Rund ums Genre Historischer Roman » AW: Covergestaltung und Klappentexte (Seite 5)
| Lobo | AW: Covergestaltung und Klappentexte | 05.01.2010, 19:17 Uhr |
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Das Buch hätte aber auch gar nicht in die Kategorie gepasst habe es bis dato aber erst bis zur Hälfte gelesen Das stimmt, tweedie. Aber selbst, als ich ein paar Vorschläge in Richtung Illustrationen aus dem 11. Jh. gemacht habe, wurde mir gesagt, diesmal wollten sie etwas ganz anderes, was nicht nach dem üblichem HR aussieht. Ich war zuerst etwas nervös, ich gebe es zu, aber als ich den Agenturvorschlag sah, war ich auch begeistert. LG Ulf Der Bastard von Tolosa, Droemer 2009 Homepage: www.ulfschiewe.de Mein Blog: http://ulfschiewe.wordpress.com |
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| lesemoni | AW: Covergestaltung und Klappentexte | 05.01.2010, 19:43 Uhr |
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ich finde es schön wenn auf den Covern Gegenstände o.ä. zu sehen sind die im Buch eine Rolle spielen wie bei Ulfs Buch der Siegelring oder bei Martinas Teufelshure der Rabe und das Amulett Ein Leben ohne Liebe ist wie ein Buch ohne Inhalt |
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| Larna | AW: Covergestaltung und Klappentexte | 05.01.2010, 20:15 Uhr |
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Und es wurde in der Diskussion hier auch schon erwähnt, dass ja die Bücher mit "angeschnittenen Frauenköpfen" tatsächlich meist der "leichten Kost" angehören. Daraus würde ich allerdings nicht nur folgern, dass der Verlag sich bei leichter Kost keine Mühe gibt (wieso auch?), sondern, dass es auch darum geht, dem Leser bereits durch das Cover zu verdeutlichen, womit er es hier zu tun hat. Die meisten Leser, die sich für Iny Lorentz begeistern, werden nicht enttäuscht sein, wenn sie zu einem Buch mit ähnlichem Cover, z.B. von Sabine Ebert, greifen. Es geht eben auch darum, dem Leser die Orientierung zu erleichtern. Es gibt aber auch Bücher, die so eine Frauengestalt auf dem Cover haben und überhaupt nicht "leichte" Kost sind. Z.B. Die Kapelle der Glasmaler" von Kirsten Schützhofer. Ein tolles Buch, das sich wohltuend abhebt aus dem ganzen Einerlei. So etwas geht dann aber leider unter: Die einen meiden es wegen des Covers, die anderen kaufen es voller Erwartung und werden evtl. enttäuscht. Lieben Gruß Larna "Lieber Orangenhaut als gar kein Profil" (Ina Müller) |
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| toma | AW: Covergestaltung und Klappentexte | 05.01.2010, 20:43 Uhr |
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@Larna Da sagst Du was ... ICH habe mich darüber geärgert, dass weder der NEUE Titel "die Tochter des Advokaten", noch der Klappentext zu Kirstens Buch "die Farbe der Revolution" passen. DADURCH wurden nämlich Leser dazu "verleitet", leichte Kost zu erwarten und waren... wie manche Kritiken zeigen ... enttäuscht, weil es keine seichte Liebesgeschichte war. Ich habe zum Glück HIER gelesen, dass sich das Buch wirklich lohnt. Es war eins meiner Highlights 2008. |
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| IrisKammerer | AW: Covergestaltung und Klappentexte | 06.01.2010, 10:08 Uhr |
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Hallo, ihr Lieben! ich gehöre zu den wenigen Glücklichen, die sich über die Einbandgestaltung nie beschweren konnten -- im Gegenteil. Beim "Pfaffenkönig" hätte ich mir zwar weniger martialische Motive gewünscht und einen stärkeren Bezug zum Inhalt, aber das ist nun einmal grundsätzlich nicht drin. Verlage sind Wirtschaftsunternehmen. Wenn sie nicht erfolgreich wirtschaften, dann können sie gar keine Bücher mehr publizieren. Und wenn sie auch Titel produzieren wollen, die nicht 08/15-Mainstream sind, was geschäftlich nun einmal vergleichsweise riskant zu sein scheint, dann muss das Geschäft erst einmal grundsätzlich laufen - mit bewährten Autorennamen und bewährten Strickmustern. Da die Diskussion auch in einem anderen Forum gerade läuft, zitiere ich mich einfach mal selbst: Ursache für die "gleichgeschaltete Aufmachung" ist eine Binsenweisheit der Betriebswirtschaft, nämlich der 80/20-Regel, die besagt: "80% meines Geschäfts mache ich mit 20% meiner Kunden." Deshalb wird das Marketing grundsätzlich zunächst einmal auf diese 20%, d.i. die größte anzunehmende Konsumentengruppe, zugeschnitten, ganz egal ob das dem einzelnen Produkt gerecht wird oder nicht. Die Programme der großen Publikumsverlage haben eine enorme Bandbreite an Titeln. Es ist finanziell nicht darstellbar, für jeden Titel eine eigene Vermarktungsstrategie zu entwickeln; das lohnt sich nur bei den wenigen Spitzentiteln. Deshalb werden alle anderen pro Genre eigentlich mit demselben Vermarktungsschema angeboten -- angefangen vom Titel über das Cover bis hin zu Werbetexten etc. Das mag unsereins als Trittbrettfahrerei empfinden, aber es verspricht einen ausreichenden Ertrag bei verhältnismäßig geringem Aufwand. Standardisierung spart nun einmal Kosten. Bei einzelnen Positionierungen werden Ausnahmen gemacht, aber bestimmte, für das grundsätzliche Vermarktungsschema besonders wichtige Versatzstücke *müssen* benutzt werden, auch wenn sie für den betreffenden Einzeltitel absolut nicht zutreffen. Beim Thriller sind das meist der perverse Serienkiller und der/die traumatisierte Ermittler/in, beim HR es die allerorten auftretende tolle Frau und eine leidenschaftliche Liebe usw. Das ist keine Kritik! In der Vorgehensweise unterscheidet das Verlagswesen sich von keiner anderen Wirtschaftsbranche. Vermarktung ist grundsätzlich reaktiv, da sie sich an Erfahrungswerten misst: Solange die größte anzunehmende Konsumentengruppe (besagte 20%) danach fragt, geht das so weiter -- ändern sich erkennbar die Wünsche, werden wie überall die Vermarktungsschemata angepasst. Man kann es den Verlagen doch nicht verübeln, sich grundsätzlich wirtschaftlich zu verhalten; denn sonst könnten sie die Perlen bald auch nicht mehr herausgeben. Allerdings stimme ich völlig zu, dass es sicherlich kein Schaden, sondern im Gegenteil auch ökonomisch klug wäre, keinen einzigen Titel als Mogelpackung anzupreisen, nur weil diese Verpackung bei den besagten 20% flutscht. Die anderen 80% mehrheitlich zu verprellen, macht wirtschaftlich ebenso wenig Sinn. Soweit das Zitat. Zu den Bildern ist zu sagen, dass viele Verlagen Werbeagenturen mit der Einbandgestaltung beauftragen. Diese Agenturen haben für den Bereich grafische Gestaltung Nutzungsverträge bei großen Bildagenturen (Getty Images u.a.) abgeschlossen; d.h. sie können auf ein riesiges Repertoire von Bildern zurückgreifen. Wichtig ist immer, dass der Erkennungswert der Gestaltung sehr hoch ist. Der Inhalt des Buches ist für die Gestaltung absolut irrelevant, dazu reichen den Agenturen ein paar Informationen, die den Klappentext kaum überschreiten. Das Gros der Titel wird nach Genrevorgaben gestaltet, und da sind die Möglichkeiten begrenzt, weil der Erkennungswert sehr hoch angesetzt wird. Die angepeilte Zielgruppe soll wissen was sie erwartet: z.B. tolle Frau, Liebe, Sex und ein bisschen Blut und Gefahr. Deshalb zitieren die Cover absichtlich Motive erfolgreicher Titel aus demselben Genre. Das Reservoir an Bildern ist gigantisch -- aber es lohnt sich nicht, das zu nutzen, weil sich das nicht im Verkaufserfolg der Bücher spiegelt. Solange die Glutaugendekolletés in großen Mengen ungeprüft vom Stapel gekauft werden, weil sie Bestsellertiteln ähneln, wird das so bleiben. Und wie wir alle wissen, ist das Kopieren von Marken auch bei Diskountern eine sehr erfolgreiche Methode. Was die Dame aus Pompeji angeht: Dass es den Herrn Möhn ärgert, sie immer wieder im Netz auftauchen zu sehen (vor allem, wenn sie gelb koloriert wird), wundert hier sicher auch niemanden. "Und Hochmut ists, wodurch die Engel fielen, Woran der Höllengeist die Menschen fasst." (Friedrich Schiller, Die Jungfrau von Orléans) |
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| Lobo | AW: Covergestaltung und Klappentexte | 06.01.2010, 10:43 Uhr |
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Hallo Iris, ich mag deine Dame aus Pompeji! LG Ulf Der Bastard von Tolosa, Droemer 2009 Homepage: www.ulfschiewe.de Mein Blog: http://ulfschiewe.wordpress.com |
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| Lexa | AW: Covergestaltung und Klappentexte | 06.01.2010, 11:33 Uhr |
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Und ich mag das Cover vom Pfaffenkönig, den ich gerade lese Liebe Grüße Lexa Lieber barfuß als ohne Buch |
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| IrisKammerer | AW: Covergestaltung und Klappentexte | 06.01.2010, 12:01 Uhr |
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Hallo, Ulf und Lexa! Die (vermeintliche) Sappho liebe ich sehr, schließlich habe ich über Sappho bzw. über das, was man im Laufe der Geschichte über sie dachte, meine Magisterarbeit geschrieben. Und auch das "Pfaffenkönig"-Cover mag ich, da das Motiv zur Zeit passt. Da stand mir wohl nur mein Wissen im Weg, denn die Darstellung stammt aus der "Kreuzfahrerbibel", und Heinrich Raspe war nie ein Kreuzfahrer. "Und Hochmut ists, wodurch die Engel fielen, Woran der Höllengeist die Menschen fasst." (Friedrich Schiller, Die Jungfrau von Orléans) |
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| toma | AW: Covergestaltung und Klappentexte | 06.01.2010, 12:40 Uhr |
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Aber immerhin sein Bruder, der auf dem Weg ins Heilige Land starb Zu erwarten, dass ein Cover auch tatsächlich die historische Hauptperson zeigt, wäre ja wirklich "vermessen" und ginge mangels Material auch oft gar nicht ... aber ich freue mich immer, wenn das Bild wenigstens in die ZEIT passt, in der die Handlung spielt. Ich erinnere hier an das Cover von "die hässliche Herzogin" von Lion Feuchtwanger, das eine Dame des Barock zeigt, und DIE hat gut 400 Jahre später gelebt, als "die Maultasch" |
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| Keera | AW: Covergestaltung und Klappentexte | 08.01.2010, 20:18 Uhr |
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Ich finde es schon schade, wenn ein sexy Weibchen oder ein knackiger Muskeltyp seichte Kost suggeriert, wenn was anderes im Buch ist, noch viel schlimmer finde ich aber, wenn der Klappentext völlig "daneben" ist. Beim "Pfaffenkönig" hatte ich übrigens aufgrund des Klappentextes eine völlig falsche Erwartung. Ähnlich ging es mir bei "Tender Bar", hier aber eher wegen der zitierten Kritiken, die zum Teil ziemlich daneben waren. Fast hätte ich das Buch deshalb nicht gelesen. Und das wäre schade gewesen! keera |
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