Rund ums Genre Historischer Roman » AW: Covergestaltung und Klappentexte (Seite 6)
| maupe | AW: Covergestaltung und Klappentexte | 08.01.2010, 21:17 Uhr |
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Wenn die Verlage die Kosten ansprechen für eine Covergestaltung, dann drängt sich mir die Frage auf, warum denn immer unbedingt ein extra Cover für den deutschen Markt entworfen werden muss? Schlimmstes Beispiel für mich (und fällt mir jetzt nur als erstes ein, es gibt aber sicher noch mehr) ist die Erstauflage von Bernard Cornwells "Sharpe" Büchern. Die Cover waren zum Davonlaufen. Jetzt in der Neuauflage werden die englischen Cover 1:1 genutzt. Und wenn ich mir englische und amerikanische Cover ansehe (und oft erscheinen die Bücher ja zuerst dort), fällt mir nicht unbedingt bei allen ein Grund ein, warum es nicht genutzt wird. Und zu dem Punkt halbe Frauen usw, es soll dem kaufinteressierten suchendem Leser sicher sofort signalisieren: Hey, hallo ich bin so ähnlich wie XX - Kauf mich! Ich gefalle dir sicher! Die einen werden sofort abgeschreckt (gleich den warnenden Signalfarben einiger Tierchen Aber wie schon einige erwähnten, inzwischen sucht und stöbert man andernorts und sieht weniger nach dem Cover. |
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| IrisKammerer | AW: Covergestaltung und Klappentexte | 09.01.2010, 17:42 Uhr |
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Hallo, Keera! Zitat: "Beim "Pfaffenkönig" hatte ich übrigens aufgrund des Klappentextes eine völlig falsche Erwartung." Sicherlich aufgrund der unvermeidlichen Elemente, die ein HR-Klappentext derzeit aufweisen muss. Letztendlich ist der Text (wie so viele andere Klappentexte auch) ein Kompromiss zwischen den Genrezwängen und dem Inhalt des Romans. "Und Hochmut ists, wodurch die Engel fielen, Woran der Höllengeist die Menschen fasst." (Friedrich Schiller, Die Jungfrau von Orléans) |
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| Keera | AW: Covergestaltung und Klappentexte | 17.01.2010, 18:15 Uhr |
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Hallo Iris, ich war die ganze Zeit nicht auf der couch, weil ich im Moment auf der Arbeit meine Statistik von 2009 machen muss und abends den Computer "satt" habe. Deshalb erst jetzt meine Antwort: Ich hatte aufgrund des Klappentextes die Erwartung, dass die spätere Hl. Elisabeth eine größere Rolle in dem Buch spielen würde. Vielleicht lag das aber auch an mir selber, weil mich diese Frau, bzw. wie diese Frau dargestellt wird, besonders interessierte. So habe ich, ganz im Sinne des Verlages, auf ihre Erwähnung im Klappentext reagiert. Ich bedaure aber nicht, dass ich das Buchgelesen habe! keera |
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| schwarzer_Teja | AW: Covergestaltung und Klappentexte | 12.03.2010, 07:10 Uhr |
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Wenn bei einem Buch der Klappentext nicht mit dem Roman übereinstimmt ist dies nicht nur eine Frechheit - sondern Betrug!, da dadurch der beworbene Kunde bewußt in die Irre geführt wird. Allerdings sollte man dabei auch berücksichtigen, daß man auf einer Seite nur sehr schwer den ganzen Inhalt wiedergeben kann. Daher kann es auch vorkommen, daß der Verlag den Roman aus seiner Sicht heraus wiedergibt, und der Kunde etwas anderes daraus macht. |
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| Holger_Weinbach | AW: Covergestaltung und Klappentexte | 12.03.2010, 22:49 Uhr |
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Ich schalte mich als Autor jetzt mal ein. Ich habe nur den Anfang und den Ende dieses Threads gelesen, kann also sein, dass sich meine Ansichten mit anderen decken, bzw. sich wiederholen. Das Cover ist mir persönlich sehr wichtig. Für mich war es auch ein "schwerer" Kampf mit dem Verlag, das Cover in den Griff zu bekommen. Letztendlich hat es nur geklappt, weil ich es dem Verlag aus den Händen genommen und einer Grafikerin in die Hand gegeben habe. Das Ergebnis ist ein Cover, das zu meinem Roman passt. Es ist kein Teil eines Gemäldes oder Wandteppichs, sondern etwas Eigenständiges. Es ist zudem signifikant, was mir als Leser wichtig ist, wenn ich das Buch in die Hand nehme. Argumente des Verlages gegen eine Grafikerin war natürlich der Sparkurs. Meiner Meinung nach ist das ein Sparen am falschen Ende. Aber: Die Verkaufszahlen geben den Verlagen am Ende Recht ... leider. Zum Klappentext: Wie um alles in der Welt kann sich ein Verlag erlauben, den Klappentext so zu entfremden, dass er nicht mehr mit dem Inhalt zusammen passt? Rächt sich das nicht frühe oder später? |
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| olympia | AW: Covergestaltung und Klappentexte | 17.03.2010, 14:34 Uhr |
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Nun, die Covergestaltung ist m.E. schon enorm wichtig! man darf nicht unterschätzen, dass der Großteil der Kunden zu einem Buch greifen, weil es sie visuell anspricht. Ob es ihnen dann gefällt oder nicht, ist ein anderes Thema. Die Aufmachung ist eben das erste was man von einem Buch wahrnimmt und dann kommt der Klappentext. Holger, du glaubst gar nicht, wie oft es vorkommt, dass Verlage den Titel des Buches ändern und auch die Inhaltsangaben, nur um die Kunden zu locken. Ein Paradebeispiel, dass ich immer wieder anführe ist das Buch "Die Farbe der Revolution" (das war der Titel den die Autorin selbst wählte!) von Kirsten Schützhofer. Ein wunderbares Buch, SEHR politisch, eben - wie der Titel schon sagt - sich mit der französischen Revolution befassend. Ein anderer Verlag legte das Buch dann unter dem Titel "Die Tochter des Advokaten" auf. Auch der Klappentext war danach ausgerichtet, dass man meint, es handle sich eben um eine Beziehungsgeschichte... Nun waren die Leser, die eben eine Liebesgeschichte erwartet haben, schwer enttäuscht, da ihnen das Buch zu schwierig und eben zu politisch war. Und die Leser, die gerne über die franz. Revolution und deren Hintergründe erfahren wollten, kauften das Buch nicht, weil eben Titel und Klappentext etwas ganz anderes versprachen..... So viel zum Klappentext und Covergestaltung Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Jeder meint, dass er genug davon hat. R. Descartes |
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| MariaAmalia | AW: Covergestaltung und Klappentexte | 17.03.2010, 16:23 Uhr |
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In der FAZ gab es zu diesem Thema im letzten Jahr mal einen ganz interessanten Artikel. Ich hoffe, das klappt jetzt mit dem Link.
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| Restitutus | AW: Covergestaltung und Klappentexte | 24.03.2010, 19:18 Uhr |
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Tipp: Das "Bücher-Magazin" kürt jeden Monat ein besonders gelungenes und ein besonders scheußliches Cover. Es ist immer sehr amüsant zu lesen! "Bei schriftstellerischen Arbeiten erholt man sich nicht, das kann ich Dir aus zehnjähriger Erfahrung für gewiß versichern, und bei Lieblingsarbeiten verdient man wenig." - Friedrich von Schiller an Christian Gottfried Körner, 4.10.1792 |
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| ChristianA | AW: Covergestaltung und Klappentexte | 29.03.2010, 14:57 Uhr |
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Ich glaube, daß ich bei diesem Problem ein wenig außen vor bin, auch wenn ich speziell Olympia und Holger_Weinbach besonders recht geben möchte. Warum ich da ein wenig außen vor bin? Nun, ich konnte mir das Cover selbst gestalten und auch den Text hinten frei ausdenken - wenn ich damit unzufrieden bin, hab ich selbst schuld! Von anderen Büchern allerdings lese ich mit gerne erst einmal die Inhaltsangabe durch, und suche mir dann eine möglichst ungekürzte Fassung aus. |
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