Romane » AW: Jugendwahn auch in Büchern? (Seite 2)
| MelanieMetzenthin | AW: Jugendwahn auch in Büchern? | 28.06.2011, 15:13 Uhr |
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Dass im historischen Unterhaltungsroman junge weibliche Heldinnen bevorzugt werden, hat wirtschaftliche Gründe: Figuren, die gut als Projektionsfläche für die Wünsche und Ängste der Hauptzielgruppen taugen, (="Identifikationsfiguren") lassen eher einen guten Abverkauf erwarten. Dann besteht ja für die Alten noch Hoffnung - bei der künftigen Überalterung der Gesellschaft werden wir also bald aufgrund neuer Identifikationswünsche Bücher wie : "Die lustige Witwe im Siechenheim" oder "Der Kampf um den Zahn - wie das Gebiss erfunden wurde" in den Buchhandlungen finden Die Sündenheilerin, Juli 2011 (Piper) |
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| IrisKammerer | AW: Jugendwahn auch in Büchern? | 28.06.2011, 15:22 Uhr |
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Nette Idee - als Satire durchaus denkbar, aber dennoch chancenlos. Das Modell "süße, tolle Heldin" ist gewissermaßen nicht totzukriegen. Denn auch die Älteren unter uns Leserinnen würden doch lieber in ein duftig-süßes Liebesgespinst wegträumen als über Altersgebrechen lesen ... "Und Hochmut ists, wodurch die Engel fielen, Woran der Höllengeist die Menschen fasst." (Friedrich Schiller, Die Jungfrau von Orléans) |
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| olympia | AW: Jugendwahn auch in Büchern? | 28.06.2011, 17:33 Uhr |
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Sicher gibt es - wie auch erwähnt - Bücher mit älteren Protagonisten. Aber in der Regel ist es doch auch realistisch, dass man gerade in jüngeren Jahren noch auf der "Suche" ist Mit 40 hat man (in der Regel) sich schon alles geordnet, ist verheiratet, hat Kinder.... Zwischen 20 und 30 ist für mich das Alter, in dem man kein Teenie mehr ist, aber das Leben eben auch noch nicht so kennt und man sich verliebt und bindet. Dass es immer Ausnahmen gibt ist wohl klar. Protagonisten extrem jung sind, also so 12 bis 17, 18 sind nicht so mein Ding, das gehört eher in Richtung Jugendbuch. Wird aber die Lebensgeschichte eines Menschen erzählt bzw. einige Jahre, so sieht das auch wieder aus, da dieser sich ja dann entwickelt und man ihn begleitet. Auch wenn es früher mit Sicherheit genug Leute gegeben hat die wirklich alt wurden, so ist es dennoch bewiesen, dass die Leute im Schnitt weit nicht so alt wurden wie heute. Sogar in den letzten 30 Jahren hat sich dies noch um einiges geändert. Früher wurden die Menschen alt die - wie schon gesagt wurde - keine schwere körperlich Arbeit verrichten mussten, aber (und das vor allem!), wenn sie gesund blieben! Oft war schon eine kleine Infektion das Todesurteil. Je weiter die Medizin fortschritt, desto höher wurde das Durchschnittsalter. Es gibt aber schon Bücher, in denen ich die etwas Älteren wirklich liebe und das sind die Figuren von Ingrid Noll... Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Jeder meint, dass er genug davon hat. R. Descartes |
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