Rund ums Genre Historischer Roman » AW: Histo-Krimi-Couch (Seite 74)

Forums-Suche

Suche im Forum nach

  direkt zu Seite: [vorherige 1 2 3 [...] 73 74 75 [...] 81 82 83 nächste]
tweedy39 AW: Histo-Krimi-Couch 07.06.2010, 20:05 Uhr
reg. seit:
25.03.2008
Forenbeiträge:
1751
Buchmeinungen:
12
Bücher im Regal:
1281

@arthez

Yes *grinst*

Die entscheidenden Probleme, die wir haben, können nicht auf derselben Denkebene gelöst werden, auf der wir sie erschaffen haben - Albert Einstein -

toma AW: Histo-Krimi-Couch 07.06.2010, 20:10 Uhr
reg. seit:
26.05.2008
Forenbeiträge:
10232
Buchmeinungen:
36
Bücher im Regal:
405

...ein computergesteuertes politisches System, das die geeigneten Politiker ermittelt und Wahlen überflüssig macht


DAS wär´s doch *applaudiert*
arthez AW: Histo-Krimi-Couch 07.06.2010, 20:18 Uhr
reg. seit:
19.07.2007
Forenbeiträge:
3875
Buchmeinungen:
26
Bücher im Regal:
1290

ich zieh mal ein paar Sätze aus dprs Kolumne bei denen ich anderer Meinung bin:

"Aber was heißt eigentlich »historisch«? Historisch ist alles, was in der Vergangenheit liegt, Teil von Geschichte ist. So gesehen wird jeder Krimi irgendwann einmal historisch. Was heute diesen Namen trägt, ist eigentlich eine Mogelpackung, da hier lediglich ÜBER Vergangenes geschrieben wird. Die eigentlichen historischen Krimis sind diejenigen, die in einer vergangenen Zeit entstanden sind."

Find ich nicht, das wären zeitgenössische Romane weil eben in jener erlebten Zeit geschrieben. Ansonsten bin ich auch der Meinung das jeder Roman ein Abbild seiner Zeit darstellt (auch wenn historisches behandelt wird). Es wird verdammt schwierig sich in die Köpfe der damals handelnden Personen zu versetzen.

Allerdings kann das Spiel mit den allwissenden Autoren, bzw. Lesern ganz reizvoll werden wenn beispielsweise der Roman auf zwei Zeitebenen handelt, glänzend gemacht bei Neil Stephenson - Cryptonomicon (2. Weltkrieg / Jetztzeit) - dadurch da die Auflösung in der Jetztzeit liegt ist der Verlauf der Kriegshandlung nicht so wichtig, bzw. der Autor spielt mit dem Wissen das der Leser hat.

Grüße

Fred

"Warum ich Welt und Menschheit nicht verfluche? Weil ich den Menschen spüre, den ich suche." – Erich Mühsam

arthez AW: Histo-Krimi-Couch 07.06.2010, 20:35 Uhr
reg. seit:
19.07.2007
Forenbeiträge:
3875
Buchmeinungen:
26
Bücher im Regal:
1290

Ein hab ich noch:

"Umberto Ecos Name der Rose eröffnete ein weites Feld für Krimiautoren."

Diese Buch habe ich nie für einen Krimi gehalten (obwohl man es als solchen lesen kann) - Dieses Buch ist für mich schon sehr hoch anzusiedeln was historische Romane betrifft, sowohl vom Anspruch, wie von Sprache, Aufbau oder was weiß ich. Und eine gehörige Portion Wissen über das Mittelalter schadet auch nicht um alle Feinheiten und Facetten (und auch die Augenzwinkereien) des Buches zu verstehen.

Sayonara

Fred

"Warum ich Welt und Menschheit nicht verfluche? Weil ich den Menschen spüre, den ich suche." – Erich Mühsam

anath AW: Histo-Krimi-Couch 07.06.2010, 22:05 Uhr
reg. seit:
24.07.2007
Forenbeiträge:
4512
Buchmeinungen:
233
Bücher im Regal:
241

Der Typ ist 'ne echte Spaßbremse ! *grinst breit*

Mal ehrlich : was er da schreibt, das wissen wir doch eigentlich alle schon lange. Und letztendlich muß man diese Hintergedanken bei jedem historischen Roman haben, egal ob kriminell oder nicht. *zwinkert*
Es ist doch auch so, daß wir diese Romane immer mit dem Wissen der Nachgeborenen lesen. Genau aus diesem Grund gucke ich mir keine Titanic-Filme an : Ich weiß genau was kommt und weiß auch, daß ich es nicht aushalte mir das anzusehen, egal wie gut oder schlecht der Regisseur die damalige globale Gesamtsituation eingefangen hat. *zwinkert*

Vergeben und vergessen ? Ich bin weder Jesus noch habe ich Alzheimer !

» Wounded Knee

Pangloss AW: Histo-Krimi-Couch 08.06.2010, 00:27 Uhr
reg. seit:
08.08.2007
Forenbeiträge:
583
Buchmeinungen:
8
Bücher im Regal:
234

Also, mal ganz ehrlich: Was will uns der Schreiber mit seinem Elaborat eigentlich sagen? Im Grunde nichts. Historischce Krimis sind seiner Meinung Krimis, die in der jeweiligen Zeit geschrieben sind, in der sie spielen, und damit dürfte er wohl ziemlich allein stehen mit seiner Definition. Damit wären ja alle Krimis auf der Krimi-Couch in diesem Sinne Historische Krimis, was aber ist mit eben den Krimis, die in der Vergangenheit spielen, die er aber auch als Histo-Krimis durchgehen lässt? Damit stellt er seine eigene Aussage in Widerspruch und somit auch eigentlich den Sinn seines gesamten Textes in Frage. Was bedeutet: Aussage null, aber vielleicht hat er mal wieder einen Kleinen Denkanstoss für eine Diskussion gegeben.

P.S.: Ich empfehle die Krimis von J. Sydney Jones und Volker Kutscher, die auch während der Weimarer Republik spielen. Und in den Krimis von Tom Wolf, wenn er sie denn gelesen hat, geht es ja nicht um Rezepte, sondern um einen ermittelnden Koch, und natürlich kocht er auch, aber es werden keine brauchbaren Rezepte in Handlung ausformuliert. Und die Reihe ist ja auch beendet. Ja, hat er denn nie einen "Bruder Cadfael" oder "Richter Di" gelesen?

Zur Diskussion freigegeben - die Spiele sind eröffnet. (Ich stehe immer noch auf die klassischen Histo-Filme, wo einfach zwischendurch mal das Mikro ins Bild hängt...)
anath AW: Histo-Krimi-Couch 08.06.2010, 11:00 Uhr
reg. seit:
24.07.2007
Forenbeiträge:
4512
Buchmeinungen:
233
Bücher im Regal:
241

@ Pangloss
Oder ein Strommmast ...Ein klassischer Ausrutscher ist da übrigens der DEFA-Film "Die Söhne der goßen Bärin" - als Gojko Mitic Tokeih-ito mit seinen Indianern über den Missouri setzt (wird wohl die Havel gewesen sein) sieht man im Hintergrund auf den wogenden Feldern (klassische Prärie *zwinkert*) einen Mähdrescher, ganz klein,fällt kaum auf...Immer noch einer meiner Lieblingsfilme, wie überhaupt die Bücher von Lieselotte Welskopf-Henrich jeden Karl May aus dem Rennen schlagen.


Ich hab mir übrigens die Frage gestellt, ob im Sinne dieses Artikels nicht einfach jeder Roman ein historischer Roman ist - zumindest wird er es irgendwann mal. Aber ich lese gerade "Der stumme Tod" von Volker Kutscher und bin gleichzeitig dabei, meinen geliebten Tucho wieder zu entdecken. Wenn ich "Rheinsberg" lese oder die "Geschichten vom Lottchen" (ganz große Klasse : "Lottchen wird saniert" !!! *grinst breit*),tut mir leid, ich sehe da nicht sooo extreme Unterschiede .

Vergeben und vergessen ? Ich bin weder Jesus noch habe ich Alzheimer !

» anaths Urlaubspläne

anath AW: Histo-Krimi-Couch 08.06.2010, 11:05 Uhr
reg. seit:
24.07.2007
Forenbeiträge:
4512
Buchmeinungen:
233
Bücher im Regal:
241

Und gleich noch ein Tucho hinterher : Volkswirtschaft ist der Zeitpunkt an dem die Leute anfangen, darüber nachzudenken, warum sie so wenig Geld haben.

Oder vielleicht lieber den : Es gibt Leute, die wollen lieber einen Stehplatz in der ersten Klasse als einen Sitzplatz in der dritten.

Ich glaub, ich werd euch demnächst noch öfter mit Tuchos Bonmots auf den Geist gehen, sie sind einfach Klasse ! *grinst*

Vergeben und vergessen ? Ich bin weder Jesus noch habe ich Alzheimer !

» anaths Urlaubspläne

anath AW: Histo-Krimi-Couch 10.06.2010, 15:46 Uhr
reg. seit:
24.07.2007
Forenbeiträge:
4512
Buchmeinungen:
233
Bücher im Regal:
241

Habe gerade "Altweibersommer" angefangen, den ersten Fontane - Krimi von Frank Goyke. So richtig weiß ich noch nicht, ob ich damit warm werde, das Buch erinnert mich in seiner Gemächlichkeit an Fontanes Romane und die waren nie so wirklich meine Kragenweite.

Ich hab übrigens mal mit meinem Metellusbegeisterten Herzblatt und meinem ebenso SPQR-verschlingendem Bruder (beide auch begeisterte Falco - und Cadfael-Leser) über den oben verlinkten Artikel geplaudert. Die Antwort lautete unisono : "Mir doch egal!! " Und mein Brüderchen äzte noch hinterher : "Selbst wenn 'Der gallische Krieg' von Caesar lesen würde oder 'Der jüdische Krieg' von Flavius Josephus - es ist doch immer die persönliche Perspektive des Schreiberlings, was also ist da anders , als wenn jemand heute darüber schreibt ?"

Vergeben und vergessen ? Ich bin weder Jesus noch habe ich Alzheimer !

tassieteufel AW: Histo-Krimi-Couch 11.06.2010, 09:29 Uhr
reg. seit:
01.08.2007
Forenbeiträge:
4163
Buchmeinungen:
408
Bücher im Regal:
3987

@anath,

ich glaube es gibt doch einen Unterschied wenn jemand über seine eigene Zeit schreibt oder über die Vergangenheit.
Sicherlich haben Deine Männer recht, wenn sie meinen, das ja immer die persönliche Perspektive des Schreiberlings mit einfließt. Nimm mal irgendeine tatsächlich passierte Sache z.B. aus dem 3. Reich, wenn darüber damals 3 Leute, ein Unparteiischer, ein Kommunist und ein Nazi drüber geschrieben hätte, dann wären da vermutlich 3 teilweise völlig abweichende Geschichten raus gekommen. Würde nun heute jemand das Ereignis rauskramen, akribisch recherchieren und nachforschen, so hätte er sicher erstmal eine ganz andere Sicht auf die Dinge und würde ev. auch Details herausfinden, die zum tatsächlichen Geschehen nicht bekannt waren oder verschwiegen wurden und seine Geschichte würde wieder ganz anders ausfallen(nat. muß man auch hier die persönliche Perspektive mit einrechnen).
Mit Sicherheit wird jeder zeitgenössische Roman mal zur "Geschichte", aber der Unterschied liegt meiner Meinung nach im aktuellen Zeitgeist, den kann jemand der über die Zeit schreibt in der er lebt viel besser wiedergeben, als jemand der ein paar hundert Jahre später lebt. Das merkt man auch grade bei historischen Romanen an der Personenzeichnung. Oft hat man da Figuren (grade die emanzipierten Frauen) deren Gedanken, Handlungen und Gefühle ehr Leuten aus unserer Zeit entsprechen als den damaligen, wobei es sicher auch sehr schwer ist, nachzuvollziehen wie man vor so langer Zeit eben gefühlt und gedacht hat, da sind sicher viele SAchen für uns heute ehr unverständlich, weil sich die Lebenssituation so grundlegend geändert hat. Ich habe für mich zur Zeit grade die AustralienKrimis von Arthur W. Upfield entdeckt, die Bücher wurden so um 1900 rum geschrieben und sind dafür ein gutes Beispiel. Der Ermittler, halb Weißer und halb Aborigines ist eine ziemlich interessante Figur, das Leben im Outback und die grandiosen Landschaften werden vom Autor ganz toll wiedergegeben, da tropft sozusagen aus jeder Seite Outbackflair(der Autor hat selbst zu der zeit im Outback gelebt, weiß daher genau wovon er schreibt und das merkt man auch), aber die Einstellung der Weißen zu den Ureinwohnern war da für mich erstmal sehr gewöhnungsbedürftig. Natürlich gibt es auch heute noch Rassenunterschiede, viele Aussies haben eine eher negative Einstellung zu den Aborigines, aber in den Büchern wird eben deutlich, daß das damals wirklich jeder so sah, die Schwarzen waren eher Menschen zweiter Klasse und selbst der Ermittler, der ja ein halber Aborigines ist und viel intelligenter als die meisten Weißen im Buch, nimmt diesen Zustand als gegeben hin, was bei mir manchmal Kopfschütteln hervorrgerufen hat. Die Bücher sind grade desghalb so gut, weil sie die damalige Zeit genau wiedergeben, auch wenn heute eben der moralische Aspekt ein ganz anderer ist. Hätte ein heutiger Autor dieselben Figuren zur selben Zeit kreiert, so wären diese sicher erheblich anders ausgefallen und das ist für mich eben der Unterschied zwischen Histo und Zeitgenössisch.

Liebe Grüße tassie

Der wahre Zweck eines Buches ist, den Geist hinterrücks zu eignem Denken zu verleiten. -Christopfer Morley-

  direkt zu Seite: [vorherige 1 2 3 [...] 73 74 75 [...] 81 82 83 nächste]
Neuen Forums-Beitrag schreiben

Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein (Sie können auch so genannte Nicknames verwenden).

Bitte geben Sie hier Ihre E-Mail-Adresse an. Sie wird im Forum angezeigt und verlinkt. Diese Angabe ist freiwillig.

Bitte geben Sie Ihrem Beitrag einen aussagekräftigen Titel.

Geben Sie in dieses Feld bitte Ihren Beitrag ein. URLs werden automatisch zu anklickbaren Links umgewandelt, zusätzlich können Sie Ihren Text formatieren: [fett] Text [/fett] für Fettdruck, [kursiv] Text [/kursiv] für Kursivdruck und [zitat] Text [/zitat] zum Markieren eines Zitats. HTML ist nicht erlaubt.

Sie möchten einen zu Ihrem Beitrag passenden Link angeben? Beachten Sie bitte, dass der Link mit "http://" anfangen muss.

Bitte geben Sie Ihrem Link eine aussagekräftige Bezeichnung.


Felder, die mit "*" gekennzeichnet sind, müssen ausgefüllt werden. HTML wird nicht unterstützt, es stehen aber eigene Befehle zur Textauszeichnung zur Verfügung.
Mit Klick auf "abschicken" erklären Sie sich mit den Nutzungsbedingungen des Gemeinschaftsforums von Krimi-Couch.de und schwedenkrimi.de einverstanden.


Themen-Abo abbestellen

Sie haben diesen Thread per Mail abonniert und wollen keine Mails mehr erhalten?

Dann geben Sie hier bitte Ihre E-Mail-Adresse ein und klicken Sie auf "abbestellen"

© 2006–2012 Literatur-Couch Medien GmbH & Co. KG