Small Talk in der Plauderecke » Die Welle - Buch und Film
| Larna | Die Welle - Buch und Film | 08.04.2011, 23:15 Uhr |
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Hallo zusammen! Ich habe heute Abend in Pro Sieben den Film "Die Welle" gesehen. Bereits in der Schule habe ich das Buch von Morton Rhue gelesen und war damals schon tief beeindrückt und betroffen. Der Film hat das jetzt wiederholt. Ich finde es faszinierend, wie leicht es ist, die Grundprinzipien einer Diktatur umzusetzen. Natürlich ist das ganze überspitzt dargestellt, ich kann mir nicht vorstellen, dass es so schnell, d.h. innerhalb weniger Tage, funktioniert, eine solche "Welle" zu veranstalten und alle an einem Strang ziehen zu lassen. Doch gut gelungen fand ich die Gründe aufgezeigt, warum so eine Gruppe funktionieren kann: Zusammengehörigkeitsgefühl, nicht alleine da zu stehen, kein Außenseiter mehr zu sein, sich in einer Gruppe aufeinander verlassen zu können, sich gegenüber anderen hervozuheben, "etwas" darzustellen, etwas zu bewegen. Insgesamt gesehen fand ich Buch und Film faszinierend und erschreckend gleichermaßen, denn besonders Kinder und Jugendliche sind leicht beeinflussbar. Ich weiß nicht, wie ich als Jugendliche reagiert hätte, fürchte aber, dass ich nicht dem Widerstand angehört hätte. Heute ist das, hoffe ich zumindest, anders, aber damals... Wie fandet ihr das Buch/ den Film? Glaubt ihr, dass so etwas tatsächlich möglich ist bzw. war? Lieben Gruß Larna P.S. Der Toleranztest, den ProSieben danach gezeigt hat, war auch sehr aufschlussreich und zeigt, dass in Deutschland in Bezug auf Toleranz "noch Luft nach oben ist", wie die Reporterin zum Abschluss sagte. Hat das zufällig von euch jemand gesehen? "Lieber Orangenhaut als gar kein Profil" (Ina Müller) |
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| adhara | AW: Die Welle - Buch und Film | 09.04.2011, 09:02 Uhr |
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Ich habe mich schon vor Jahren mit dem Thema "Die Welle" beschäftigt - mein ältester Sohn kam damals gerade ins Alter der Schülerinnen und Schüler im Buch/Film. Zuerst habe ich das Buch gelesen, viel später den Film gesehen. Beides habe ich auch allen meinen Kindern geschenkt - um ihnen aufzuzeigen, dass man frühzeitig gegen eine solche Tendenz steuern muss. Soweit ich weiss, beruht das Buch auf einer wahren Geschichte. Damit ist auch erklärt, dass es sehr wohl möglich ist, eine solche Bewegung in Gang zu bringen. Ob der Zeitrahmen stimmt - wer weiss. Aber nur alleine schon die Möglichkeit, die Welle überhaupt zu lancieren und damit die jungen Menschen mitzureissen, hat mich erschüttert. Ich finde, man sollte das Thema mit seinen Kindern besprechen und ihnen aufzeigen, dass es Wege gibt, sich dagegen zu stellen. Wenn ich mir beispielsweise das Thema Mobbing in der Schule vor Augen führe, so hat das viel mit der Welle zu tun. Und das ist durchaus gang und gäbe bei allen Schulen. @Larna Wenn Dir die Welle gefallen hat, könnte Dir auch "Das Experiment" (oder als Buch: Mario Giordano/Black Box) zusagen. Es geht in eine ähnliche Richtung - die psychologischen Vorgänge sind wohl vergleichbar. |
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| tweedy39 | AW: Die Welle - Buch und Film | 09.04.2011, 14:17 Uhr |
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Das Buch habe ich nicht gelesen, aber ich habe mir gestern den Film angeschaut. Ich glaube schon das das heute noch möglich ist, wenn auch vielleicht nicht in der kurzen Zeit. Gerade die Menschen die vorher unsicher waren fühlen sich plötzlich stärker und sicherer und irgendwie familiär geborgen, allein deshalb wird so etwas immer funktionieren. Und was einmal (nicht falsch verstehen) grundsätzlich gut begonnen oder gedacht war, fängt an eine Eigendynamik zu entwickeln und die Menschen werden größenwahnsinnig. Gemeinschaft ist ja grundsätzlich nicht schlecht Die entscheidenden Probleme, die wir haben, können nicht auf derselben Denkebene gelöst werden, auf der wir sie erschaffen haben - Albert Einstein - |
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