Small Talk in der Plauderecke » AW: Die erste literarische Liebe (Seite 2)
| tassieteufel | AW: Die erste literarische Liebe | 16.07.2008, 18:53 Uhr |
|---|---|---|
|
|
Kurioser Weise konnte ich mein erstes Buch noch gar nicht selbst lesen, als ich es schon auswendig vortragen. Ich habe mir das so oft vorlesen lassen, daß ich jede einzelne Geschichte dann auswendig konnte und meine Omi, die beim Vorlesen gern mal was weggelassen hat, wurde dann von mir immer penibel darauf hingewiesen, daß da jetzt was nicht stimmte. Wann immer ich mit dem Buch anrückte, verdrehte jeder in der Familie die Augen, weil es allen außer mir schon zum Hals raus hing. Heute wird noch gern in der Familie erzählt, wie ich mit ca. 5 Jahren da saß, Buch in der Hand und laut "gelesen" hab, meist habe ich aber vegessen, die Seiten umzublättern War aber nicht so wild, weil ich ja eh nicht im eigentlichen Sinne gelesen hab. Mein Pa hat aber auch oft mit nem Buch dagesessen und das wollte ich nat. auch. Dann hab ich ihn aber ziemlich genervt, weil ich immer laut "gelesen" hab. Das Buch war übrigens Sagen aus dem Nordischen Märchenwald in altdeutscher Schrift. Später waren dann bei mir wie bei Rixa "Die Söhne der großen Bärin" meine absoluten Favoriten, die habe ich zig mal gelesen. Der wahre Zweck eines Buches ist, den Geist hinterrücks zu eignem Denken zu verleiten. -Christopfer Morley- |
|
| anath | AW: Die erste literarische Liebe | 16.07.2008, 21:05 Uhr |
|
|
Ich glaub, ich darf das eigentlich gar keinem erzählen, aber irgendwo hier hab ich's schon mal zum Besten gegeben. Meine erste eigenständige Lektüre waren "Zadiks Schicksal" von Voltaire und eine antike Schmonzette von einem Schriftsteller namens Longus(man denke,was man will!), das Buch hieß "Daphnis und Chloe". Die Bücher lagen in der Dachkammer bei meiner Oma rum, keine Ahnung wo die her kamen, gelesen hat sie in diesem Haushalt garantiert niemand außer mir.Dann war da noch ein Buch, das hieß "Das Tor" und es waren Gedichte, muß so eine Art Schulbuch gewesen sein. Irgendwann ist dann mal jemand auf den Trichter gekommen, daß man mir ja Bücher schenken könnte, da kriegte ich dann "Tom Sawyer" und die geheimnisvolle Insel. Das war so ziemlich die erste altersgerechte Lektüre, da war ich neun... Bis dahin habe ich mir alles so zusammen gesucht. Offenbarung war für mich dann die Bibliothek und mit ihr die ersten Histo-Schmöker : Gerda Rottschalks Bücher zur Geschichte, Willi Meinck mit "Marco Polo" und "Hatifa","Der Untergang der Jaguarkrieger"... "Marco Polo" muß ich vorher schon gelesen haben, ich fand den Namen so toll und habe meine Eltern überredet, meinen Bruder Marco zu nennen, er ist acht Jahre jünger als ich. Klasse fand ich die Literaturempfehlungen hinten im Geschichtsbuch: "Teti und die Grabräuber von Theben"! Was'n Schmöker. "Die Söhne der großen Bärin" habe ich auch regelrecht gefressen... Lustig war nur , als mein Vater mir Balzacs "Tolldreiste Geschichten" mit der bemerkung aus der Hand wand :"Das ist noch nichts für dich!". Da war ich zwölf oder dreizehn. Dafür durfte ich dann "Die geheimnisvolle Insel" lesen. Wenn mein alter Herr geahnt hätte was ich so alles schon gelesen hatte, der wär glatt umgefallen... Vergeben und vergessen ? Ich bin weder Jesus noch habe ich Alzheimer ! |
|
| anath | AW: Die erste literarische Liebe | 16.07.2008, 21:08 Uhr |
|
|
Übrigens :Literarisches Grundnahrungsmittel für mich waren Märchen, davon hatte meine Mutter in Leningrad einige Bücher gekauft (auf deutsch!) .Das war außer Bildbänden so ziemlich das einzige im elterlichen Bücherschrank... Bin wohl voll aus der Art geschlagen...
Vergeben und vergessen ? Ich bin weder Jesus noch habe ich Alzheimer ! |
|
| monika62 | AW: Die erste literarische Liebe | 16.07.2008, 21:09 Uhr |
|
|
...bei mir war es auch der Räuber Hotzenplotz und später Robinson Crusoe...dazwischen die üblichen Mädchen Internatsbücher wie Dolly und Hanni und Nanni Liebe Grüße Monika Wenn man Engeln die Flügel bricht, fliegen sie auf Besen weiter ! |
|
| monika62 | AW: Die erste literarische Liebe | 16.07.2008, 21:14 Uhr |
|
|
ach und nicht zu vergessen....meine Mutti hat meiner Schwester und mir immer Peter Rosegger vorgelesen...aus einem riesigen braunen Buch in altdeutscher Schrift! (nach diesem Buch fahnde ich schon seit Jahren!) LG M. Wenn man Engeln die Flügel bricht, fliegen sie auf Besen weiter ! |
|
| Pangloss | AW: Die erste literarische Liebe | 16.07.2008, 23:36 Uhr |
|
|
Wenn ich mich recht erinnere, waren meine ersten Leseversuche natürlich "Die kleine Raupe Nimmersatt" und später dann "Die kleine Hexe" von Otfried Preußler. Beliebt waren natürlich auf Heft von Asterix und Yps, falls das noch jemand kennt. Gut, das ist keine anspruchsvolle Literatur (Yps, meine ich), liess mich aber lesen. An Kinderbüchern hab ich dann wohl Pitje Puck gelesen, soweit ich mich erinnern kann. Ach ja, lang ists her... | |
| Ulli-und-keine-5-Tage | AW: Die erste literarische Liebe | 17.07.2008, 09:49 Uhr |
|
|
Ich vermute, daß meine Leidenschaft einfach mit dem ersten Buch, das nicht Bilderbuch war, begann. Wie andere hier auch, habe ich alles gelesen, was mir unter die Nase kam, sei es die übliche Kinderliteratur oder auch (wie Anath) "Die tolldreisten Geschichten", "King Ping Meh" oder "Die Nonne". Meine ersten Lieblinge aber waren Karl May, dessen "Winnetou I" ich mit 7 von meinem Vater feierlich überreicht bekam und 2, 3 Jahre später Luise Rinser. Beide Autoren haben mich entscheidend und in vielerlei Richtung geprägt, sei es betreffend Literatur, sei es die Lebenseinstellung betreffend. Yes, england, boy! A big, damn foggy island nor-nor-east of ushant. Think, you can find it? |
|
| KatharinaHisto | AW: Die erste literarische Liebe | 17.07.2008, 10:00 Uhr |
|
|
Oh mein Gott. Die beiden Bücher, die meine Kindheit am entschiedensten geprägt haben, waren "Madita" und "Mio, mein Mio" von Astrid Lindgren. Sie stehen immer noch beide in meinem Bücherregal und ich werde sie nie wieder hergeben. Immer, wenn ich "Madita" gelesen habe, habe ich gedacht: Ich bin ganz genau wie sie! Ich kann mir noch heute sehr bildlich das Haus und den kleinen Fluss, Maditas Heim, vor Augen führen, ganz so, wie ich es mir damals in meiner Fantasie ausgemalt habe. Und "Mio, mein Mio" war ein unbeschreiblich schönes Buch. Ich kann mich heute gar nicht mehr so sehr an die Geschichte erinnern, ich weiß nur noch, dass es eine der schönsten Geschichten war, die ich in jungen Jahren gelesen habe. Als Astrid Lindgren vor einigen Jahren starb, hatte ich Tränen in den Augen |
|
| Zandi | AW: Die erste literarische Liebe | 17.07.2008, 10:01 Uhr |
|
|
Meine Oma hat mir als Kind immer die Nesthäckchen-Bücher vorgelesen.Ich wollte die unbedingt allein lesen können obwohl sie in altdeutscher Schrift geschrieben waren. Ich habe diese Bücher geliebt und würde sie auch jetzt noch mal lesen. Später gehörte meine ganze Liebe Karl May und seinem Winnetou. Obwohl ich Bücher die in ICH-Form geschrieben sind nicht so gerne mag gehören die Winnetou-Bücher zu meinen liebsten Kindheitserinnerungen. Ein Buch, das man liebt darf man nicht leihen, sondern muss es besitzen. (friedrich Nietzsche) |
|
| olympia | AW: Die erste literarische Liebe | 17.07.2008, 10:10 Uhr |
|
|
Meine Tante hatte eine riesen Schwarte von Wilhelm Busch. Dieses Buch liebte ich heiß! Nicht nur deswegen, weil es so schön bebildert war. Ja, und dann liebte ich noch "Struwwelpeter". Wo dieses Buch hingekommen ist, wüßte ich heute gerne........ Und "Der Suppenkaspar" "Hans guck in die Luft" "Daumenlutsch" (tat der mir leid, als man ihm die Daumen abzwickte!!) "Zappel Philipp" (hat mir meine Oma immer gezeigt, wenn ich wieder mal so zappelig war Das sind für mich ganz prägende Erinnerungen Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Jeder meint, dass er genug davon hat. R. Descartes |
|









