Rund ums Genre Historischer Roman » AW: Wieder Buchpreisbindung... (Seite 2)
| KatharinaHisto | AW: Wieder Buchpreisbindung... | 07.06.2009, 07:59 Uhr |
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@ Vito Ist ja kein Problem, ich wollte das Ganze nur ungern so im Raum stehen lassen Üblicherweise ist es in den Normverträgen so, dass die Autoren sämtliche Rechte an ihren Werken an den Verlag verkaufen. (Dh. Veröffentlichung, Vervielfältigung, Verbreitung usw.). In manchen Verträgen werden einige Rechte explizit ausgeklammert (z. B. Filmrechte oder Rechte für Hörbücher, digitale Medien etc.), in einigen werden alle Rechte "auf einmal" als Paket verkauft. Der Autor versucht natürlich, so viele Rechte wie möglich zu behalten, evt. mit Hilfe eines Literaturagenten. Und der Verlag versucht, so viele Rechte wie möglich zu bekommen. Es gibt auch einen Normvertrag vom Börsenverein, auf den sich viele Verlage stützen. Können sie, müssen sie aber nicht! Ist leider nicht frei zugänglich. Einen Verlagsvertrag findest du z. B. hier, ich weiß allerdings nicht genau, wie viele Klauseln dem Normvertrag entsprechen, da ich sie auch nicht alle im Kopf habe: freenet-homepage.de/ rlw-verlag/ Verlagsvertrag.html. So etwa muss man sich das vorstellen. Übrigens gibt es auch eine sog. "Bestseller-Klausel": Die besagt, dass ein Autor nachhonoriert werden muss, wenn sein Buch sich als Verkaufsschlager herausstellt (nach genauen Regeln). Der Autor ist also auch in diesem Fall nicht gelackmeiert, da er diesen Anspruch ggf. ausspielen kann. |
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| Restitutus | AW: Wieder Buchpreisbindung... | 07.06.2009, 17:57 Uhr |
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Und ich will noch hinzufügen, dass der Autor nicht notwendigerweise nur am Buch verdient, sondern z. B. auch an den Lesungen. Da sind die Sätze schon ganz ordentlich: Selbst für unbekannte Autoren gibt es eine Richtempfehlung von 250 Euro pro Abend, für Bestsellerautoren liegen sie entsprechend höher. Wenn man das einmal die Woche hinkriegt... Katharina, gibt es auch eine "Krabbeltisch-Klausel" für die armen Seelchen, die bei Joker verramscht werden? Ad Astra, Resti "Bei schriftstellerischen Arbeiten erholt man sich nicht, das kann ich Dir aus zehnjähriger Erfahrung für gewiß versichern, und bei Lieblingsarbeiten verdient man wenig." - Friedrich von Schiller an Christian Gottfried Körner, 4.10.1792 |
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| KatharinaHisto | AW: Wieder Buchpreisbindung... | 07.06.2009, 19:39 Uhr |
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@ Resti Ja, sowas gibt es tatsächlich. Es nennt sich "Verramschen" und wenn der Verlag das machen möchte, muss er es auch in den Vertrag schreiben. Im Normvertrag ist es § 10 "Verramschung, Makulierung". Verlage können verramschen, wenn es im Vertrag steht. Der Autor muss nach seinen im Vertrag geregelten Honorarsätzen an den Ramschverkäufen beteiligt sein. Wenn sich die Bücher trotz Verramschung nicht verkaufen lassen, kann der Verlag die Restauflage makulieren (dh. Schredder Bevor verramscht oder makuliert wird, muss der Autor informiert werden (nicht um Erlaubnis gebeten werden, nur informiert). Er muss die Möglichkeit haben, die Restauflage selbst zum Ramschpreis zu kaufen (abzüglich seines eigenen Honorars natürlich *g*) oder - wenn der Verlag eine Makulierung plant - kostenlos abzunehmen, ganz oder teilweise. So steht es im Normvertrag, ansonsten sind einzelvertragliche Regelungen u. U. anders. Mein Lehrverlag hat z. B. überhaupt nicht verramscht, das gehörte zur Verlagspolitik. Dh. die Restauflagen wurden geschreddert, nicht verkauft. Übrigens kann ich allen, die sich für Verlagswesen und Buchhandel interessieren und auch allen Autoren hier folgendes Buch empfehlen, es gilt quasi als Bibel für alle Azubis im Buchhandel (wobei ich bei Buchhandel herstellenden Buchhandel (also Verlage) und verbreitenden Buchhandel (also Buchhandlungen) meine): Wirtschaftsunternehmen Verlag (von Thomas Breyer-Mayländer) ISBN 978-3-934054-21-9, Bramann Verlag |
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| Restitutus | AW: Wieder Buchpreisbindung... | 07.06.2009, 22:57 Uhr |
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Die Restauflage zu kaufen? Den Autor möchte ich sehen, der sich tausendmal sein eigenes Buch ins Regal stellt. "Bei schriftstellerischen Arbeiten erholt man sich nicht, das kann ich Dir aus zehnjähriger Erfahrung für gewiß versichern, und bei Lieblingsarbeiten verdient man wenig." - Friedrich von Schiller an Christian Gottfried Körner, 4.10.1792 |
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| Karinlinda | AW: Wieder Buchpreisbindung... | 08.06.2009, 01:00 Uhr |
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Interessante Diskussion. Seitdem ich in Kanada lebe, würde ich nicht mehr den vollen Preis für ein Buch zahlen wollen. Meist schaue ich bei amazon nach, die sind die Preise niedriger, selbst wenn noch Porto dazu kommt (was in Nordamerika sehr teuer ist wegen den Entfernungen) und dann schaue ich auch beim sony ebook shop nach oder andern ähnlichen shops. Somit kann man fürs gleiche Geld mehr Bücher kaufen. Es hat mich sehr gewundert, dass die Preise für ebooks aus DE genauso teuer sind, wie das gedruckte Buch. Das habe ich überhaupt nicht erwartet - ich dachte schon ich kann mir die neuesten Titel aus DE bequem per Internet als ebook kaufen. Wenn die Preise allerdings so hoch sind, darf sich niemand wundern, wenn Kaufgemeinschaften gebildet werden und untereinander getauscht wird. Ich verstehe allerdings auch die Seite der Autoren, die ja offensichtlich sehr wenig verdienen. Ich glaube die Zukunft wird dahin gehen, dass man sich ein Buch on demand kauft zum fairen Preis für beide Seiten und nichts mehr gedruckt wird; ist ja auch umweltfreundlicher als jeden Tag Unmengen an Papier für Zeitung usw. zu verschwenden. |
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| toma | AW: Wieder Buchpreisbindung... | 08.06.2009, 06:27 Uhr |
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DAS werde ich HOFFENTLICH nicht mehr erleben Ich habe in über 50 Jahren TAUSENDE von Büchern in HÄNDEN gehalten, gefühlt, gerochen, gestreichelt, das Cover ANGEGUCKT und möchte DAS nicht missen. Ich lese ziemlich viel am PC, bei Wikipedia z.B. ... beruflich habe ich nichts damit zu tun ... aber das ist kein Vergleich mit einem RICHTIGEN Buch. |
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| KatharinaHisto | AW: Wieder Buchpreisbindung... | 08.06.2009, 07:43 Uhr |
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Ich finde es doch immer wieder erstaunliche, dass ausgerechnet Bücherfreunde sich gegen die Buchpreisbindung und für billigere Bücher aussprechen. Zwar kann ich verstehen, dass Vielleser mehr Bücher für weniger Geld haben wollen. Aber solange es Tauschbörsen und Co. gibt, weshalb da jedes einzelne Buch kaufen? Machen Vielleser doch sowieso nicht; es sei denn, sie haben ausreichend "Kleingeld". Gerade Vielleser, auch hier im Forum, suchen immer nach den "Perlen" jenseits der Massenware. Wenn es keine Buchpreisbindung mehr gäbe, würden diese "Perlen" gar nicht mehr produziert werden können, da sie einfach von zu wenigen Menschen gelesen und somit gekauft würden. Weiterhin würden schnell viele, viele kleine Buchhandlungen verschwinden und außer Thalia und Bertelsmann (und einigen wenigen weiteren Großbuchhandlungen) gäbe es kaum noch Buchhandlungen. Großstädtern mag das egal sein, aber auf dem Land würde man so gut wie keine Buchhandlungen mehr antreffen. Außerdem schätzt der ein oder andere vielleicht die Persönlichkeit und "Intimität" seiner "kleinen Buchhandlung um die Ecke", das wäre passé. @KarinLinda Die ganze eBook-Story ist noch im Entstehen begriffen. Da musst du noch etwas Geduld haben. Die Verlage haben in der Vermarktung von eBooks bisher kaum Erfahrungswerte, an die sie sich halten können und wollen nichts überstürzen. Es ist doch verständlich, dass die Verlage ihre eBooks nicht für super-billig verkaufen wollen, da die eBooks wahrscheinlich ohnehin weitergegeben werden ohne Ende (jeder Kopierschutz ist knackbar); unter dem Aspekt könnten, siehe oben, sämtliche kleinere und Kleinstverlage ebenso sehr schnell dicht machen. Aber wie gesagt; die Preise werden noch fallen, das dauert nur noch. In Deutschland ist die bisherige Nachfrage nach eBooks bisher so gering, dass die Verlage eigentlich, was ich auch verstehe, eher ein wenig genervt sind, dass sie sich mit der Thematik beschäftigen müssen, da mit eBooks derzeit noch so gut wie kein Geld verdient wird, weil es einfach auch noch keine massenkompatiblen (dh. auch erschwinglichen) Lesegeräte für eBooks gibt. Und solange diese die Nachfrage nicht steigern, werden die Verlage m. E. so wenig Energie wie nötig in dieses Thema investieren. Aber es gibt durchaus große Diskussionen ums eBooks, wie man unter www.boersenblatt.net nachlesen kann. |
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| Restitutus | AW: Wieder Buchpreisbindung... | 08.06.2009, 08:26 Uhr |
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Es gibt nicht nur Tauschbörsen und ähnlich "zwielichtige" Organisationen, Katharina. Ich habe im Rhein-Main-Gebiet eine große Zahl von Stadtbibliotheken, aus denen ich mir völlig legal und legitim Aktuelles holen kann (gerade z. B. habe ich endlich das Erlkönig-Manöver ergattert und lese es mit großem Vergnügen). Das müssten wir im Interesse von Autoren und kleinen Buchhändlern dann eigentlich auch verbieten. Genau so wie den Weiterverkauf gelesener Bücher auf Flohmärkten, das Ausleihen und Verschenken in der Familie usw. (Hmmm - versiegelte Bücher mit integriertem Mikroscanner im Einband? Öffnet sich nur bei korrektem Fingerabdruck?) Die "Perlen" sind meines Erachtens aber kein glaubwürdiges Argument für die Buchpreisbindung, da sie selbst jetzt, da wir die Bindung haben, ohnehin durch die schiere Marketingpower von Dan Brown, Joanne Rowling & Co. vom Markt gefegt bzw. von unwissenden bis skeptischen Buchhändlern gar nicht erst ins Programm genommen werden. Hier dominieren andere Faktoren als der Preis. Das Argument mit Herstellungs- und Lagerhaltungskosten für den Verlag ist für mich nachvollziehbar. Aber wodurch ist es eigentlich gerechtfertigt, dass der Händler, der an der Herstellung überhaupt nicht beteiligt ist, vier- bis fünfmal mehr an einem Buch verdienen darf als der Autor? "Bei schriftstellerischen Arbeiten erholt man sich nicht, das kann ich Dir aus zehnjähriger Erfahrung für gewiß versichern, und bei Lieblingsarbeiten verdient man wenig." - Friedrich von Schiller an Christian Gottfried Körner, 4.10.1792 |
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| KatharinaHisto | AW: Wieder Buchpreisbindung... | 08.06.2009, 08:57 Uhr |
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@Resti Die Intention für das Schreiben deines ersten Absatzes ist mir unklar. Zum 2. Absatz: Wenn ein Buchhändler sich ein Buch nicht ins Regal stellt, kannst du es trotzdem bestellen und hast es einen Tag später in der Hand, abgesehen von den ganzen Online-Buchhandlungen, in denen du fast alle lieferbaren Titel innerhalb kürzester Zeit kaufen kannst. Ohne Buchpreisbindung würden die Perlen aber gar nicht mehr PRODUZIERT werden, ergo könnte niemand sie kaufen. Und kleine, feine Buchhandlungen "an der Ecke" gibt es durchaus noch, die fernab der großen Marketing-Kampagnen bestellen und sich sogar noch Gedichtbände (!) ins Regal stellen. Du vergisst, dass der Händler auch jede Menge Kosten hat. Der Autor hingegen hat m. E. keine großen Kosten, außer vielleicht etwas Strom und ... Schweiß? Papier evt. noch? Aber das ist von den Dimensionen her wohl kaum vergleichbar mit den Kosten von Verlagen und Buchhandlungen. Und wie gesagt: "Verdienen" muss eingegrenzt werden, da man vom Umsatz die Kosten abziehen muss und unterm Strich, du kannst jeden Buchhändler fragen, verdienen Buchhändler mit dem Verkauf von BÜCHERN unheimlich wenig ... ich bin da selbst immer erstaunt. Ergo ist das Herstellen und Verkaufen von Büchern für keine Seite wirklich besonders lukrativ |
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| Vito | AW: Wieder Buchpreisbindung... | 08.06.2009, 09:27 Uhr |
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Was das E-Book Thema angeht so wäre ich froh wenn meine Kinder einen erschwinglichen E-Bookreader , mit den entsprechenden Schulbüchern hätten . Der Schulranzen wiegt an manchen Tagen locker 10-15 KG ! Nur mal so nebenbei . Warum sollen die Verlage die Ersparnisse die sie haben (Wegfall der Druck/Materialkosten) nicht an die Leser/Autoren weiter geben . Was für Unkosten macht ein Buch das für den Druck doch sowieso digitalisiert wird ? Klar das die Verlage es gern hätten wenn die Preise für digitale Bücher genauso hoch wären wie für gedruckte Der Kopierschutz ist natürlich ein Problem . Gerade für Texte.... Letzes Jahr hab ich auf einem Flohmarkt die kompletten Perry Rhodan Hefte 1-2200 auf ner simplen CD zum verkauf gesehen . 40 Jahre Arbeit vieler Autorenfür ein paar Euro .... Da macht man sich schon seine Gedanken..... |
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