Small Talk in der Plauderecke » Bücher - Verschwendung von Ressourcen?

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tassieteufel Bücher - Verschwendung von Ressourcen? 26.05.2011, 19:10 Uhr
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Hallo liebe Mitcouchler und Büchersüchtige!

Ich möchte mal eine kleine Anekdote erzählen, die mir letztens passiert ist und die mich irgendwie immer noch beschäftigt! *schweigt lieber*
Wir waren bei guten Freunden auf einer größeren Feier und wie das bei solchen Gelegenheiten so ist, trifft man da ja oft eine Reihe von Leuten die man weder kennt noch auf Anhieb einschätzen kann. Im Laufe des Abends geriet ich an ein Pärchen, die scheinbar absolute Ökofreaks sind (bitte nicht falsch verstehen, ich bin auch für Umwelt und Naturschutz und denke das ist ein Feld auf dem noch viel getan werden muß!) Im Laufe des Gespräches erwähnte ich, dass ich viel und oft lese und auch viele Bücher kaufe und besitze. Ach herrje, da hatte ich ja was gesagt! Mir wurde gleich das Argument entgegen geschleudert, das die einzig mögliche Art ein Buch zu nutzen, die Bibliothek sei, wo ein Buch wieder und wieder ausgeliehen werden könne. Ein Buch zu kaufen, einmal zu lesen und dann ins Regal zu stellen, sei eine üble Verschwendung von Ressourcen , die in der heutigen Zeit unmöglich sei! Nun ja, wenn man sowas gesagt bekommt, fehlen einem doch erstmal die Worte, oder? Ich entgegnete dann, das es doch eine wesentlich größere Papierverschwendung sei, wenn Woche für Woche stapelweise Werbung und Kataloge ins Haus flattern würden, die ungelesen im Müll landen, da bekam ich aber nun das Argument zu hören, das würde ja recycelt und wiederverwendet.

Ich will hier nicht in epische Breite alles wieder geben was da gesagt wurde und schließlich will man sich ja auf einer Feier auch nicht wirklich rumstreiten. Ich wurde dann (wie sollte es anderes sein) auf das e-book hingewiesen, aber das Für und Wider haben wir hier ja schon ausführlich diskutiert. Mein Argument, das es doch wesentlich grössere Verschwendungen gibt wurde abgewehrt mit der Begründung, wenn jeder so käme und auf was anderes verweisen würde, würde man es sich zu einfach machen, schon kleine Dinge bei vielen würden großes Bewirken und Umweltschutz etc. müßte bei jedem Einzelnen selbst anfangen. Also muss ich mich in Zukunft beim Anblick meiner wohlgefüllten Bücherregale schlecht fühlen, weil meine Ökobilanz nicht stimmt? Also ehrlich dann ist das Leben doch echt besch……. *rollt mit den Augen* *ist sehr überrascht* *ist störrisch*

Jedenfalls hat mich dieses Gespräch doch irgendwie nachhaltig beschäftigt. Muß man (Frau) bzw. ich mich jetzt tatsächlich schlecht fühlen, weil ich so viele Bücher habe und auch weiter kaufen werde? Ist da möglicher Weise was dran und verschwende ich wirklich Ressourcen oder waren das nur zwei Spinner?
Mich würde mal interessieren wie Ihr das seht, wobei ich ja weiß dass ich hier eher unter Gleichgesinnten bin.

Liebe Grüße tassie

Der wahre Zweck eines Buches ist, den Geist hinterrücks zu eignem Denken zu verleiten. -Christopfer Morley-

Catabejas AW: Bücher - Verschwendung von Ressourcen? 26.05.2011, 19:57 Uhr
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Tassie, bei aller Liebe, die spinnen doch!!! Nimm Dir das um Himmels Willen nicht zu Herzen.

Schon alleine das Argument, Werbung und anderer ungelesener Kram würde ja recycelt. Liest Du wirklich jedes Buch nur einmal (also ich nicht). Und wenn Dir ein Buch nicht so gut gefällt, was machst Du dann? Doch wohl kaum in die Mülltonne, oder? DAS wäre doch dann Verschwendung. Nicht das Weitergeben, Tauschen, Spenden, Verschenken.

Früher habe ich auch viel ausgeliehen, aber seitdem ich selber Bücher kaufe, mag ich das nicht mehr so gerne. Schöne Bücher möchte ich immer wieder lesen können, wenn es mich zu ihnen zieht.

Und das eBook, selbst wenn man es so wie ich durchaus als Zusatz annimmt, ist auch nicht immer eine Alternative.
Ich habe mir diese Woche fünf Bücher gekauft. Ich hatte zwar überlegt, ob das auch was für Oyo oder Hörbuch sein könnte... aber zumindest als als eBook gab es die Bücher nicht. Und als Hörbuch nur fast gekürzt, das mag ich auch nicht so.

Und zu dem Argument mit dem Umweltschutz jedes einzelnen. Natürlich haben sie nicht ganz unrecht. ABER ich finde, jeder hat für sich zu beschließen, wie und mit welchen Mitteln er das für sich umsetzt. Zu beschließen, daß jeder aufs gedruckte Buch verzichten muß (was im übrigen jede Menge Arbeitsplätze vernichtet) geht entschieden zu weit!

Mir fehlen bei so was echt ein bißchen die Worte. U N M Ö G L I C H!

Ich bin zwar schon sehr lange nicht mehr in der Branche (ich habe in einem Papiergroßhandel gelernt) meine ich mich zu erinnern, daß damals doch schon immer mehr eine umweltschonende Papierherstellung aufkam. Chlorfrei hergestelltes Papier (sprich die Papiermasse wird nicht mehr mit Chlor gebleicht) liest man schon immer, aber es gab auch da schon die erste große Firma, die ihre Papierfabrik so umstellte, daß zumindest ein Großteil des benötigten Wassers immer wieder benutzt wird.

Die Zeit, die du für deine Rose verloren hast, sie macht deine Rose so wichtig. Antoine de Saint-Exupéry 'Der kleine Prinz'

adhara AW: Bücher - Verschwendung von Ressourcen? 26.05.2011, 20:12 Uhr
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Tassie, ich musste etwas Schmunzeln, als ich mir die beiden Öko-Freunde vorstellte. Obwohl ich sie nicht kenne, gehe ich davon aus, dass es sich um eine Art "Wegwerf-Gesellschaft" handelt. Ungelesene Prospekte sind ok, weil sie recycelt werden? Aber hallo! Recycling kostet einiges an Ressourcen. Und wenn es nötig wird für etwas, das nie jemandem etwas gebracht, bedeutet hat ist es für mich Verschwendung von Ressourcen pur.

Es wäre durchaus interessant, eine Ökobilanz zu ziehen: Bücher, die in einer Bibliothek stehen und Bücher, die in Regal eines Sammlers stehen. Zieht man wirklich alles in Betracht, dürfte einiges zusammen kommen an Ressourcenverbrauch. Dies ist aber jetzt kein Votum gegen Bibliotheken, die ich gut und sinnvoll finde.

ebooks dürften von der Ökobilanz her ebenfalls nicht nur gut abschneiden. Die Reader werden unter anderem aus nicht erneuerbaren Ressourcen hergestellt - Akkus müssen nach einer gewissen Zeit ersetzt werden und gehören in den Sondermüll etc.

Würde alle nur noch in Bibliotheken Bücher ausleihen, gäbe es bald kaum mehr was zum ausleihen. Einerseits, weil alle Bücher weg wären und andererseits, weil niemand mehr Bücher schreiben könnte... denn von den Bibliotheksexemplaren alleine liesse sich wohl nicht existieren.

Und zu guter Letzt: Irgendwann in Zukunft wird ein Teil der Bücher vielleicht wieder ins Recycling-System eingeschleust. Also ist es doch vermessen, von einem Ressourcenverschliess zu sprechen.
Catabejas AW: Bücher - Verschwendung von Ressourcen? 26.05.2011, 20:19 Uhr
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Adhara fast das viel besser zusammen, als ich es konnte. Zu eReadern und Hörbüchern (bzw. den Geräten auf denen man die hört) fällt mir auch noch ein, daß diese aufgeladen werden müssen. Selbst wenn sie genügsam sind, das benötigt Strom oder Batterien.

Die Zeit, die du für deine Rose verloren hast, sie macht deine Rose so wichtig. Antoine de Saint-Exupéry 'Der kleine Prinz'

tassieteufel AW: Bücher - Verschwendung von Ressourcen? 26.05.2011, 20:35 Uhr
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@cata und adhara,

ja das waren auch meine Gedankengänge und ich bin schon froh, das ich das nicht allein so sehe, aber ich seh grade, das ich in meinem Post oben was vergessen hatte. Bei dem Gespräch ging es nat. nicht nur meine "Bücherverschwendung" auch andere Themen kamen da ins Gespräch, das würde aber hier zu weit führen und hier den Rahmen sprengen, das dumme war nun, das ich bei manchen Sachen der Selben Meinung war wie das Paar und da wurde mir dann vorgeworfen, scheinheilig zu sein.

Ich wills mal an einem Beispiel erklären: ich bin z.B. ziemlich renitent wenn es um Pelztierzucht geht! Ich finde es furchtbar, wenn diese kleinen Tiere in winzigen Käfigen gehalten werden nur damit sich so eine reiche Tusnelda noch den 20. Pelzmantel in den Schrank hängen kann. Sowas gehört bei Strafe verboten!!
Einen Pelzmantel hab ich nicht, will ich nicht und brauchen tue ich son Ding auch nicht, da kann ich ja auch guten Herzens dagegen sein. ABER:
Bücher hab ich, will ich und brauche ich daher würde ich mich nat. auch nur schweren Herzens davon trennen.
Ist es nun tatsächlich so, daß man das was man liebt und gern hat blauäugig sieht? Das andere will man ja eh nicht, also kann man es ja auch mit wehenden Fahnen ablehnen.
Hört sich jetzt sicher wirr an, aber ich hoffe Ihr versteht was ich meine *rollt mit den Augen* .
Vermutlich sollte ich das Ganze nicht zu eng sehen, meine Freundin meinte hinter her zu mir "Du Arme, diesmal hats Dich getroffen" aber irgendwie beschäftigt das Ganze mich doch!

Der wahre Zweck eines Buches ist, den Geist hinterrücks zu eignem Denken zu verleiten. -Christopfer Morley-

Eremita AW: Bücher - Verschwendung von Ressourcen? 26.05.2011, 22:57 Uhr
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Entschuldigung für die harten Worte, aber das Öko-Pärchen ist bekl... äh verrückt. Liebe tassie, kaufe und lies Deine Bücher wie bisher und laß Dir dieses schöne Hobby von niemandem verderben! *nono*

"Wenn Gott den Menschen misst, legt er das Maßband nicht um die Taille, sonderm um das Herz." Sr. Gaudentia Bröcker, Ordensschwester/Clemensschwester

Catabejas AW: Bücher - Verschwendung von Ressourcen? 27.05.2011, 08:30 Uhr
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Tassie, das Pärchen geht wie ich finde einfach zu weit.

Bücher gehören für Dich zur Lebensqualität und das ist Dein gutes Recht. Dich scheinheilig zu schimpfen weil Du dagegen Pelze ablehnst ist eine Frechheit.

Die beiden scheinen einen sehr extremen Weg zu gehen (und wie es in Wirklichkeit mit deren Lebensqualität ausschaut, möchte ich nicht wissen)... schlimm nur, daß sie nicht akzeptieren können, daß andere andere Prioritäten setzen und unbedingt ihren Weg missionieren wollen. Wenn sie so weiter machen, isolieren sie sich nur selbst (ICH wollte die nicht auf meiner Party haben!)

Die Zeit, die du für deine Rose verloren hast, sie macht deine Rose so wichtig. Antoine de Saint-Exupéry 'Der kleine Prinz'

tassieteufel AW: Bücher - Verschwendung von Ressourcen? 27.05.2011, 09:54 Uhr
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Danke Ihr Lieben!

da geht es mir gleich viel besser! ICh kann gar nicht erklären warum mich die Ganze Sache so beschäftigt hat und eigentlich immer noch nicht ganz kalt läßt.
Natürlich gibt es für jede Sache ein Für und Wider und letztendlich kann man sich alles so hinbiegen, wies einem grad gefällt *zwinkert*
aber es ist mir eben noch nie passiert, das ich wegen meiner Bücher als Umweltsünder betituliert wurde *schweigt lieber* *schweigt lieber* ehrlich gesagt hatte ich bei Papierverschwendung eben immer an die Unmengen von Werbung, Katalogen etc. gedacht und nie daran, das meine Bücher nun Schuld sind ,wenn Wälder abgeholzt werden *ist überrascht*
Da Ihr das scheinbar genauso seht wie ich, kann ich die Sache wohl ad acta legen *lacht laut*

liebe Grüße tassie

Der wahre Zweck eines Buches ist, den Geist hinterrücks zu eignem Denken zu verleiten. -Christopfer Morley-

adhara AW: Bücher - Verschwendung von Ressourcen? 27.05.2011, 10:36 Uhr
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Natürlich fällt es leichter, etwas abzulehnen, das für mich selber keinen Verzicht bedeutet. Beispielsweise Pelze. Aber da gibt es dann doch Bereiche, die mich zwar nicht umbringen, die mir aber mehr zu schaffen machen: Möglichst nur Slowfood zu verwenden beispielsweise. Konsequent heisst das für mich, dass ich Erdbeeren beim Bauern in der Region kaufe. Und mich weder von knalligem Rot noch von den Gerüchen in den Läden verleiten lasse, wenn die ersten Marrokaner und Spanier in den Körbchen bereit stehen... Das selbe betrifft Gemüse etc. Alles, was nicht Saison hat und nicht aus Mitteleuropa (Italien zähle ich da mal noch dazu, ist ja unser Nachbarland) stammt, bleibt im Regal. Was in unserer Region wächst oder hergestellt wird, kriegt den Vorzug. Auch wenns etwas teurer ist.

Papier-Recycling ist eine tolle Sache und die Schweizer sind ja in dieser Hinsicht regelrecht sammelwütig. ABER: Es wird noch viel zu wenig Recycling-Papier eingesetzt. Wieso um alles in der Welt gibt es Küchenkrepp, das nicht aus Recycling-Papier besteht? Oder Klo-Papier? Ich sehe da das Buch wahrlich nicht als Ressourcen-Verschleiss. Und genau hier setzt für mich die Scheinheiligkeit des Öko-Pärchens ein. Sie gehen Wege, die auf teilweise nicht erneuerbare Ressourcen setzen und reiten einen Kreuzzug gegen das Buch. Das könnte unter anderem auch daran liegen, dass sie selber keine Leser sind und nicht - mangels Bücher in ihrer Wohnung - als ungebildet gelten wollen. Dafür haben sie sich eine Erklärung zusammen geschustert.

Tassie, ich finde es eigentlich gut, darüber nachzudenken, ob das, was man tut, auch richtig ist. Und ich finde es auch gut, dass Du diese Diskussion hier angeregt hast. Aber bei all diesen Gedanken werde ich eigentlich in Sachen Bücherregal-Haltung ( *grinst* ) nur bestärkt.
olympia AW: Bücher - Verschwendung von Ressourcen? 27.05.2011, 11:15 Uhr
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733


Hallo zusammen,

Wie Adhara, stahl sich auch bei mir ein Lächeln auf die Lippen *zwinkert*
Was den Umweltschutz betrifft bzw den generellen Umgang mit den Ressourcen etc., gehör ich sicher zu denen, die möglichst auf alles achten, was man im Alltag machen kann. (einen Pelz würde ich nicht mal tragen, bekäm ich den Nerz geschenkt! Einfach aus Prinzip!)

Wie schon Adhara schrieb, fiel mir ganz spontan ein, dass dieses Pärchen sehr wohl die Verschwendung von Ressourcen ankreidet, sich aber nicht wirklich Gedanken darum macht. Provozieren, anklagen, verurteilen – aber nicht darüber nachdenken – das ist das, was mir dazu einfällt!! Dass ein e-Book wesentlich mehrökonomischen „Schaden“ anrichtet als Bücher, das ist denen wohl nicht im Klaren! Aus was, glauben die, wird all das elektronische Zeug hergestellt?? Erdöl!! Ohne Erdöl gäbe es keine Computertechnik, generell keine Elektronik, kein Kunststoff für Gehäuse und Bauteile… etc. Und Recyling?? Nur ganz bedingt und außerdem sind gewisse Teile Sondermüll!

Also die beiden wären bei mir an der richtigen Adresse gewesen.. *zwinkert* *grinst breit*

Tassie, vergiss es und lass dir bloß kein schlechtes Gewissen einreden!! Denn wer weiß, vielleicht schnappen wir alle einmal all unsere Bücher und führen sie dem Altpapier zu - dann ist es ja keine Verschwendung von Ressourcen *zwinkert*

liebe Grüße

Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Jeder meint, dass er genug davon hat. R. Descartes

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