Romane » Unanständige Bücher
| Yolanthe | Unanständige Bücher | 20.06.2011, 22:53 Uhr |
|---|---|---|
|
|
Beim Lesen des Buches "Die Tore der Welt" war ich voller Scham und Ekel wegen der vielen Sex-Scenen. Habe dann manchmal Seiten überblättert, weil ich es nicht aushalten konnte. Im Nachhinein frage ich mich natürlich, warum ich mir das angetan habe. Hat mich ja niemand gezwungen, das Buch zu lesen. Damit mir solche Erfahrungen und Fehlkäufe in Zukunft erspart bleiben, würde ich mich gerne informieren, welche Bücher / Autoren ich besser meiden sollte. Kann mir jemand von etwas abraten? Dass Ken Follet Bücher generell keine gute Idee sind, habe ich schon herausbekommen. |
|
| Pangloss | AW: Unanständige Bücher | 20.06.2011, 23:21 Uhr |
|
|
Da ich den Begriff "unanständig" auch für recht subjektiv halte, tue ich mich schwer damit, generell einen Roman wegen der einen oder anderen Sex-Szene zu verteufeln. Es gibt natürlich Romane, wo dies zutiefst lästig ist, übertrieben und unnötig (Bsp: Hanjo Lehmann: Die Truhen des Archimboldo), aber es gibt auch Romane, wo es ästhetisch beschrieben wird und durchaus zur Handlung dazu gehört. Die entsprechenden Szenen in den "Toren der Welt" fand ich beispielswiese nicht anstössig, jedenfalls nicht so, dass es mich genötigt hätte, da weiterzublättern. (Das tat ich allerdings bei Lehmann...) Ich finde, Ken Folletts Roman hat andere Schwächen als dieses Szenen. Und wegen einer Szene, die eine oder zwei Seiten lang ist, auf ein ganzes Buch verzichten zu wollen, wenn man es doch überblättern kann und es ja doch wie Mord und Totschlag zum Leben dazugehört, finde ich, ehrlich gesagt, übertrieben. Aber, wie gesagt, das ist meine subjektive Meinung. Ich werde bis auf das o.g. Beispiel von keinem Roman abraten. |
|
| Larna | AW: Unanständige Bücher | 20.06.2011, 23:22 Uhr |
|
|
Hm, magst du generell gar keine Sex-Szenen? Oder sind vereinzelte Szenen, die zurückhaltend geschrieben wurden, o.k.? Ich schreibe hier mal ein paar Autoren auf, die du bedenkenlos lesen kannst, da gibt es keine bzw. kaum Sex-Szenen und wenn, dann sind sie sehr zurückhaltend beschrieben: Charlotte Lyne Kirsten Schützhofer Tereza Vanek Titus Müller Nicolas Remin Das sind die, die mir gerade spontan einfallen, es gibt sicherlich noch mehr. Wenn du NICHT lesen solltest, ist Jean M. Auel, die Sexszenen in den Büchern haben sich gewaschen und sind auch sehr häufig. Dass Ken Follet Bücher generell keine gute Idee sind, habe ich schon herausbekommen. Das würde ich so nicht unterschreiben. Es stimmt schon in "Die Säulen der Erde" und "Die Tore der Welt" geht es recht deftig zu. In "Sturz der Titanen" ist es deutlich gebessert, es gibt auch ein paar Sexsszenen, aber nicht so ausufernd und so häufig. Außerdem hat Follet auch einige Thriller geschrieben, die ich sehr spannend fand. Ist aber nur meine persönliche Meinung. : -) Lieben Gruß Larna "Lieber Orangenhaut als gar kein Profil" (Ina Müller) |
|
| Yolanthe | AW: Unanständige Bücher | 21.06.2011, 00:01 Uhr |
|
|
Ich bin da echt sehr empfindlich, aber ich mag solche Szenen wirklich gar nicht. Klar, überlebe ich es, wenn es nur eine Seite im Buch ist, aber wenn ich so was vorher weiß, würde ich tatsächlich lieber auf das Buch verzichten. Unter zurückhaltenden Sex-Szenen verstehe ich so was wie: - Sie liebten sich. - Sie lagen beieinander. - Sie erfüllte ihre eheliche Pflicht. Damit hätte ich kein Problem, aber wenn es mehr ist, kann es schnell zu viel werden. Danke für die Tipps. Titus Müller hatte ich eh schon mal ins Auge gefasst. Was ist mit Rebecca Gablé? |
|
| Larna | AW: Unanständige Bücher | 21.06.2011, 00:10 Uhr |
|
|
Rebecca Gablé schreibt ohne Frage tolle Bücher, aber es gibt schon einige Szenen, die etwas ausführlicher auf das Thema eingehen als mit den von dir genannten Sätzen. Allerdings habe ich jetzt keine allzu häufige und ausufernde Szenen in Erinnerung. Ich bin da allerdings nicht so empfindlich. Gablés Bücher spielen meistens über mehrere Jahrzehnte, so dass dieses Thema nicht ausbleibt. Wie Pangloss schon schrieb: Es gehört zum Leben dazu. Lieben Gruß Larna "Lieber Orangenhaut als gar kein Profil" (Ina Müller) |
|
| anath | AW: Unanständige Bücher | 21.06.2011, 00:12 Uhr |
|
|
Yolanthe, ich glaube, da wirst du nur wenige Bücher finden, die diesen deinen Ansprüchen gerecht werden. Irgendwie ist es doch nicht erst seit den 60ger Jahren so, daß Sex offen geschildert und nicht mit den von dir genannten drei Sätzen ins Abseits gedrängt wird. Und irgendwie kann es ja auch schön sein....finde ich jedenfalls. Muß sich nur der / die Richtige finden, um drüber zu schreiben. Was wären denn Klassiker wie Balzacs "Tolldreiste Geschichten" oder Boccaccios "Decameron" ohne Sex ?
Vergeben und vergessen ? Ich bin weder Jesus noch habe ich Alzheimer ! |
|
| Larna | AW: Unanständige Bücher | 21.06.2011, 00:20 Uhr |
|
|
Ich finde auch, dass solche Szenen sehr schön geschrieben sein können. Tereza Vanek ist für mich da ein tolles Beispiel. Sie hat mehrere historische Romane geschrieben und zwei davon handeln von lesbischen Beziehungen. Die erotischen Sezenen sind aber sehr dezent beschrieben, sehr einfühlsam und gehen meistens nur so weit, dass man als Leser weiß, was jetzt passiert, aber die genauen Details sind der Phantasie überlassen. Einfach wundervoll! Im übrigen denke ich, dass es tatsächlich schwer fällt, Bücher zu finden, die den Sex ausblenden, er gehört, wie schon gesagt, zum Leben dazu. Vielleicht reine Mord- und Totschlagbücher, aber die werden deinen Geschmack auch nicht treffen. Ich bin da, wie gesagt, nicht so empfindlich, schließlich ist mir das Thema auch aus eigener Erfahrung nicht fremd. Auf allzu detaillierte Szenen kann ich auch verzichten, doch sie dürfen durchaus über die von dir angeführten Sätze hinaus gehen. Lieben Gruß Larna "Lieber Orangenhaut als gar kein Profil" (Ina Müller) |
|
| Yolanthe | AW: Unanständige Bücher | 21.06.2011, 00:27 Uhr |
|
|
Das ist ja schade, dass mir jetzt offensichtlich von fast allen Büchern abgeraten wird. Bisher bin ich eigentlich nicht so oft auf solche Szenen gestoßen. Allerdings habe ich bisher hauptsächlich christliche Bücher gelesen und werde dann wohl erst mal dabei bleiben. Aber ich würde mich trotzdem über weitere Tipps freuen. Im christlichen Genre gibt es nämlich auch nicht unbegrenzt gute Bücher, auf die ich immer Lust habe. Irgendwann werde ich ganz sicher wieder auf Historomane zurückkommen wollen. |
|
| anath | AW: Unanständige Bücher | 21.06.2011, 00:33 Uhr |
|
|
Nun, für meinen persönlichen Geschmack kann es auch zu viel werden, vor allem, wenn es so richtig kitschig wird. Dann fühle ich mich einfach nur noch genervt. Da solltest du z.B. die Bücher von Brenda Joyce meiden, die Dame tut des Guten einfach zuviel (und schreibt auch qualitativ nicht sehr hochwertig ). Aber vielleicht wären ja die Bücher von Ellis Peters was für dich ? Ihre Krimi-Reihe über Bruder Cadfael ist doch sehr schicklich und zurückhaltend in Liebesdingen, zum Schluß gibt's aber (fast) immer ein glückliches Paar. Vergeben und vergessen ? Ich bin weder Jesus noch habe ich Alzheimer ! |
|
| anath | AW: Unanständige Bücher | 21.06.2011, 00:40 Uhr |
|
|
Ach ja, und die Bücher von Philppa Gregory sind dann wohl nicht unbedingt das, was du unter einem "anständigen" Buch verstehst, denn z.B. in "Die Schwester der Königin" und "Das Erbe der Königin" kommt sie ganz gut zur Sache. Das ist aber nicht in allen ihren Büchern so.
Vergeben und vergessen ? Ich bin weder Jesus noch habe ich Alzheimer ! |
|





