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| Solitude | Leserunde "Das Buch des Teufels" - Teil 1 | 16.05.2010, 16:05 Uhr |
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Ich eröffne hier mal den Thread zu unserer Leserunde "Das Buch des Teufels" von C. J. Sansom. Offizieller Beginn ist der 17.05. Ich wünsche uns allen ganz viel Spaß beim Lesen und Diskutieren. Diese Runde bezieht sich auf die Seiten 5 bis 120. Vorab wieder die obligatorische Spoilerwarnung: In diesem Thread wird über Inhalte und Einzelheiten diskutiert. Wer also das Buch zu einem späteren Zeitpunkt noch unvoreingenommen lesen möchte, der sollte hier lieber nicht reinschauen. "Vergiss nie, was du bist, denn die Welt wird es ganz sicher nicht vergessen. Mach es zu deiner Stärke, dann kann es niemals deine Schwäche sein. Mach es zu deiner Rüstung, und man wird dich nie damit verletzen können." Aus " Die Herren von Winterfell" v |
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| Eliza08 | AW: Leserunde "Das Buch des Teufels" - Teil 1 | 17.05.2010, 20:58 Uhr |
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Ok, dann mache ich mal den Anfang. Es ist so wie Moni und Tweedy angekündigt haben, man möchte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Der ersten 120 Seiten habe ich fast in einem Rutsch gelesen und es werden bestimmt auch nicht die letzten Seiten heute sein Also Matthew ist wieder voll im Einsatz, zuerst nimmt er den Fall des "besessenen" Jungens an. Die Eltern möchten ihn verständlicher weise frei bekommen, welche Eltern möchten nicht ihr Kind bei sich haben Barak ist auch wieder mit von der Partie Matthew steht seinem Freund Roger bei, der glaubt die Fallsucht zu haben. Er geht mit ihm zu seinem Freund Guy, der ihn ausgiebig untersucht. Doch es ist nicht die Fallsucht, sondern lediglich seine Beine sind unterschiedlich lang und dies macht ihm Probleme. Allerdings hat er seiner Frau Dorothy nichts davon gesagt, um sie nicht unnötig zu beunruhigen. Matthew ist auch mit Dorothy befreundet, er hatte sich damals auch in sie verliebt. Allerdings entschied sie sich für Roger und gegen Matthew. Am Ostersonntag findet dann Matthew besagten Freund Roger ermordet im Springbrunnen. Muss ja echt ein zeimlich gruseliges Bild gewesen sein, der ganze Brunnen voller Blut Guy findet bei der anschließenden Obduktion herraus, dass Roger betäubt wurde, bevor er die Kehle durchgeschnitten bekommen hat. Ziemlich hinterhätig und fies. Matthew verspricht Dorothy den Mörder ihres Mannes zu finden. Ich glaube das wird eine schwere Aufgabe. Barak folgt des Fußspuren im Schnee und findet herraus, dass Roger von dem Täter über die Felder zum Springbrunnen getragen wurde. Warum so ein Aufwand, warum hat man ihn nicht gleich ermordet und dann an Ort uns Stelle liegen lassen?? Warum wollte man, dass man ihn sofort findet? Und warum ist er überhaupt umgebracht worden? Was könnte ein mögliches Motiv sein?? Fragen über Fragen, da hilft nur Eines weiter http://elizasbuecherparadies.wordpress.com |
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| anath | AW: Leserunde "Das Buch des Teufels" - Teil 1 | 17.05.2010, 23:12 Uhr |
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Bin noch nicht durch bis Seite 120, aber schon wieder völlig im Bann dieses Buches. Mich fasziniert, mit wie sparsamen Mitteln Sansom die Atmosphäre einfängt. Und ehrlich gesagt - in dieser Zeit hätte ich mir auch drei Mal überlegt, ob ich wirklich unbedingt in die Kirche gehen muß, wenn ja,in welche und wann. Beim Lesen kommt gut rüber, in welcher Klemme die Leute steckten und mit wie vielen Fettnäpfchen ihr Weg gepflastert war - und wie schnell der Weg auf dem Scheiterhaufen enden konnte. Es ist furchtbar beklemmend. Was den jungen Adam betrifft, so habe ich schon eine Theorie im Kopf, wohin das führen könnte. Aber die behalte ich mal lieber noch für mich, wer weiß, vielleicht liege ich ja auch ganz falsch. Vergeben und vergessen ? Ich bin weder Jesus noch habe ich Alzheimer ! |
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| Solitude | AW: Leserunde "Das Buch des Teufels" - Teil 1 | 18.05.2010, 18:23 Uhr |
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Ich bin mit dem ersten Abschnitt auch noch nicht fertig. ( Ich habe gestern Abend zu lange mit meiner Tochter telefoniert. ) Aber bisher bin ich auch ganz begeistert. Mir geht es genau wie anath. Ich finde den Schreibstil von C. J. Sansom unheimlich schön. Und manche Stellen habe ich auch mehrfach gelesen wegen der tollen Beschreibungen der Orte oder Personen. Deshalb werde ich wohl auch für dieses Buch - wie schon für die vorherigen - etwas mehr Lesezeit als sonst einplanen müssen. Was mir aufgefallen ist, ist die Wandlung, die Matthew seit dem ersten Buch vollzogen hat. Seine Einstellung zur Kirche und auch, dass er seinen Freund Roger bei dessen Spital-Projekt unterstützen möchte. Was Adam betrifft, da habe ich mir auch schon so meine Gedanken gemacht darüber, wie es zu seiner "Krankheit" gekommen ist. Aber da muss ich auch erst mal noch weiter lesen... "Vergiss nie, was du bist, denn die Welt wird es ganz sicher nicht vergessen. Mach es zu deiner Stärke, dann kann es niemals deine Schwäche sein. Mach es zu deiner Rüstung, und man wird dich nie damit verletzen können." Aus " Die Herren von Winterfell" v |
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| toma | AW: Leserunde "Das Buch des Teufels" - Teil 1 | 18.05.2010, 21:38 Uhr |
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Also wirklich, ich habe das alte London, die Themse und das ganze "Drumherum" nicht nur fast bildlich vor Augen, sondern ich rieche und schmecke es beinahe .... es kann einem ja bei manchen Beschreibungen richtig übel werden Und wie so oft bei Büchern, die in dieser Zeit spielen, frage ich mich, ob Gott wirklich wollte, dass Menschen sich in SEINEM Namen derartige Scheusslichkeiten antun und woher Jeder die Überzeugung nahm, dass allein SEIN Glauben der "allein seligmachende" ist. Eine Frage, die HEUTE immer noch aktuell ist, d.h. : Die Menschheit ist in einem halben Jahrtausend um NICHTS klüger geworden |
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| Solitude | AW: Leserunde "Das Buch des Teufels" - Teil 1 | 18.05.2010, 22:01 Uhr |
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Ja, da gebe ich Dir Recht. Und das ist schon irgendwie traurig. Ich habe den ersten Teil jetzt beendet und werde gleich mit dem nächsten Abschnitt beginnen. Im Moment frage ich mich gerade, was Guy wohl solche Sorgen macht. Und ich bin gespannt, was er bei der Untersuchung von Adam herausfindet. "Vergiss nie, was du bist, denn die Welt wird es ganz sicher nicht vergessen. Mach es zu deiner Stärke, dann kann es niemals deine Schwäche sein. Mach es zu deiner Rüstung, und man wird dich nie damit verletzen können." Aus " Die Herren von Winterfell" v |
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| anath | AW: Leserunde "Das Buch des Teufels" - Teil 1 | 18.05.2010, 22:06 Uhr |
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Nun ja, toma, die Frage, was Gott wirklich wollte, könnte zu einer ausgiebigen philosophischen Diskussion führen, wenn man denn wollte. Wir müssen wohl als gegeben annehmen, was eben damals passiert ist. Und Menschen, die glauben, ganz genau zu wissen, wo es lang geht, die immer anderen ihre Meinung aufzwingen wollen und fest überzeugt sind, daß es nur einen einzigen Weg zur Seligkeit gibt, die gab es wohl zu allen Zeiten und es gibt sie ja auch heute noch in allen nur möglichen Spielarten.
Vergeben und vergessen ? Ich bin weder Jesus noch habe ich Alzheimer ! |
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| toma | AW: Leserunde "Das Buch des Teufels" - Teil 1 | 18.05.2010, 22:14 Uhr |
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@anath Ja, leider, das meinte ich ja Was mich an den Büchern von C.J. auch fasziniert, ist die sehr ausführliche Beschreibung des "Rechtssystems". Dass es zu dieser Zeit schon Armenanwälte gab, für die die Krone die Gebühren bezahlte, habe ich vorher nicht gewusst, auch nicht, dass ein "amer Mann" einen Prozess gewinnt, weil der Gegner ein Papier nicht vorlegen kann. So ganz rechtlos war man also doch nicht |
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| anath | AW: Leserunde "Das Buch des Teufels" - Teil 1 | 18.05.2010, 22:21 Uhr |
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Ja, das scheint so. Aber wenn ich mich an die Gerihtsszenen aus "Feuer der Vergeltung" erinnere, dann wird mir ganz gruselig zumute. Besonders die alte rau und ihr Sohn, die beschuldigt wurden, ein Pferd gestohlen zu haben und dafür beide gehängt wurden, waren doch einfach nur erbarmungswürdig. Mir ist noch gut in Erinnerung, wie Sansom ihre Fahrt zum Galgen beschrieb.
Vergeben und vergessen ? Ich bin weder Jesus noch habe ich Alzheimer ! |
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| anath | AW: Leserunde "Das Buch des Teufels" - Teil 1 | 19.05.2010, 11:22 Uhr |
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Nun bin ich am Ende des ersten Abschnitts angelangt und finde mich mitten in einem spannenden Krimi wieder. Interessant, was so für Denkanstöße beim Lesen rüber kommen. Westminster Abbey - mitten in der City mit dem weiten Platz davor, wer noch nicht da war kennt auf jeden Fall die Bilder. Und Sansom beschreibt eine Art Vorort voller Gauner und Händler, mit vorkragenden Fachwerkhäusern,eng,dreckig. Ist schon interessant, wie man die eigene Erinnerung erst mal verdrängen muß um die beschriebenen Bilder vor dem inneren Auge sehen zu können. Ich finde es auch ganz hochgradig spannend, wie sich die Geschichte der aufgelösten Klöster durch alle sozialen Felder zieht. Natürlich, der Name "Abtei" sagt ja deutlich, daß hier mal ein Kloster war - aber wer hat das schon im Bewußtsein, wenn er durch die riesige Kirche geht oder davor steht.... Nun, was Guy angeht, so habe ich schon eine Vermutung, warum er so schwermütig ist. Und diese Vermutung will ich doch mal mit euch teilen, bin gespannt, was ihr dazu sagt und ob sie sich im Laufe des Buches bestätigt. Ich denke nämlich, Guy ist verliebt. Seinen Lehrjungen Piers beschreibt er mit den Worten "...vielleicht zu gut..." und ich glaube, Guy ist in Piers verliebt, kämpft dagegen an und weiß auch nicht, ob seine Liebe Erwiderung finden würde. Aber mal sehen, was sich im Laufe des Buches noch so herausstellt. Vergeben und vergessen ? Ich bin weder Jesus noch habe ich Alzheimer ! |
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