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LexaAW: Napoleon19.12.2016, 09:04 Uhr
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Das hat viele andere Größen der Geschichte berühmt gemacht.

Immerhin hat es Napoleon vom Nichts zum Kaiser geschafft, das zollt mir Respekt.

Manche denken gern, manche schreiben gern. Leider sind es nicht immer dieselben Leute.

SusannahAW: Napoleon19.12.2016, 12:45 Uhr
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Napoleon war einer, der Europa mit Krieg überzogen hat - darüber brauchen wir, denke ich, nicht diskutieren.

Ihn und seine Zeit finde ich trotzdem sehr spannend. Diese Zeit der Umwälzungen, in der es schien, dass alles alt hergebrachte ins Wanken geriet, Menschen, die Aufstiege geschafft haben, die ihnen unter normalen Umständen nie möglich gewesen wären. Das ist aber keine Frage der Sympathie.

Außerdem sollte man sich Napoleon wie auch allen anderen historischen Figuren nicht mit heutigen Moralmaßstäben widmen - denn wenn wir danach gehen war wohl jede Figur ein Diktator, der Kriege führte und die Todesstrafe in seinem Land praktizierte.

"And so he spoke, and so he spoke, that Lord of Castamere, but now the rains weep o'er his hall with no one there to hear." (GRRM - A song of ice and fire)

Jana68AW: Napoleon19.12.2016, 13:09 Uhr
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Der Meinung schließe ich mich gerne an. Sich mit einer Epoche zu beschäftigen, heißt absolut nicht, die daraus am meisten hervorstechende Person auch zu "lieben". Aber das Verstehen, wie es zu bestimmten, für Europa sehr prägenden Ereignissen kommen konnte, setzt voraus, dass man sich damit beschäftigt.

Abgesehen davon handeln eine ganze Reihe der genannten Bücher von Personen, die Napoleon umgaben, von ihm abhängig waren oder auch unter ihm gelitten haben.

Jana68----------Von allen Welten, die der Mensch erschaffen hat, ist die der Bücher die Gewaltigste. (Heinrich Heine)

arthezAW: Napoleon19.12.2016, 19:16 Uhr
Ich sehe das so: Napoleon war der Garant für die Errungenschaften der französischen Revolution (und somit der Aufklärung - ich nenne hier nur mal die Abschaffung der Folter die es in einigen Ländern noch gab und nach 1815 wieder eingeführt wurde), ohne kriegerische Auseinandersetzungen sind solche fundamentalen Umwälzungen kaum möglich (leider).

Die europäischen Monarchien hätten ein revolutionäres Frankreich nie geduldet (im Falle Englands schon aus machtpolitischen Gründen nicht). Umso schlimmer der Rückfall in reaktionäre Zustände nach 1815. Allerdings konnte man die fortschrittlichen Ideen nicht mehr unter den Teppich kehren (siehe 1848).

Dass seine Herrschaft diktatorische Züge hatte wird nicht bezweifelt - zur Lektüre kann man Jaques Presser heranziehen.

Grüße

mopf1000AW: Napoleon23.12.2016, 11:57 Uhr
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@Susannah Zitat:
Außerdem sollte man sich Napoleon wie auch allen anderen historischen Figuren nicht mit heutigen Moralmaßstäben widmen - denn wenn wir danach gehen war wohl jede Figur ein Diktator, der Kriege führte und die Todesstrafe in seinem Land praktizierte.

mmmh, mal sehen ob ich das richtig verstehe-dann warten wir noch 150 Jahre und dann wird Hitler auch zu den ganz Großen gehören....mein lieber Schwan

nicht falsch verstehen ich interessiere mich sehr für die napoleonische Zeit, gerade deswegen ist der Mann für mich entzaubert -auch wenn er auch so ein angebliches Militärgenie war.

Habe keine Angst vor Büchern! Ungelesen sind sie völlig harmlos.

SusannahAW: Napoleon24.12.2016, 10:39 Uhr
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@mopf1000: Hitler war auch schon zu seiner Zeit und nach den damaligen Maßstaben ein Verbrecher - das unterscheidet ihn von anderen historischen Figuren.

Ich habe gesagt, dass unser heutiges Verständnis von Demokratie, Rechtsstaat und Gewaltmonopol keine Anwendung auf die Vergangenheit finden können, in der es "Konsens" war, dass ein König Kriege zur Erweiterung seines Territoriums führen konnte oder dass er Verrätern den Kopf abschlug.

Du siehst also, du hast mich nicht richtig verstanden. Den Schwan musst du also nicht hervorholen *zwinkert*

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mopf1000AW: Napoleon24.12.2016, 14:36 Uhr
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Sussanah-Zitat-@mopf1000: Hitler war auch schon zu seiner Zeit und nach den damaligen Maßstaben ein Verbrecher - das unterscheidet ihn von anderen historischen Figuren.

Napoleon in seiner Zeit auch-aus der Sicht der Gegner und dem Wiener Kongress

Artez-Zitat-Ich sehe das so: Napoleon war der Garant für die Errungenschaften der französischen Revolution (und somit der Aufklärung - ich nenne hier nur mal die Abschaffung der Folter die es in einigen Ländern noch gab und nach 1815 wieder eingeführt wurde),


Thema Folter :
Merkwürdigerweise wurde das von den französischen Truppen im Spanien und Portugalfeldzug irgendwie anders gesehen , die unter der Zivlbevölkerung grausamste Massaker angerichtet hatten, um an Informationen zu kommen


Napolenon hatte auch wieder die Abschaffung der Sklaverei rückgängig gemacht die 1794 von der Revolutionsregierung beschlossen wurde-1802 führte er den Code Noir wieder ein


@susannah, der Schwan ist eigentlich ein Truthahn und ist jetzt im Ofen*zwinkert*

ich wünsche Euch und Euren Lieben ein gesegnetes und ruhiges Weihnachtsfest-liebe Grüße Sven

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arthezAW: Napoleon28.12.2016, 09:24 Uhr
Hallo Mopf,

in der Tat kommen solche Sachen wie Folter in Kriegen vor, ich spreche aber von der Gesetzgebung von Staaten (erschlag mich weil ich es nicht mehr genau weiß, ich denke es war Sardinien-Piemont das bereits 1814 wieder die Folter eingeführt hat bzw. die Abschaffung derselben abgeschafft hat).

Zum Thema Krieg: warum heißen die Koalitionskriege so wie sie heißen ? (ich spreche jetzt nicht von den Befreiungskriegen).

Als Feldherr hat er des öfteren schwerst Käse gebaut, seine Gegner haben ihn allerdings nie unterschätzt.

Danke für das Stichwort 'code noir', ich werde mal recherchieren (hab jetzt richtige Lust auf eine Napoleon-Bio)

Grüße

mopf1000AW: Napoleon28.12.2016, 10:35 Uhr
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@arthez

sein militärisches Genie beruhte darauf zuzuschlagen bevor von einem Land für ihn eine Bedrohung ausgehen konnte-Blitzkriege(kommt uns aus jüngerer Vergangenheit sehr bekannt vor) und dafür ging er über Leichen.
Frankreich unter Napoleon war eine hochgerüstete Kriegsmaschine die eine Wehrpflichtarmee hatte.
Im Jahr 2001 fand man in der Nähe von Vilnius ein Massengarab.
Auf 6000 Quadratmetern lagen die Gebeine von 35.000 jungen Männern, die Napoléon im baltischen Winter 1812/13 verheizt hatte. Einer trug noch die Uniformmütze, mit der man ihn in die Grube geworfen hatte.

Zum Thema "Code civil" Napoleons Geheimpolizei beseitigte und folterte Menschen, die nur im Verdacht standen Majestätsbeleidigung begangen zu haben-dafür gibt es Dokumente.

Sein militärisches Genie wurde ganz schnell gestoppt ,als er dann ebenbürtigen Truppen gegenüberstand.

nicht falsch verstehen-gerade meine Heimat (Württemberg) verdoppelte seine Fläche als Rheinbundpartner-der Herzog wurde König

interessant ist die Biographie des größenwahnsinnigen Korsen auf jeden Fall-nur glorifiziere ich ihn nicht-wie es viele Historiker gerne tun-als Modernisierer Europas

viele Grüße Sven (mopf1000)

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arthezAW: Napoleon28.12.2016, 11:30 Uhr
Sven,

wir sind uns bei dem Thema näher als es scheint. Wie im ersten Posting von mir geschrieben: seine Herrschaft trägt diktatorische Züge, und zwar massive (mit Geheimpolizei und dem ganzen Quatsch der dazugehört). Zur Glorifizierung besteht wahrlich kein Anlass.

Seine Kriegsführung war rücksichtslos, keine Frage (auch den eigenen Soldaten und seinem Volk gegenüber). Er hat den Schwung der Revolution benützt und sich irgendwann als unbesiegbaren Gott des Krieges gesehen.
Sowas kann nur böse enden (wobei es etwas schwierig für ihn gewesen wäre wieder aus der Nummner rauszukommen).

Schnell gestoppt kann ich allerdings nicht nachvollziehen, das dauerte schon ein bisschen - aber das sollen von mir aus die Militärhistoriker klären. Und ich bleibe auch dabei: ein revolutionäres Frankreich umringt von Monarchien wäre nicht geduldet worden - das ist der Ursprung der napoleonischen Kriege.

Den Code Civil finde ich fortschrittlich, und bin überzeugt dass die Monarchien ihn nicht so einfach übernommen hätten. Genau so schade finde ich dass die reaktionären Kräfte nach 1815 wieder die Oberhand gewonnen haben.

schöne Grüße
(zum Code Noir bin ich fündig geworden, merci, wahrlich kein Ruhmesblatt für alle Machthabenden)





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