Rund ums Genre Historischer Roman » AW: Historisch korrekte Romane? (Seite 2)

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tassieteufel AW: Historisch korrekte Romane? 03.07.2011, 11:40 Uhr
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@Salim,

ich weiß nicht ob Du auch historische Krimis magst/liest, aber schau Dir mal Boris Meyn an, dessen Hamburg Krimis sind sehr gut recherchiert was die Stadtgeschichte und historische Personen angeht. Mir persönlich kommt zwar hier die Krimispannung zu kurz, aber das ist sicher Ansichtssache und wer viel Wert auf ein historische korrektes Umfeld legt, ist hier sicher gut bedient!

liebe Grüße tassie

Der wahre Zweck eines Buches ist, den Geist hinterrücks zu eignem Denken zu verleiten. -Christopfer Morley-

Salim AW: Historisch korrekte Romane? 03.07.2011, 17:21 Uhr
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- na super, ewig viel Text geschrieben, verklickt, und weg wars... versuchen wir es also nochmal ^^ -

Erstmal vielen Dank für die zahlreichen und vor allem auch durchdachten Antworten. :) Zunächst muss ich glaube ich aber noch etwas klarstellen.

Ich habe mitnichten etwas gegen fiktive Persönlichkeiten in Romanen. Im Gegenteil.Ich stimme all meinen Vorrednern zu, dass GERADE um der Authentizität willen es nötig ist, fiktive Persönlichkeiten heran zu ziehen, über die nichts bekannt ist. Wer könnte schon Aristoteles anzweifeln? ;) Allerdings sollte dann meiner Meinung nach darauf geachtet werden, dass diese Figuren nicht mit überlieferten Personen und Sachverhalten in Konflikt geraten. Als überspitztes Beispiel: Caesar anstatt von Brutus und Konsorten von einer fiktiven Figur ermorden zu lassen, würde mir nicht zusagen. Genau so gut ein dramatisches Ereignis, wichtige Persönlichkeiten oder wichtige Artefakte in Bücher einzubinden, über die aber rein gar nichts überliefert ist, wäre für mich persönlich abschreckend. Das wären, um es mal so zu sagen, ziemlich dicke Kartoffeln für mich *grinst breit* Oder um es noch einmal anders zu sagen: Romangeschehnisse sollten für mich entweder trivial genug sein, um der Logik nach nicht überliefert sein zu müssen, oder sich eben an den gegebenen Stand der Forschung halten.

Ob, um mal bei dem obigen Beispiel zu bleiben, der fiktive Tribun aber nun sinnvoll in die Geschichte eingewoben ist, oder mit der historischen Realität (so weit überliefert) kollidiert, kann ich natürlich nicht beurteilen. Und Leider bleibt mir in solch einem Fall, so unpräzise wie er auch sein mag, als potentieller Leser erstmal nur der "olle" Klappentext. Riecht es dort nach Kartoffelgratin, werde ich also ertsmal skeptisch. - wohlmöglich zu unrecht, genau deswegen schreibe ich ja hier. *Daumen hoch*

Eine direkte Stellungnahme der Autorin (was ich im übrigen super finde, danke) und vor allem eure Beiträge, olympia und Charlie, lassen mich jedoch tatsächlich darüber nachdenken, es mal mit der Trilogie oder Varus zu probieren. Ihr scheint auch eine differenzierte Sicht auf diese Romane zu haben und gebt mir ein wenig mehr Vertrauen in die Bücher. Was mir gerade an den genannten sowieso schonmal sehr gut gefällt ist, dass alle, auch die MA Romane, nicht nach heorischem Emanzenepos klingen, sondern mit der Zeit angemessenen Charakteren bestückt zu sein scheinen, was für mich natürlich auch zur "kartoffellosen Schreibweise" dazu gehört.

Ich wünsche auch einen schönen Sonntag
Salim


²olympia: Ja? Ist ja witzig (: Das Pony welches ich im Moment reite heißt Poseidon, was ja dann auch wieder ein bisschen zu dir passt :D War deines ein arabisches Pferd oder trug es nur zufällig einen orientalischen Namen?






IrisKammerer AW: Historisch korrekte Romane? 03.07.2011, 20:58 Uhr
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Hallo, Salim!

Ich halte es für ziemlich unwahrscheinlich, dass irgendein Mensch bei allem Interesse - ob Leser, Autor oder auch Historiker - auf jedem historischen Teilgebiet über derart profunde Kenntnisse verfügt, dass er in jedem Fall beurteilen kann, ob das Dargestellte dem aktuellen Forschungsstand entspricht.

Ich für meinen Teil habe keine Ahnung vom *englischen* Mittelalter - kriege allerdings die Krise, wenn mentalitätsgeschichtlich in die Klischeekiste gegriffen wird (wie z.B. bei Folletts "Säulen der Erde"). Mir dreht es den Magen um, wenn Autoren mit dem angeblichen "Herrenrecht" namens "ius primae noctis" herumhantieren, das nachweislich eine Erfindung und Rückprojektion der Neuzeit ist, oder Inquisitoren Hexen verfolgen, was nicht deren Aufgabe war. Da gelten für mich auch keine dramaturgischen Gründe als Entschuldigung, denn in meinen Augen wird damit eine ganze Kultur - unsere eigene Vergangenheit - schlicht und einfach verleumdet. Wenn ich solche Dinge finde, dann steht für mich fest, dass der Autor seine Recherche einer ganz bestimmten Agenda, einer vorher feststehenden Absicht unterworfen hat, und bei deutschen Autoren geht das meist auf den "anti-römischen Reflex" zurück.

Dieser Reflex hat eine Geschichte, die mit der Ausprägung der deutschen Kleinstaaterei im Zuge von Reformation und 30-Jährigem Krieg losgeht, im Nationalismus des 19. und 20. Jhs. seinen mörderischen Höhepunkt feierte, aber mangels Aufarbeitung bis heute sein Unwesen treibt. Mit der historischen Realität in Antike und Mittelalter hat das nichts, aber auch gar nichts zu tun.

Das ist mein persönlicher Schmerzpunkt. Der tut auch dann weh, wenn der Roman Literatur vom Allerfeinsten ist. Aber dann kann ich ihn ein wenig verdrängen, denn schriftstellerisches Können wirkt wie Balsam.

Abgesehen davon - wie Charlie schon schrieb - ist niemand von uns (nicht einmal irgendeiner der Historiker, auf die wir uns berufen) allwissend, machen wir alle Fehler, und jeder von uns hat seine persönlichen Gründe, warum seine Geschichte in genau diesem Umfeld spielt, sei dieses Umfeld nun historisch oder zeitgenössisch.

Außerdem ist *jeder* historische Roman zugleich auch ein zeitgenössischer Roman und beschäftigt sich, sofern er nicht "nur unterhalten" will, mit Fragen, die uns heute ebenso angehen wie sie die Menschen des Romanumfeldes angingen. Ansonsten könnte uns die Geschichte nicht erreichen, berühren und bewegen.

Ein Kollege, der ebenfalls sehr feine, bestens recherchierte Romane schreibt, ist Tilman Röhrig.

"Und Hochmut ists, wodurch die Engel fielen, Woran der Höllengeist die Menschen fasst." (Friedrich Schiller, Die Jungfrau von Orléans)

Salim AW: Historisch korrekte Romane? 03.07.2011, 21:30 Uhr
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Unter diesen Aspekten sind wir uns sicherlich einig. Ich hoffe es klang nicht so, als ob ich von einem Autor historische Allwissenheit erwarte, lediglich eben, sich kritisch mit dem Thema auseinander zu setzen, um eben solche Dinge wie die z.B. in Die Säulen der Erde angesprochenen zu vermeiden. Letztlich bleibt es doch auch dem Autor frei, sich ein Thema zu suchen, mit dem er sich entweder auskennt, oder welches ihn genug interessiert, alsdass er bereit ist sich ein wenig Fachwissen anzulesen. Schließlich scheint das Ihnen sowie einigen anderen allen Aussagen nach ja auch gelungen zu sein.

Ich persönlich hasse rosa-rot Welten, aber die angesprochene Verunglimpfung der "alten Zeiten" läuft einem leider genau so oft über den Weg. Und das nicht selten in Kombination mit auf einer Seite romantisch verklärtem Heldenblick. Es rührt wohl auch daher, dass die Gesellschaft gerne alles Schlechte in einen Topf schmeißt um diesen dann dem erstbesten Koch unter zu jubeln. Schließlich ist die eigene Gegenwart anscheinend umso besser, je schlechter wir die Vergangenheit darstellen. Und bei einer allgemein als dunkel abgestempelten Vergangenheit, braucht sich so schließlich auch keiner mehr bemühen und sich bei den tatsächlich düsteren Kapiteln der Menschheit zu fragen, wo diese Menschen heute sind, wo es heute Ignoranz gibt, Neid und Missgunst. Denn das, so ist man sich schließlich sicher, war ja alles eine Sache der dunklen Vergangenheit, als Menschen alle unzivilisiert, roh und dumm waren. Letztlich sagen schließlich nicht nur die im Roman thematisierten Probleme und Fragen etwas über die Einstellung des Autors aus, sondern mindestens genau so die Art der Aufarbeitung des zeitlichen Kontext.

Schlussendlich soll es ja auch jedem Autoren selbst überlassen sein, wie er das Leben in seinen Geschichten darstellt. Auch wenn man natürlich allgemein darüber streiten könnte, inwieweit es moralisch vertretbar ist die Vergangenheit wissentlich, oder zumindest aus wissentlichem Unwissen zu verdrehen, kommt es mir in erster Linie einfach auf meinen persönlichen Geschmack an. Ich kann schließlich niemandem verbieten ein bestimmtes Buch zu lesen oder zu schreiben, nur weil es nicht meinen historischen Vorstellungen entspricht :D

Gruß
Salim
KatrinWoody AW: Historisch korrekte Romane? 03.07.2011, 21:42 Uhr
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Ich würde vor allem Rebecca Gablé (englische Geschichte des Mittelalters), Charlotte Thomas (Venedig in der Renaissance) und Sabine Weigand (studierte Historikerin) empfehlen. Alle drei recherchieren für ihre Romane immer sehr viel und geben sich auch die - meinem Empfinden nach - größte Mühe, alles korrekt darzustellen. Sicherlich tun das die meisten Autoren, aber diese Drei sind mir spontan als erstes eingefallen. Marion Henneberg kann ich ebenfalls sehr empfehlen!
maimonides AW: Historisch korrekte Romane? 03.07.2011, 22:04 Uhr
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Mir geht es so, daß ich durchaus mit einigen dramaturgischen Unkorrektheiten leben kann.
Allerdings finde ich es dann bei einem historische Roman durchaus angebracht, wenn diese im Anhang kurz erwähnt werden. Denn von einem historischen Roman erwarte ich schon, daß die Eckdaten stimmen und ich zum Schluß den Eindruck haben kann: So könnte es gewesen sein.

Es kann meiner Meinung nach aber nicht sein, daß ein Autor(in) behauptet sehr gut recherchiert zu haben und dann jeder halbwegs Interessierte falsche Behauptungen sofort entdecken kann. Das tut dem historischen Roman im Allgmeinen und ernsthaft interessierten Lesern nicht gut.

Ich bin wahrlich kein Freund der kath. Kirche, aber diese Hexenverfolgungsbücher erscheinen mir fürchterlich. Da kann ich Iris nur zustimmen.

Alles in allem hat Deine Frage aber einen guten Zweck erfüllt, ich werde meinem "römisch angehauchten Mann" endlich Varus und die Folgebücher von Iris Kammerer bestellen.
MelanieMetzenthin AW: Historisch korrekte Romane? 03.07.2011, 22:35 Uhr
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Ich finde es auch wichtig, dass dramaturgische Änderungen, die von der Historie abweichen, in einem kurzen Nachwort oder Anhang dargestellt werden. Wenn mich eine Geschichte fasziniert hat, möchte ich auch gern wissen, was nun wahr ist und was Fiktion. Wenn die Fiktion so dargestellt wird, dass sie in den Kontext passt, finde ich persönlich aber die Darstellung von fiktiven Hauptfiguren spannender als von realen Persönlichkeiten, denn oftmals weiß ich bei einer realen Persönlichkeit der Geschichte schon, wie sie geendet hat und bei einer fiktiven Figur kann ich mich überraschen lassen.

Gruß, Melanie

Die Sündenheilerin, Juli 2011 (Piper)

Salim AW: Historisch korrekte Romane? 03.07.2011, 23:39 Uhr
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maimonides, schön, dass der Thread offenbar nicht nur mir hilft (: Ansonsten: Volle Zustimmung.

Katrin, diese Autoren werde ich auch dann nochmal nachprüfen, obwohl mir Spontan die Tribun Reihe schon ganz gut zusagt und ich ja nun nicht alles auf einmal lesen kann. Aber wozu gibt es schließlich Listen? ;)

Was mich jedoch noch wundert: Alle der hier aufgeführten Autoren sind Frauen. Was ist denn mit den Männern passiert? Interessieren die sich nicht für Geschichte? :D Ich hoffe es fühlt sich jetzt keiner auf die Füße getreten, aber mir persönlich ging es so, dass ich oft mit dem Schreibstil von Männern besser zurecht kam. Oder sagen wir besser, um nicht versehentlich zu behaupten alle Männer/Frauen hätten den gleichen Schreibstil: Wenn mir ein Text literarisch gut gefiel, war er meist von einem Mann verfasst.

Kennt da einer von euch noch jemanden? Gerne einen etwas komplizierteren, ausführlicheren, verschachtelteren Texter?
CharlieLyne AW: Historisch korrekte Romane? 04.07.2011, 08:00 Uhr
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Ich kann Dir das nachfuehlen.
Neunzig Prozent der Buecher, die ich gelesen habe, wurden von Maennern geschrieben. Bei den Buechern, die ich gern gelesen habe, ist der Anteil noch hoeher.
Keine Sorge aber wegen Iris Kammerer. Mein Bruder hat mich nach seinem ersten Roman ("Wolf und Adler") von ihr gefragt: "Wieso gibt denn der sich als Frau aus? Muss man das heutzutage?"
...
Umberto Eco brauche ich zweifellos nicht zu empfehlen, den wirst Du vermutlich so sehr lieben wie ich - auch wenn "historische Korrektheit" (wie gesagt, ich finde den Begriff schwierig) sicher nicht auf Platz Eins seiner Prioritaetenliste steht.
Versucht bin ich, Dir Heinrich Mann und - fuer mich der Gott des historischen Romans - Lion Feuchtwanger zu empfehlen, doch fuer beide gilt dasselbe. Sie waren sich sehr bewusst, dass sie im Grunde - und verknappt gesagt - den historischen Roman vornehmlich als Vehikel verwendeten, um etwas ueber ihre eigene Zeit zu erzaehlen. Ich bezweifle allerdings, dass irgendwer beim Lesen der Romane auf die Idee kaeme, sich an einer falsch gegessenen Kartoffel zu stoeren.
Darf es auch neuere Geschichte sein?
Dann moechte ich Erik Fosnes Hansen mit grossem Nachdruck empfehlen. (Nicht "Momente der Geborgenheit". Das ist nicht nur kein historischer Roman - ich finde, es ist auch sein schlechtestes Buch.)
Tilman Roehrig wurde schon genannt - ich lese auch sehr gern Titus Mueller, bei dem du garantiert keine falsche Kartoffel findest. Bernard Cornwell lese ich auch gern - das ist natuerlich weder verschachtelt noch komplex oder anspruchsvoll, aber lebendig und fesselnd erzaehlte Geschichte, finde ich.

Und dann noch einer meiner lebenden Lieblingsautoren ueberhaupt: Andreas Goessling. "Historische Korrektheit" im Sinne von den richtigen Litzen und den properen Kartoffeln duerfte auch ihm zweitrangig sein, aber ueber die Themen, die er aufgreift, hat er wahrhaftig etwas zu erzaehlen und zu sagen. Und das reicht weit uebers Genre hinaus. "Faust, der Magier" und "Der Alchimist von Krumau" waeren meine Empfehlungen. Was keineswegs heisst, dass die Maya-Romane nicht auch extrem lesenswert waeren!

Ich freu mich auf weitere Empfehlungen in diesem Thread - sicher finde ich dabei auch noch etwas fuer mich!

Eine grandiose Buecherauswahl wuenscht Charlie

Codename "Max" 28. Januar 2012

» Charlie

olympia AW: Historisch korrekte Romane? 04.07.2011, 10:04 Uhr
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Salim


Wieso wird da solch ein Tribun erfunden? Was weiß er von dem Hinterhalt, wieso und aber vor allem: Wieso wird er aufgehalten? Historisch belegt ist, dass Varus nämlich sehrwohl über den geplanten Hinterhalt informiert war und das diese Informationen wahrscheinlich von Segestes, Arminius Schwiegervater stammten, der auf eben diesen nicht gut zu sprechen war.




Diese Aussage bzw. Frage von dir hat mich schon etwas irritiert, denn warum sollte dieser Tribun nicht erfunden werden dürfen? So lange sich die Geschichte mit dem fiktiven Geschehen nicht widerspricht und logisch aufgebaut ist, habe ich da kein Problem damit.
Wäre dem so wie du sagst, so würde dies ja heißen, Autoren dürfen keine fiktiven Figuren zum Leben erwecken, sondern eben nur Personen die histo. belegt sind.

Das mit der histo. Korrektheit ist, wie Iris und Charlie schon schrieben, wirklich ein ziemlich heikles Thema. Über eine Kartoffel (weil wir dies schon so oft hatten) kann man m.E. getrost hinwegsehen, wenn alles andere passt, also quasi einfach in der Hitze des "Gefechtes" (des Schreibens) passiert ist. Nicht akzeptieren mag ich, wenn solche Dinge laufend vorkommen und sich dann noch so manche unlogischen Szenen dazugesellen. Es kommt schon immer darauf an, was denn nun "falsch" ist. bzw. nicht korrekt. Und, Hand aufs Herz, bist du dir sicher alle Unkorrektheiten, wenn sie denn vorkommen, auch zu finden? Es gibt sicher Bücher in denen (nach hist. Korrektheit gemessen) massive "Fehler" vorkommen und kein Leser, zumindest nicht Otto Normalverbraucher, käme nur im Entferntesten darauf.
Auch würde ich nie einem Autor Unkorrektheit vorwerfen, wenn ich nicht 100%ig weiß, dass dem so ist. Leider nehmen so manche Leser Wikipedia als der Weisheit letzten Schluss und behaupten dann, dass dies oder jenes nicht stimmt, weil es bei Wiki eben anders steht...... Vor solchen Weisheiten kann ich nur warnen, da geht der Schuss schnell nach hinten los. Leider beziehen aber sehr viele ihr "Wissen" nach wenigen Clicks aus gerade dieser Seite und meinen dann besser Bescheid zu wissen als der Autor.

Die meisten Autoren versuchten eine der Zeit angepasste Umgebung zu schaffen und je komplexer die Thematik, umso leichter wird sich auch ein "Fehler" einschleichen. Aber auch wenn man nun zufällig in der Epoche in der dieses Buch spielt sehr gut Bescheid weiß, wird es nicht so sein, dass man sich in allen Epochen so gut auskennt.
Autoren die histo. Ro schreiben gehen immer eine Gratwanderung ein. Niemand, wirklich niemand wird zu 100% behaupten können, dass dies oder jenes im alten Rom so oder so nicht anders gewesen sein kann, da niemand von uns dabei war. So lange - wie eben auch beim "Tribun" - alles logisch aufgebaut ist, habe ich persönlich kein Problem damit.

Ein Beispiel ist auch die Pest von der doch jeder weiß, dass sie so furchtbar gewütet hat und sehr viele Autoren haben sich dieses Themas angenommen. Aber dabei sind sich die Historiker heute nicht mehr so sicher, ob dies wirklich die Pest war und ob diese auch wirklich von Ratten, wie oft geschrieben, übertragen wurde. Dass dies aber die Pest war, diese Annahme hält sich mit ziemlicher Hartnäckigkeit und wenn jetzt ein Autor hergeht und diese neue These bzw. Erkenntnis in seinem Roman umsetzt, möchte ich nicht wissen, wie viele Leser ihm vorwerfen, sich in der Zeit nicht auszukennen von der er schreibt.......

Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Jeder meint, dass er genug davon hat. R. Descartes

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