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Rixa Wie lese ich, welche Beschreibungen "brauche" ich? 23.02.2008, 07:09 Uhr
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So, das jetzt mal rausgekoppelt aus dem "Tore der Welt"-Thread.
Vorgeschichte: Ich war so unvorsichtig, die Schreibweise aus "Saeulen der Erde" mit der eines Kinderbuches zu vergleichen.

Gut, Kinderbuch ist sicher etwas ueberzogen dargestellt. Und ja, es gibt durchaus schlechter geschriebene Buecher. Es gibt aber auch unzaehlige besser geschriebene Buecher - und bei dem ganzen Hype, der um "Die Saeulen der Erde" gemacht wurde von wegen Weltbestseller und so, da hab ich mir einfach mehr versprochen.

Mal ein Beispiel aus der Szene, die ich heute frueh auf dem Klo (*oops*) gelesen habe. Tom erreicht Salisbury, geht auf die Burg wo er Baumeister und Bischof zu treffen hofft. Sieht zwei Maenner an einer Sandmalkiste. Follet sagt zuerst, was der Bischof macht (als alten runzligen Mann beschrieben - soweit ok), und sagt hinterher, was der Baumeister macht - und da kommts, WARUM muss er mir JETZT erzaehlen, dass der Baumeister eine Lederschuerze traegt? Das haett er sagen koennen, wenn die Lederschuerze als das Unterscheidungsmerkmal zwischen den beiden Maenner herhalten muss - aber dann haette er die ganze Szene eben andersrum aufbauen muessen. Nachdem ich weiss, wer der Bischof ist, ist es mir voellig wurscht, was der Baumeister anhat. Und ebenso ist es mir hindertprozentig egal, was der Waechter am Torhaus anhat - untersetzter Mann ist ok und reicht voellig hin als Beschreibung.

Ich hab einfach nicht dieses Beduerfnis, dass mir alles an Kleidung und so bis ins Detail aufgetischt wird. Das langweilt mich entsetzlich. Sowas kann man machen bei besonderen Szenen (Hochzeiten oder so), wenn Kleidung wichtig wird, aber sonst...
Haben Leser, die auf solche Art Beschreibungen Wert legen, ueberhaupt keine eigene Phantasie? Fuer mich spielt meine eigene Phantasie beim Lesen immer eine ganz wichtige Rolle. Ich will nicht, dass der Autor mir in kleinsten Einzelheiten das Aussehen seiner Charaktere darstellt. Charakter, Wesen, ja. Aber darueber hinaus will ich mir mein eigenes Bild machen. Was ist, wenn die Hauptperson, die mir eigentlich total sympathisch ist, staendig in pink rumlaeuft (jetzt mal krass gesagt), ich aber die Farbe pink nicht leiden kann? Mit der SYmpathie waer es aus... Selbst das Wesen, der Charakter der Figuren braucht mir nicht so stumpf aufs Auge gedrueckt zu werden. Lass die Leute reden, interagieren, lass Mienen spielen und Reaktionen auf Aktionen folgen - ich hab genug Phantasie, um mir dann vorstellen zu koennen, mit was fuer einer Sorte Mensch ich konfrontiert bin.

Ich kann immer wieder nur meine Lieblingsautorin aus Kindertagen nennen, Liselotte Welskopf-Henrich. Deren Sprache klingt heute vielleicht auch schon was angestaubt (schrieb halt vorwiegend in den Fuenfzigern und Sechzigern), aber sie bringt genau die Essenz hin, wie ich sie gerne lese, wahrscheinlich lese ich eben wegen ihr deswegen lieber ohne zu genaue Beschreibung. Kleidung z.B. kommt bei ihr nur dann zur Geltung, wenn sie zur Szene wichtig wird. Wenn der Hauptcharakter mal wieder ganz in schwarz unterwegs ist, weil er mit jemandem abrechnen muss. Oder seine Frau im reinweissen wollenen Badeanzug bei der Schwimmbaderoeffnung auftaucht - rein und pur, schlicht und simpel. Bei den vielen Figuren, bei denen Kleidung ueberhaupt gar nichts bewirkt, wird selbige auch nie erwaehnt. Und ich hab alle Freiheit der Welt, mir die Leute so auszumalen, wie ich will. Dann hat der eklige Typ, der dem Helden immer wieder ein Bein stellen will, eben in meinen Augen ein rosafarbenes Hemd an - auch wenn Frau Welskopf das sicher selbst nicht so im Kopf hatte, aber sie schreibt mir nicht vor, den Charakter mit ihren Augen zu sehen.

Darauf kommt es bei mir an. Gut geschriebene Buecher lassen immer Spielraum fuer mich, mich in die Szene reinzuversetzen. Wenn mir jede Einzelheit eingetrichtert wird, pass ich da nicht mehr rein, so von wegen "hineinversetzt". Dann sitz ich unbeteiligt davor und guck zu - und langweile mich moeglicherweise dumm und dusselig, weil es keine kleinen Geheimnisse mehr zu entdecken gibt...

"Cela resamble bien un romang et en le racontemps, bien de jans ne vous croirong pas."

tassieteufel AW: Wie lese ich, welche Beschreibungen "brauche" ich? 23.02.2008, 09:45 Uhr
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Hallo Rixa,

interessantes Thema, habe leider im Moment nicht allzuviel Zeit um drauf einzugehen, weil ich arbeiten muß.
Aber ich glaube, daß es für einen Autor immer so eine Gratwanderung ist, gerade bei Romanen mit historischem Hintergrund. Schreibt er zu wenig Details über Kleidung, Sitten und Gebräuche etc... rein, dann wird ihm vorgeworfen, historisch wenig korrket zu sein und das die Handlung austauschbar und an beliebigem Ort und Zeit hätte spielen können, schreibt er zuviel, ist's auch wieder nicht recht und manche meinen, man hätte ihnen eine historische Abhandlung über die entsprechende Zeit vorgesetzt. Ich denke, eine gute Mischung macht es, aber da hat eben jeder Leser einen anderen Geschmack und für einen Autor ist es sicher schwer, es jedem Recht zu machen.

Da Du gerade auf L.W. Henrich zu sprechen kommst (an die Badeanzugszene kann ich mich übrigens noch gut erinnern!), gerade diese Bücher der Reihe spielten zu der Zeit, als die Autorin auch lebte, da weiß halt auch jeder der zeitgleich geschriebene Romane liest, wie eben die Kleidung seiner Zeit aussieht, eine ganz ausführliche Beschriebung ist da nicht notwendig, heute 60 JAhre später wäre es für einen Leser sicher schon interessanter zu lesen, wie genau die Badebekleidung (um mal bei dem Beispiel zu bleiben) in den 50gern aussah. Wenn ich z.B. ein Buch aus den Anfängen des Badeanzugs lesen, dann hätte ich persönlich gerne eine etwas genauere Beschreibung, da diese Mode sehr von der heutigen abweicht. Auch wäre es sicher interessant ein wenig über Entstehung und Erfinder etc. zu erfahren, aber das mag jeder anders empfinden und nat. kommt es auch immer darauf an, in welchem Zusammenhang der Autor/rin das gerade erwähnt.

Speziell zu den "Säulen der Erde" kann ich nichts sagen, da ich das Buch nicht kenne. Allerdings mag ich wie Du auch Bücher, die meiner Phantasie Raum lassen, bei zu haargenauen Beschreibungen wird einem da schon sehr der Spielraum genommen. Wenn ich z.B. Agatha Christie lese, sieht Miss Marple für mich immer wie Margaret Rutherford aus, obwohl die ja nun mit der Beschreibung der Autorin vom Äußeren her wenig gemein hat, aber die Frau hat für mich zumindest, die fiktive Figur perfekt verkörpert.

Liebe Grüße tassie...

Der wahre Zweck eines Buches ist, den Geist hinterrücks zu eignem Denken zu verleiten. -Christopfer Morley-

olympia AW: Wie lese ich, welche Beschreibungen "brauche" ich? 23.02.2008, 10:51 Uhr
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[zitat WARUM muss er mir JETZT erzaehlen, dass der Baumeister eine Lederschuerze traegt?

Selbst das Wesen, der Charakter der Figuren braucht mir nicht so stumpf aufs Auge gedrueckt zu werden.

Haben Leser, die auf solche Art Beschreibungen Wert legen, ueberhaupt keine eigene Phantasie?

Gut geschriebene Buecher lassen immer Spielraum fuer mich, mich in die Szene reinzuversetzen. .[/zitat]




Rixa,

sorry, aber Deine ziemlich extreme Sichtweise kratzt nun an meiner Ehre. Wieso maßt Du Dir an zu behaupten (bzw. zu hinterfragen), dass Leser keine Phantasie haben, wenn der Autor so detailiert das Aussehen und die Charaktere beschreibt? Du kannst das nur subjektiv beurteilen was DIR gefällt.

Ob ein Buch "gut" oder "schlecht" ist, kann - wenn überhaupt - ein professioneller Kritiker schreiben. Du (und da zähle ich uns alle hier dazu) kannst nur als Leser Deinen subjektiven Eindruck und Deine Vorlieben wiedergeben.

Mir hat gerade diese so exakte Beschreibung der Figuren, der Charaktere und vor allem der Architektur in "Die Säulen der Erde" so gut gefallen. So habe ich die Protagonisten richtig vor Augen. Ob ich keine Phantasie habe? Das möchte ich heftig bestreiten!
Wenn ich Kenn Follet`s Buch mit "Die Kathedrale des Meerés" vergleiche, so war für mich der Wermutstropfen, dass die Bekleidung der Darsteller so gut wie gar nicht beschrieben wurde.

Wie Tassie schon schrieb, es ist für einen Autor immer eine Gratwanderung, da Leser einfach unterschiedliche Wünsche und Vorstellungen haben. Gott sei Dank!! Im Grunde entscheiden die Vorlieben der Mehrheit der Leser, ob ein Buch als gut oder schlecht EMPFUNDEN wird. (der literarische Wert ist ein anderer Punkt)

So wie Du den Hype um "Die Säulen der Erde" nicht verstehen kannst, war es für mich z. B. nicht nachvollziehbar, welch übermäßiges Getuees um das Buch "Glennkill", den Schafskrimi, gab. Dieses Buch habe ich nicht mal zu Ende gelesen. Sieht man sich die Rezensionen an, so könnten sie unterschiedlicher nicht sein.

Es ist immer das eigene Empfinden ob einem ein Buch anspricht oder nicht und ich würde jemanden, der gegenteiliger Meinung über ein Buch ist als ich, niemals seine Phantasie oder sonst irgendetwas absprechen.

Nichts für ungut Rixa, ich will Dich bestimmt nicht persönlich angreifen, aber mir ist einfach aufgefallen, dass Du Deine subjektiven Sichtweisen immer sehr "heftig" darstellst. Bis jetzt wollte ich das nie kommentieren, aber Du trägst Dich ja auch mit dem Gedanken, selber ein Buch zu schreiben, oder? Du wirst dann doch sicher vieles der Phantasie des Lesers überlassen, nicht? Naja, alles andere wäre ja paradox zu dem was Du hier schreibst. Allerdings KÖNNTE es Dir ja dann auch passieren, dass gerade das einmal ein Kritikpunkt Deines Buch ist.........







Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Jeder meint, dass er genug davon hat. R. Descartes

tassieteufel AW: Wie lese ich, welche Beschreibungen "brauche" ich? 23.02.2008, 11:38 Uhr
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Mit der Phantasie ist das so eine Sache, ich habe
auch kein Problem damit, mir bei einer sehr genauen Beschreibung etwas so vorzustellen, wie es mir beim Lesen "gerade in den Kram paßt" um es mal salopp auszudrücken. Allerdings finde ich es schon hilfreich, z.B. bei Personenbeschreibungen ob jemand groß, dick, hager, langhaarig oder blauäugig etc. ist, nat. muß jetzt nicht die letzte Pore beschrieben werden, aber wenn so gar nichts über eine Person oder einen Ort gesagt wird, dann wird dem Autor meist vorgeworfen, das Personen farblos sind und das "zeitgemäße Flair" (bei hist. Romanen) fehlt.
Wie ich schon schrieb ist es für einen Autor sicher schwer einzuschätzen, wie viel oder wie wenig gerade gut genug ist. Denn jeder Leser empfindet das anders, was dem einen zuviel an Beschreibung ist, das fehlt wieder dem anderen. Zum Glück gibt es ja für jeden Geschmack etwas.....

Der wahre Zweck eines Buches ist, den Geist hinterrücks zu eignem Denken zu verleiten. -Christopfer Morley-

Samanta AW: Wie lese ich, welche Beschreibungen "brauche" 23.02.2008, 12:29 Uhr

Hallo Rixa,

ich kann deine Gedanken eigentlich gut nachvollziehen.
Vorab - ich habe weder die Säulen der Erde, noch die Tore der Welt gelesen (ich mag keine Mittelalterromane) ... allerdings führe ich mir ab und an Leseproben von Büchern zu Gemüte und das habe ich bei Tore der Welt mal getan.

So unrichtig ist deine Bemängelung der Sprache gar nicht. Die ist wirklich sehr schlicht und modern gehalten (etwas womit ich übrigens grundsätzlich im historischen Roman nix anfangen kann).
Übrigens wurde genau das gestern im ZDF in der Sendung Akzente (ich glaube, es war Akzente) bemängelt.
Im Kontext: Das Gedankengut und die Sprache ist zu einfach und erinnert eher an Personen unserer Zeit.

Und zu deinem Problem mit den Beschreibungen

Zitat:

Lass die Leute reden, interagieren, lass Mienen spielen und Reaktionen auf Aktionen folgen - ich hab genug Phantasie, um mir dann vorstellen zu koennen, mit was fuer einer Sorte Mensch ich konfrontiert bin.

Ich denke, wenn Personen in historischen Romanen zu modern reden und denken, greift der Autor eben zu anderen Stilmitteln, um das Zeitkolorit wieder stimmig zu bekommen ... er fängt an, für seine Leser zu visualisieren und extrem viel zu beschreiben, um das Manko irgendwie auszugleichen.

Ob man das gut findet, muss jeder selbst entscheiden.
Ich mag es z. B. nicht und kaufe deshalb keinen Roman, ohne vorher anzulesen. Dabei wandern dann mittlerweile 80 % der Bücher wieder zurück auf den Ladentisch - leider...

Rixa AW: Wie lese ich, welche Beschreibungen "brauche" 23.02.2008, 13:37 Uhr
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Olympia, ich habe ja nicht angemasst. Ich habe eine FRAGE gestellt (wie du ja auch zitiert hast). Ich habe mich gefragt (und diese Frage hier laut gestellt) wie Leser, die eine derart intensive Beschreibung der Personen brauchen, ihre eigene Phantasie noch mitleben lassen beim Lesen. Ich kann es mir nicht vorstellen, aber deswegen hab ich die Frage ja gestellt. So dass es mir ggf jemand erklaeren kann.
Und ja, man kann diesen Thread auch gerne als eine Art "Recherche" fuer meine eigene Geschichte und die Art, wie ich sie erzaehlen will, ansehen. Obwohl ich mir nicht vorstellen kann, jemals in so unwichtige Details abzugleiten, wie sie Herrn Follets Buch (bis dahin, wohin ich es bis jetzt gelesen habe) so dick gemacht haben. Viel passiert ist noch nicht, aber die Seitenzahl ist schon beachtlich. Aber vielleicht hilft es mir dabei, selbst den Beschreibungen etwas mehr Raum zu geben. Allerdings haette ich kein Problem damit, wenn Leute fehlende Beschreibungen bemaengeln, denn ich wuesste, ich bin nicht der einzige Leser, der so liest wie ich und zu viele Beschreibungen eben eher hinderlich findet. Jeder liest eben anders. Ich wuerde meinen Figuren Farbe verleihen, indem ich sie reden und agieren lasse - wie sie gekleidet sind, wuerde ich, ausser in Schluesselmomenten, der Phantasie des Lesers ganz und gar ueberlassen (auf diese Art und Weise kann mir auch niemand nachsagen, ich habe schlecht recherchiert - ich sage nicht nur nichts richtiges, sondern auch nichts falsches, ich waehle den Mittelweg und sage gar nichts, sondern lasse agieren).
Klar, indem man den Figuren auf diese Art "Farbe" verleiht, dauert das "Einfaerben" etwas laenger, als wenn ich sofort eine halbseitige Beschreibung von Bartwuchs und Tunikafarbe und -material abliefere. Aber auch das gehoert fuer mich zur Art und Weise, ein Buch zu lesen, Das ist wie Zwiebelnschaelen, eine Lage nach der anderen abziehen und dem Charakter Leben einhauchen...

Wie gesagt, das ist MEINE Art, und ihr duerft mir gerne erzaehlen, was fuer euch zum guten Buch gehoert, was Beschreibungen angeht... ich hoer gerne zu... und lern was dabei...

"Cela resamble bien un romang et en le racontemps, bien de jans ne vous croirong pas."

Margitta AW: Wie lese ich, welche Beschreibungen "brauche" ich? 23.02.2008, 13:48 Uhr
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Es kommt immer auf die Art des Buches an .Lese ich einen Krimi von Agatha Christie die von den Studien an den personen lebt wäre ich enttäuscht wenns nicht so wäre. Auch möchte ich gerade bei hist. Romanen eine genauere Beschreibung haben.(Viele details werden da auch entschüsselt. Ich werde nur ärgerlich ,wenn ich Detailwissen erwarte (wie zum Beispiel ein Buch von einem Medici geschrieben -über die Medici )und ich lese nur Allgemeinplätze.Das macht mir keinen Spaß. Ansonsten hat jedes Buch seinen Leser.Und das ist doch eigentlich das was wir wollen. Für unser gutes Geld gute Unterhaltung.Wie auch immer.
Rixa AW: Wie lese ich, welche Beschreibungen "brauche" 23.02.2008, 13:48 Uhr
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PS Olympia, ich denke schon, dass ein LEser das Recht hat zu beurteilen, ob ein Buch "gut" oder "schlecht" ist. Denn als der LEser bin ich der, der fuer das Buch seine Talerchen in der Buchhandlung laesst. Das ist nicht der Kritiker, das bin ich. Und ich kann mir dann schon anmassen zu sagen "boah grottenschlecht!" - auch wenn das nur meine subjektive Meinung ist. Ist es denn vom professionellen Kritiker nicht seine subjektive Meinung?

Wenn ich jetzt Ken Follet mal Bernard Cornwell vergleichen wollte, dann kaeme Ken Follet aber geradezu miserabel dabei weg. In "Stonehenge" wird Cornwell auch architektonisch, auch wenn es eher Theorien sind und weniger Recherche-Fakten, die er verarbeitet (aus bekannten Gruenden, Stonehenge ist ja was aelter). Aber WIE Cornwell das macht, das ist eben deutlich besser - deutlich kuerzer, aber in Sachen Unterhaltsamkeit - immer mit MEINEN Augen gesehen - deutlich ausgereifter.
Weitere richtig gute Beispiele von wirklich gut erzaehlten historischen Romanen sind die Orkney-Wikinger-Romane von Juliet Marillier (auch wenn mit einem Einschlag an Fantasy, was eigentlich nicht so mein Ding ist). Und eine weitere grossartige Erzaehlerin, die mit so sehr viel weniger Buchumfang auskommt, ist Amy Tan.
Allerdings muss ich hier einschraenkend dazusagen, dass ich alle diese Buecher ausschliesslich im englischen Original gelesen habe. Und da ich aus deutschen Synchronisationen englischsprachiger Filme viele Schoenheitsfehler kenne, kann ich mir vorstellen, dass das auch bei Buechern evtl vorkommt... dass die deutsche Uebersetzung einfach schlecht ist. Deswegen ja meine Vermutung im Eigangsposting, es koennte an der Uebersetzung liegen, dass das Buch so sehr viel schlechter als erwartet ist...

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Margitta AW: Wie lese ich, welche Beschreibungen "brauche" ich? 23.02.2008, 13:49 Uhr
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Naja ,mit mit meiner Interpunktion ist es nicht weit her ,aber ich hoffe Ihr versteht was ich meine.
Margitta
olympia AW: Wie lese ich, welche Beschreibungen "brauche" ich? 24.02.2008, 17:29 Uhr
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Rixa,

sicher hast Du Recht, wenn Du meinst, als Leser auch ein Kritiker zu sein. na no na *zwinkert* Immerhin bestimmt der Leser was gekauft wird. Vielleicht habe ich mich auch mißverständlich ausgedrückt, denn natürlich gibt es auch (professionelle) Kritiker die nur subjektiv beurteilen. Dies ist aber absolut unkorrekt! Ich kann das nur vom künstlerischen (Bilder, Malerei, Skulpturen etc..) Blickwinkel angehen, da dies der Bereich ist, in dem ich ausgebildet wurde.

Betrachtet z. B. ein Galerist ein Bild wegen der Einschätzung des Wertes, so darf er dies nicht vom subjektiven Standpunkt sehen. Er muss den Pinselstrich, den Künstler, die Wertstellung des Stils und auch die Nachfrage berücksichtigen. Ist das Bild im expressionistischem Stil und bevorzugt der Kritiker Imprssionisten, so darf ihn das nicht verleiten, das Bild schlechter zu bewerten. Der Käufer allerdings wird nur danach gehen, ob ihn das Bild anspricht oder nicht. Gefällt es dem Käufer nicht, heißt es nicht, dass das Bild nichts wert ist. Und das wollte ich damit sagen, als ich von einem professionellen Kritiker schrieb und Lesern wir wir es sind. *grinst*

Und: egal wie gut Du Dein Buch einmal schreiben wirst, es wird sicher welche geben, denen es nicht gefällt. (wäre natürlich wünschenswert, wenn es nicht so ist *grinst* )

Samanta,
ich habe "Aspekte" auch gesehen. Der Punkt der Sprache die in dem Buch "Die Tore zur Welt" vom modernen Gesichtspunkt berichtet, wurde ja aufgenommen. Allerdings war die Frage an den Autor, weshalb er dies so schreibt und - zumindest habe ich das so empfunden - war nicht als Kritik gemeint. Follet hat ja auch gesagt, dass dies er dies ganz bewußt so geschrieben hat. Ob es einem gefällt sei mal dahin gestellt........


Obwohl mir "Die Säulen der Erde" sehr gut gefallen haben und ich sicher den Nachfolgeband lesen werde, muss ich sagen, dass mir Ken Follet im Interview nicht so wirklich sympatisch rübergekommen ist, wie ich es mir vielleicht gewünscht hätte *rollt mit den Augen*
Aber er ist ja eben ein Mann ........... *zwinkert*

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