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Restitutus Lesung von Cornelius Hartz (Excrucior) 07.06.2009, 18:25 Uhr
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Ich war gestern Abend bei Cornelius Hartz' Lesung im Mainzer "Museum für Römische Schiffahrt" (mit 2 f) dabei. Ein sehr schönes Ambiente, leider für den Autor ungünstig, da das Museum voller Besucher war, die nicht an der Lesung teilnahmen, so dass der Geräuschpegel entsprechend ausfiel. Da ich in der ersten Reihe saß, fiel das für mich nicht allzu sehr ins Gewicht, aber gerade bei der Fragerunde war der Verlust an Verständlichkeit dann doch stark bemerkbar. Zum Glück gab es eine Lautsprecheranlage, die auch überwältigende Rückkopplungen produzieren konnte, so dass es (unabsichtlich) möglich war, gelegentlich das Laufpublikum zur Ordnung zu rufen.

Die Lesung wurde eingeleitet von Prof. Dr. Blänsdorf von der Klassischen Philologie an der Uni Mainz, der zur Einordnung des Genres Historischer Roman und zu seiner frühen Geschichte sprach, welche er bis auf Xenophons Kyros-Roman zurückführte. Cornelius Hartz las danach zwei längere Passagen aus "Excrucior". Da wir in einem Schifffahrtsmuseum waren, bot sich natürlich das Kapitel über die Schiffsreise an: Mein Kompliment an den Autor, der sehr professionell und mitreißend vorlesen kann (was nicht jedem gegeben ist, dessen Lesungen ich schon besucht habe), die Dialoge mit verteilten Rollen sprach und die Pointen beim Vortrag stimmlich zuzuspitzen wusste. Bei den nautischen Passagen kam gelegentlich ein leichter Käptn-Blaubär-Akzent durch, was nicht überrascht, denn Cornelius Hartz stammt aus Schleswig-Holstein. Unter den Trommelschlägen des Schlagmanns nahm er uns mit bis nach Alexandria, während die Schautafeln an dem hinter seinem Rücken aufgestellten Schiffsnachbau darüber aufklärten, dass es Trommler auf römischen Schiffen gar nicht gab (Prof. Blänsdorf bedauerte anschließend, dass die Beschreibung Alexandrias selbst, die ihn sehr beeindruckt hatte, aus dem Ausschnitt entfiel). Bei der anschließenden Fragestunde ging es dann weniger um den Roman als um das Leben Catulls und die (spärlichen) Belege für seine Biographie.

Ich unterhielt mich anschließend noch ein wenig mit dem Autor und etwas mehr mit Prof. Blänsdorf, der freundlich meine Betonung gewisser lateinischer Vokabeln korrigierte. Er gab mir eine generelle Empfehlung an Autoren historischer Romane mit auf den Weg: Man möge doch bei der Namensvergabe Sorgfalt walten lassen! In vielen Romanen stoße er auf Eigennamen der Figuren, die zeitlich oder sprachlich überhaupt nicht passten, was ihm als Philologen den Lesespaß verleide.
Ein Rat, den wir uns alle hinter die Ohren schreiben sollten?

Ad Astra,

Resti


"Bei schriftstellerischen Arbeiten erholt man sich nicht, das kann ich Dir aus zehnjähriger Erfahrung für gewiß versichern, und bei Lieblingsarbeiten verdient man wenig." - Friedrich von Schiller an Christian Gottfried Körner, 4.10.1792

 
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