Leserunden » AW: Teil 6 der LR "Herrscher d.Nordens-Odins Blutraben (Seite 2)

 
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tassieteufelAW: Teil 6 der LR "Herrscher d.Nordens-Odins Blutraben12.01.2018, 18:40 Uhr
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@Ulf,

danke für das bisherige und weitere Begleiten den Runde! Es ist doch ein ganz anderes Lesen in so einer Runde und dazu noch mit informativer Begleitung druch den Autor! *grinst breit*

Darf ich mal neugierig sein und fragen ob es schon ein neues Projekt gibt auf das wir uns nach Teil 3 schon freuen können und wenn ja darfst Du verraten worum es geht?

Nur wenig geschieht zur rechten Zeit, vieles geschieht gar nicht! Ein gewissenhafter Historiker korrigiert diese Mängel! (Herodot)

tassieteufelAW: Teil 6 der LR "Herrscher d.Nordens-Odins Blutraben12.01.2018, 18:40 Uhr
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@Ulf,

danke für das bisherige und weitere Begleiten den Runde! Es ist doch ein ganz anderes Lesen in so einer Runde und dazu noch mit informativer Begleitung druch den Autor! *grinst breit*

Darf ich mal neugierig sein und fragen ob es schon ein neues Projekt gibt auf das wir uns nach Teil 3 schon freuen können und wenn ja darfst Du verraten worum es geht?

Nur wenig geschieht zur rechten Zeit, vieles geschieht gar nicht! Ein gewissenhafter Historiker korrigiert diese Mängel! (Herodot)

UlfSchieweAW: Teil 6 der LR "Herrscher d.Nordens-Odins Blutraben12.01.2018, 19:00 Uhr
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Ja, es gibt ein neues Projekt, an dem ich gerade arbeite. Das Buch wird etwas umfangreicher, an die 900 oder 1000 Seiten. Und es soll Ende des Jahres erscheinen. Bei Lübbe diesmal. Und als erstes meiner Bücher handelt es in Deutschland. Der Roman überspannt tausend Jahre Geschichte, von Otto I bis Bismarck. Wie ich das mache, will ich aber noch nicht verraten.

Der Bastard von Tolosa (2009)Die Comtessa (2011)Die Hure Babylon (2012)Das Schwert des Normannen (2013)Die Rache des Normannen (2014)www.ulfschiewe.de

Jana68AW: Teil 6 der LR "Herrscher d.Nordens-Odins Blutraben12.01.2018, 22:10 Uhr
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Das Finale des 2. Aktes um Harald Sigurdsson hat es noch mal in sich.
Einige Entwicklungen haben mich doch überrascht.

Zunächst aber ist erstmal Winter - für unsere Helden wohl nix neues, sie sind es ja gewöhnt. Der Rest der Bevölkerung aber wohl weniger. Kein Wunder, das alles erlahmt. Nur gut, dass Harald inzwischen lesen kann. Beinah streberhaft und voller Wissensdurst liest er sich durch die Bücherschätze, während die meisten seiner Männer ganz anderen Vergnügungen nachgehen.
Ich hatte den Eindruck, Harald sieht einen Widerspruch zwischen dem Fortschritt der Menschheit, welchen er in erster Linie mit dem Christentum verbindet und den Traditionen, die ein Volk ausmachen. Das ist schon beinah eine philosophische Frage. Inzwischen ist er überzeugt, dass sich das Christentum auch in seiner Heimat bald durchsetzen wird und er sieht das nicht mehr nur negativ, obwohl er selbst nach wie vor den alten Göttern treu bleibt.
Immer wieder zieht es ihn in die Hagia Sophia als würde er auf etwas warten.
Ich fand seine Gedankengänge auf jeden Fall wieder sehr interessant.

Vier Jahr auf Kriegszügen zehren Harald und die Truppe aus. Harald ist müde, sucht Abstand und Ablenkung. Ich muss zugeben, dass auch mir erst bei Haralds Berichten über die Kämpfe auf Sizilien und in Italien die Verbindung zu Gilbert und Gunnar aufgefallen ist. Am Schlangenbollwerk war ich auch viel zu vertieft in die aktuellen Geschehen, um über die Tischkante hinaus zu denken und Sevein richtig einzuordnen. Jetzt ist es aber ziemlich offensichtlich schon allein durch die Erwähnung der Hautevilles. Ich habe trotzdem noch mal bei Gilbert gelunst... 😅
Das Gesamtbild wird jetzt noch stimmiger. Hat mir gefallen.

Gerade als sich erste Gedanken über Heimkehr breitmachen und in Harald die Überzeugung wächst, dass er dazu bestimmt ist, in Norwegen zu herrschen, schlägt eine Intrige zu. Harald tappt prompt in die Falle. In dem Moment, als Sigurd dabei auftauchte war mir klar, worum es geht. Sigurd ist nicht dumm, er weiß, das Harald das Zeug zum König hat und Ambitionen hegt. Ich glaube, ein wenig bewundert er ihn dafür sogar und das hat ihn angetrieben, Harald ständig einen Schritt voraus zu sein.
Aber er will selbst den Thron Norwegens erobern. Harald würde ihm dabei im Weg stehen und deshalb muss er ihn kalt stellen, zumindest mittellos machen und idealer Weise durch andere aus dem Weg räumen lassen. Zu einem kaltblütigen Mord aus dem Hinterhalt scheint Sigurd nicht fähig zu sein, dass wäre in jedem Falle möglich gewesen. Aber etwas hält ihn davon ab. Möglicherweise sogar nur die Sorge, dass sich sowas bis in die Heimat rumsprechen könnte und man ihn dort als heimtückischen Mörder verachten würde, auch nicht gerade hilfreich, wenn man auf den Thron will. Es ist auf jeden Fall eiskaltes Kalkül und ich war einigermaßen froh, dass der Plan erstmal nicht aufgeht.
Harald hält durch und kann sich befreien, auch wenn dies nur gelingt, weil in der Stadt Chaos herrscht. Die Beschreibung der beinah anarchischen Zustände haben mich stark an ähnliche Ereignisse in unseren Tagen erinnert.

Was den Schluss angeht, nun ich kann Haralds Ablehnung, noch mal für Byzanz zu kämpfen, absolut verstehen. Dieser politische Machtkampf geht ihn überhaupt nichts an. Für mich wäre es jetzt das einzig vernünftige gewesen, sofort aus Midgard zu verschwinden. Kurz kam mir sogar der Gedanke, dass das jetzt ein bisschen zu viel Heldentum werden könnte. Andererseits wissen wir ja noch nicht genau, was jetzt wirklich kommt und wenn es so kommt, wie es zu vermuten ist, dann ist es wohl auch wirklich so gewesen, oder Ulf?

...und nun stehe ich da mit Haralds Entscheidung, es doch zu versuchen und muss warten. Na toll, dieser Cliffhanger ist richtig übel. Mensch Ulf! Wieso hast Du diesen tollen Roman in 3 Teilen nicht am Stück in 3 Teilen veröffentlicht??? Wie soll man sich denn jetzt solange gedulden? Kannst Du mir das mal verraten?

Jana68----------Von allen Welten, die der Mensch erschaffen hat, ist die der Bücher die Gewaltigste. (Heinrich Heine)

Jana68AW: Teil 6 der LR "Herrscher d.Nordens-Odins Blutraben12.01.2018, 22:28 Uhr
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Ein Wort noch zu Maria: die habe ich wohl verkannt, obwohl ja nun wirklich ein sehr langer Zeitraum zwischen dem Kuss in der Grabeskirche und dem Zusammenkommen der beiden liegt. Da hätte ich ja gedacht, dass man Maria in der Zwischezeit locker hätte verheiraten können. Sie muss doch für damalige Verhältnisse inzwischen schon fast als zu alt zum Heiraten gelten. Oder war man in Byzanz weniger bestrebt, die Mädels so früh wie möglich unter die Haube zu bekommen?

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UlfSchieweAW: Teil 6 der LR "Herrscher d.Nordens-Odins Blutraben13.01.2018, 11:27 Uhr
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Ich hatte den Eindruck, Harald sieht einen Widerspruch zwischen dem Fortschritt der Menschheit, welchen er in erster Linie mit dem Christentum verbindet und den Traditionen, die ein Volk ausmachen. Das ist schon beinah eine philosophische Frage. Inzwischen ist er überzeugt, dass sich das Christentum auch in seiner Heimat bald durchsetzen wird und er sieht das nicht mehr nur negativ, obwohl er selbst nach wie vor den alten Göttern treu bleibt.


Das Christentum hat sich ja überall in Europa durchgesetzt. Und man muss sich fragen, wieso? Ich versuche, das zum Teil zu beantworten. Die Nordleute sind ein stolzes und selbstbewusstes Volk. Sie haben eine reiche Tradition und Dichtung. Das macht sie aus. Gleichzeitig ist aber nicht von der Hand zu weisen, dass auch das Christentum etwas zu bieten hat. Da ist die Lehre Christi. Aber auch all die Dinge, die von den Nordleuten als fortschrittlich angesehen wird. Besonders natürlich in einer Stadt wie Konstantinopel. Das hinterlässt Eindruck auf Harald, besonders da er wissbegierig ist. Harald Hardrada wird später als fortschrittlicher König angesehen, der das Land in ein für damalige Zeit moderneres Hochmittelalter geführt hat. Irgendwo muss er es ja gelernt haben. Wo besser als bei den Byzantinern?

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UlfSchieweAW: Teil 6 der LR "Herrscher d.Nordens-Odins Blutraben13.01.2018, 11:30 Uhr
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Was den Schluss angeht, nun ich kann Haralds Ablehnung, noch mal für Byzanz zu kämpfen, absolut verstehen. Dieser politische Machtkampf geht ihn überhaupt nichts an. Für mich wäre es jetzt das einzig vernünftige gewesen, sofort aus Midgard zu verschwinden. Kurz kam mir sogar der Gedanke, dass das jetzt ein bisschen zu viel Heldentum werden könnte. Andererseits wissen wir ja noch nicht genau, was jetzt wirklich kommt und wenn es so kommt, wie es zu vermuten ist, dann ist es wohl auch wirklich so gewesen, oder Ulf?


Ja, es war so. Harald hat sich eingemischt. Und ziemlich massiv, wie ihr in Band 3 erfahren werdet. Der Junge macht keine halben Sachen. :)

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UlfSchieweAW: Teil 6 der LR "Herrscher d.Nordens-Odins Blutraben13.01.2018, 11:33 Uhr
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Der dritte Band kommt ja schon in zwei Wochen. Insofern könntet ihr ja eigentlich schon die Leserunde dafür vorbereiten.

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UlfSchieweAW: Teil 6 der LR "Herrscher d.Nordens-Odins Blutraben13.01.2018, 11:43 Uhr
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Sie muss doch für damalige Verhältnisse inzwischen schon fast als zu alt zum Heiraten gelten. Oder war man in Byzanz weniger bestrebt, die Mädels so früh wie möglich unter die Haube zu bekommen?


Dazu wollte ich ja auch noch etwas sagen. Jugendlich wurden im Mittelalter schon früh für reif genug angesehen, um verkuppelt zu werden. Das ist wahr. Besonders im Norden und Westen Europas, wenn es darum ging, Bündnisse zu schließen, Einfluss zu erwerben, Besitz zu sichern. Das ganze Mittelalter ist voll solcher Geschichten.

Allerdings frage ich mich, ob das in Byzanz auch so war. Natürlich hatten Ehen dort auch eine dynastische Bedeutung, aber schon so jung? Oder nur jung? Man soll nicht überall gleiches Maß anlegen. Und Marias Onkel ist ja kein Fürst, sondern ein adeliger General ohne Ehrgeiz auf den Thron. Außerdem ist Maria nicht alt. Ich habe im Buch kein Alter angegeben, aber in meinem Kopf schätze ich sie auf 20-22.

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Jana68AW: Teil 6 der LR "Herrscher d.Nordens-Odins Blutraben13.01.2018, 15:44 Uhr
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Ich habe Maria auch auf Anfang 20 geschätzt, denn es sind immerhin mehr als 4 Jahre, die zwischen dem Besuch in Jerusalem und dem Tod des Kaisers liegen. Da kann sie nicht mehr 15 sein.
Es stimmt wohl, dass man nicht alles mit gleichem Masstab messen kann. Vielleicht ging man in Byzanz tatsächlich anders mit „dem unter die Haube kriegen“ um. Auch das Thema Jungfräulichkeit bis zur Ehe scheint einen ganz anderen Stellenwert zu haben.

Vielen Dank, Ulf!
...und wenn es tatsächlich nur 2 Wochen sind, dann reicht meine Geduld... 😅

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