre schön, wenn man diese Krankheit SO "verhindern" könnte ... geht aber LEIDER nicht. Ich kenne .. nur EIN Beispiel ... einen Professor für Mathematik, der dazu noch 4 Sprachen spricht und trotzdem daran erkrankt ist |
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| uli33786 | AW: historische Romane versus klass. Literatur | 27.04.2011, 09:17 Uhr |
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Hallo und Willkommen uli Hallo toma, ich hab das registriert - Du hast ja recht. zuviel scrollen ist nichts. Was den Alzheimerteufel betrifft: Wehret den Anfängen, sage ich nur Noch eine "technische Frage"- wie bekommt ihr die Links in den Text - das versteh ich nicht, als ich es versuchte, da sah das furchtbar aus und war auch gar nicht dort, wo es eigentlich hin sollte ? LG uli |
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| olympia | AW: historische Romane versus klass. Literatur | 27.04.2011, 09:46 Uhr |
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Also Links kopierst du einfach und stellst sie hier rein www.amazon.de/ Angelica-Roman-Arthur-Phillips/ dp/ 3442470021/ ref= sr_ 1_ 1?s= books&ie= UTF8&qid= 1303890252&sr= 1-1 Hier auf der HC sind leider viele Funktionen nur beschränkt oder gar nicht vorhanden, aber im Grunde funktioniert alles ganz gut. Hab dir den Link zu meine Rezension zu "Angelica" reinkopiert. Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Jeder meint, dass er genug davon hat. R. Descartes |
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| uli33786 | AW: historische Romane versus klass. Literatur | 27.04.2011, 09:55 Uhr |
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Hmm...das klingt nicht schlecht, zumal es auch formal etwas anderes zu sein scheint, als der "typische" linear herunter erzählte HR - Die Mär von der postmodernen Erzählführung scheint ja bei der Mehrzahl der HR Autoren etwa um dieselbe Zeit anzukommen, wie der Weltuntergang in Brandenburg - nämlich 100 Jahre später Da werde ich auf jeden Fall demnächst mal reinsehen ...frau dankt uli |
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