Rund ums Genre Historischer Roman » AW: Ghostwriter in der Literatur (Seite 2)
| Restitutus | AW: Ghostwriter in der Literatur | 19.05.2009, 22:11 Uhr |
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@Tringin: Danksagung??? Was ist das? Wenn sie keine Fehler finden, die sie dir ankreiden können, dann ist das Danksagung. Auch im hochwertigen belletristischen Bereich sind die Ghostwriter gar nicht selten. Ein typisches Beispiel ist die Nachbearbeitung des "Silmarillion" durch Tolkiens Sohn, die auf dem Cover bis heute nur mit dem Namen des Vaters beworben wird. Auch hier ist offensichtlich der Autor selbst inzwischen die Marke. ------------------ "If I was forty years younger, still in my twenties, and if I was afflicted by that absurd ambition to write books for a living, I hope I would have enough good sense to realise that the only practical way forward would be to become a ghostwriter." (grumpyoldbookman.blogspot.com/ 2006/ 06/ ghostwriting-for-beginners.html) "Bei schriftstellerischen Arbeiten erholt man sich nicht, das kann ich Dir aus zehnjähriger Erfahrung für gewiß versichern, und bei Lieblingsarbeiten verdient man wenig." - Friedrich von Schiller an Christian Gottfried Körner, 4.10.1792 |
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| Larna | AW: Ghostwriter in der Literatur | 19.05.2009, 22:44 Uhr |
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@Tringin Natürlich fließt viel persönliches vom Autor ein, wenn dieser aber die ganze Vorarbeit leistet (z.B.) Recherche und auch die kreativen Ideen hat, das Ganze nur nicht richtig formulieren kann, finde ich es eigentlich nicht schlimm, wenn ihm ein Ghostwriter unter die Arme greift. Vielleicht wären sonst einige tolle Bücher nicht geschrieben worden. Natürlich wäre es schön, wenn der Ghostwriter irgendwo erwähnt wird. Jetzt ist die Frage: Von wem steckt mehr in einem Buch, von demjenigen, der die Idee hatte, das Ganze durchplant, die Recherchearbeit macht oder von demjenigen, der die "Skizzendarstellung" nach Wunsch ausformuliert. @Resti Wenn du nur die Software kriegst und das Ganze dann selber "durchklicken" musst, bist du dann auch haftbar für eventuelle Fehler, die sich einschleichen, weil du das Produkt ja nicht so gut kennst (kennen kannst) wie der Entwickler selber? Bzw. wird das Endwerk dann nochmal auf Fehler vom Entwickler durchgeschaut? Lieben Gruß Larna "Lieber Orangenhaut als gar kein Profil" (Ina Müller) |
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| Restitutus | AW: Ghostwriter in der Literatur | 20.05.2009, 09:13 Uhr |
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@Larna: Ghostwriting: Allgemein lässt sich diese Frage sicher nicht beantworten, da beim Ghostwriting das ganze Spektrum abgedeckt wird von enger Zusammenarbeit mit dem Ideengeber wie bei Charlie bis zu völlig freiem Schreiben "im Stil des Auftraggebers" (ob der nochmal einen Blick draufwirft oder nicht). Im allgemeinen ist es aber gerade der Sinn des Ghostwritings, dass der Ghostwriter ungenannt bleibt; das hat sich, siehe Tom Clancy, mittlerweile zum Glück ein wenig geändert. Offenbar haben die Verlage inzwischen gemerkt, dass es den Verkaufszahlen keinen Abbruch tut, wenn man das Ghostwriting zugibt. Natürlich kann man den Verlagen nun vorwerfen, dass Ghostwriting ein kommerzieller Trick sei, um einen bekannten Autorennamen in Umlauf zu halten. Und oft ist das auch tatsächlich so. Es gibt aber auch viele andere Gründe für das Anstellen eines Ghostwriters; in meinem konkreten Fall, den ich ruhig nennen darf, waren das zum Beispiel gesundheitliche Einschränkungen der ursprünglichen Autoren. Daran sehe ich nun wirklich nichts Ehrenrühriges. Zur Dokumentation: Beweise erst mal, dass der Entwickler das Produkt kennt. Zum Glück ist immer ein Mitprüfgang vorgesehen, das heißt, dass der Auftraggeber den kompletten Text prüft und gefundene Fehler zur Beseitigung mitteilt. Abschließend bekomme ich von ihm eine schriftliche Freigabe, die mich gegen Haftungen rechtlich absichert - d. h. der Auftraggeber teilt mir mit, der Text sei aus seiner Sicht in Ordnung. Was der Mitprüfung entgangen ist, liegt nun in der Verantwortung der Abnehmer, obwohl die gerne dazu neigen, die finanzielle auf uns Ghostwriter abzuschieben ("IHR seid doch die Fachleute, IHR hättet das merken müssen!"). Wie so eine Mitprüfung aber in der Praxis gelegentlich aussieht, will ich lieber nicht öffentlich herumerzählen. Ad Astra, Resti "Bei schriftstellerischen Arbeiten erholt man sich nicht, das kann ich Dir aus zehnjähriger Erfahrung für gewiß versichern, und bei Lieblingsarbeiten verdient man wenig." - Friedrich von Schiller an Christian Gottfried Körner, 4.10.1792 |
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