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UlfSchiewe AW: LR Teil 4 "Die Comtessa" 16.04.2011, 23:18 Uhr
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Hallo Cilie,

was Rogier betrifft, da habe ich mich wohl verplappert, was? *schaut traurig*

Die Priorei Serrabona habe ich auf einer Reise in die Gegend durch Zufall entdeckt. Wir waren auf Recherche für den "Bastard". Meine Frau und ich sind dort am Fuß des Canigou in der Gegend herumgekurvt, und irgendwann haben wir so eine kleine Abzweigung genommen, die uns in Serpentinen auf einen Berg führte, und dann war da plötzlich diese alte romanische Kirche, ganz einsam, mit einem wunderschönen Blick über ein Tal. Die haben wir uns genau angeschaut. Ich habe auch ein paar Fotos gemacht.

Erst bei der Planung für die Comtessa - ich brauchte einen Unterschlupf für die Truppe - fiel mir Serrabona wieder ein, das ja nicht weit von Castelnou entfernt liegt.

So kann es gehen. *grinst*

"Der Bastard von Tolosa", Droemer 2009 "Die Comtessa", Droemer 2011 (April) www.ulfschiewe.de http://ulfschiewe.wordpress.com

Laurent AW: LR Teil 4 "Die Comtessa" 17.04.2011, 11:05 Uhr

Auch ich bin jetzt durch diesen Abschnitt.
Die Beschreibung des Klosters Serrabona hat mir außerordentlich gut gefallen. Klöster waren ja im Mittelalter häufig Horte der Zuflucht und auch des Wissens.
Was mich jedoch wundert, ist, daß Frau und Männer in einem Kloster waren! Literarische Freiheit? Denn, was ich über den Wikipedia-Link hinaus gefunden habe, deutet darauf hin, daß es ein Männerkloster war. Auch ich glaube, daß die beiden Verschollenen wieder auftauschen werden.

LG
Laurent
UlfSchiewe AW: LR Teil 4 "Die Comtessa" 17.04.2011, 11:51 Uhr
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Nein, ich habe mir das nicht ausgedacht. In der deutschen Wikipedia ist es seltsamerweise nicht erwähnt, hingegen in verschiedenen französichen Quellen schon. Hier eine:

"La plus ancienne mention du lieu remonte à 1069, date à laquelle une église paroissiale dédiée à la Vierge est citée. Treize ans plus tard, en 1082, un collège de chanoines de l'ordre de Saint Augustin est établi dans les lieux. L'édifice fera alors l'objet d'importants travaux d'agrandissement et d'embellissement. La nouvelle collégiale est consacrée en 1151 par l'évêque d'Elne. Le collège était mixte, car comprenant des hommes et des femmes (qualifiées de converses)."

Das heißt, die Gemeinschaft war gemischt und bestand aus nichtgeweihten Laienbrüdern und -Schwestern. Es gab einige davon in Frankreich, darunter auch die Abtei Fontevraud, in der Eleonore von Aquitanien begraben liegt. Frauen und Männer waren allerdings getrennt untergebracht, schliefen also nicht unter einem Dach.

"Der Bastard von Tolosa", Droemer 2009 "Die Comtessa", Droemer 2011 (April) www.ulfschiewe.de http://ulfschiewe.wordpress.com

Laurent AW: LR Teil 4 "Die Comtessa" 17.04.2011, 11:58 Uhr

Danke, Ulf, wieder etwas gelernt.

LG
Laurent
Larna AW: LR Teil 4 "Die Comtessa" 20.04.2011, 17:38 Uhr
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Hallo Cilie,

was Rogier betrifft, da habe ich mich wohl verplappert, was?


Nicht nur, was Rogier angeht, sonder auch was Raimon angeht. Du hast im letzten Abschnitt schon verraten, dass er später Verwalter wird. Somit ist klar, dass er an seiner Verletzung nicht sterben wird, was auch diesem Teil deutlich an Spannung nimmt.

Sein Talent als Verwalter stellt Raimon bereits jetzt unter Beweis, als er Ermengardas Güter verkauft und ihr somit zu Geld verhilft.
War der Verkauf eigentlich rechtskräftig? Immerhin ist sie doch offiziell gar nicht die Regentin von Narbona und den anderen Gütern, oder?

Die Szenen auf Castel Nou dels Aspres haben mir gut gefallen. Vor allem der Gegensatz zwischen dem Äußeren und dem Inneren der Burg sowie zwischen den Brüdern, auch wenn die beiden nicht sonderlich sympathisch sind.

Bei dem Überfall wird die Gruppe getrennt, der Spielmann und Bruder Aimar bleiben zurück. Allerdings wissen wir ja schon, ob sie überleben oder nicht. *zwinkert*

Gut getroffen war auch die Stimmung während der weiteren Flucht in dem kalten, nassen Wetter. Das Stimmungstief, die Sorge, die Verzweiflung und die Angst kommen gut rüber. Besonders Ermengarda bekommt einen Dämpfer, denn bisher ist ja alles recht gut gegangen, aber nun muss sie erkennen, dass sie die Verantwortung für die anderen trägt, im Guten wie im Schlechten.

Das Kloster ist ein Ort des Friedens und der Erholung und wirkt auf den Leser ebenso wohltuend wie auf die erschöpften Reisenden, doch auch dort ist die Sicherheit, den Ermengarda wird angegriffen und verletzt. War das nicht ein großer Zufall, dass er sie dort in der Einöde aufgespürt hat? Das Gebiet muss doch sehr groß gewesen sein.

Bei der Wildschweinjagd zeigt sich wieder, dass Felipe ein richtiges Stadtkind ist, sonst hätte er nicht so leichtsinnig den Keiler gereizt. Wie gut, dass Severin und Arnaut deutlich mehr Ahnung davon haben. *grinst breit*

Dass es nun nach Rocafort geht, finde ich toll, ich freue mich auf ein Wiedersehen mit den Figuren aus "Der Bastard". *grinst breit*

Ermessenda hat immer mehr mit Problemen zu kämpfen, da Ermengarda weiterhin verschwunden bleibt. Ob sie wirklich an dem Plan beteiligt ist, ihre Stieftochter zu töten? Dann hätte ich mich in meiner Einschätzung von ihr am Anfang ganz schön getäuscht.
Nun kommt Alfons langsam dahinter, dass Ermengarda ihn wohl freiwillig verschmäht hat, was ihn gewaltig ärgert. Aber es ist wohl eher eine Frage des Stolzes als alles andere, denn von Ermessenda lässt er sich ja gerne ablenken. *zwinkert*
Menerba hingegen scheint nun zum Denken seinen Kopf zu benutzen und stellt sich gegen la Bela auf Ermengardas Seite. Damit dürfte sie später einen starken Verbündeten haben.

Lieben Gruß
Larna

"Lieber Orangenhaut als gar kein Profil" (Ina Müller)

olympia AW: LR Teil 4 "Die Comtessa" 20.04.2011, 18:09 Uhr
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Die Szenen auf Castel Nou dels Aspres haben mir gut gefallen. Vor allem der Gegensatz zwischen dem Äußeren und dem Inneren der Burg sowie zwischen den Brüdern, auch wenn die beiden nicht sonderlich sympathisch sind.



Das war eine Szene die mir auch sehr gut gefallen hat. Die beiden Schlitzohren waren ja wirklich mit allen Wassern gewaschen! *grinst*




Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Jeder meint, dass er genug davon hat. R. Descartes

UlfSchiewe AW: LR Teil 4 "Die Comtessa" 20.04.2011, 18:26 Uhr
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Nicht nur, was Rogier angeht, sonder auch was Raimon angeht. Du hast im letzten Abschnitt schon verraten, dass er später Verwalter wird. Somit ist klar, dass er an seiner Verletzung nicht sterben wird, was auch diesem Teil deutlich an Spannung nimmt.



Mmmh. Sorry. *schaut traurig*

War der Verkauf eigentlich rechtskräftig? Immerhin ist sie doch offiziell gar nicht die Regentin von Narbona und den anderen Gütern, oder?



Doch, doch. Erstens, es gibt eine Kaufurkunde, die alle Beteiligten unterschrieben haben. Deshalb habe ich ja die Szene und auch die Figuren entwickelt. Der Verkauf durch Ermengarda hat also stattgefunden. Und außerdem, sie ist durch die Heirat ja nun Vizegräfin, das wurde, glaube ich, schon ein paarmal erwähnt, und kann deshalb über ihren Besitz verfügen. Das heißt, eigentlich darf sie es nicht ganz ohne Alfons Zustimmung, der ja nun ihr Gemahl ist, aber die ist ihr wohl so ziemlich egal. Dem Abt auch, ihm genügt ihre Unterschrift.

War das nicht ein großer Zufall, dass er sie dort in der Einöde aufgespürt hat? Das Gebiet muss doch sehr groß gewesen sein.



Ja, aber der Großteil ist Wildnis. Auch heute noch. Er musste halt alle Dörfer und Gehöfte abklappern und es hat ja auch Wochen gedauert.

"Der Bastard von Tolosa", Droemer 2009 "Die Comtessa", Droemer 2011 (April) www.ulfschiewe.de http://ulfschiewe.wordpress.com

maimonides AW: LR Teil 4 "Die Comtessa" 29.04.2011, 08:19 Uhr
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Hallo Ulf,

leider habe ich berufsbedingt viel zu lange für den 3 und 4 Abschnitt gebraucht. Ich schreibe deshalb mal die Eindrücke zu beiden Abschnitten zusammen auf.

Bei der Flucht eine Reisetasche mitzunehmen - typisch Frau würde ich sagen. Sowas fällt doch auf.

Gut fand ich, daß Arnaut sich über den Mord Gedanken macht und nicht einfach so selbstverständlich hinnimmt. Viele sind früher und heute in den Krieg gezogen, um Helden zu werden. Aber idR ist ihnen vorher nicht so richtig klar, daß sie
töten müssen und selbst auch getötet oder verletzt werden können.

Deine Beschreibungen der Landschaft, Klöster, der Keilerjagd usw. fand ich sehr gut und stimmig. Man bekommt richtig Lust mal dorthin zu fahren.

Allerdings muß ich ganz ehrlich gestehen - der Teil vor der Flucht gefiel mir besser. Vielleicht weil sich das Buch jetzt mehr zum Abenteuerroman entwickelt hat.

Du hast zB. die Katharer kurz angerissen - da wäre mir mehr lieber gewesen. Auch und vor allem weil ich gemerkt habe, daß Du immer gut und umfassend recherchierst.

Dann hast Du Raimon zwar etwas über die verschiedenen Geschäfte erklären lassen, aber auch hier wäre mir mehr lieber gewesen. Mir ist natürlich auch bewußt, daß Du irgendwo mal erwähnt hat, daß das Buch nicht so dick wie der Bastard werden sollte.

Ermengarda bekommt mehr Raum um ihre Gedanken und Gefühle etwas darzulegen. Mal sehen wie sich das weiterentwickelt. Im Moment finde ich manche Passagen etwas widersprüchlich (drückt es vielleicht nicht richtig aus). Sie ist einerseit die Erbin, die sich ihres Ranges bewußt ist. Auch ihre Erziehung muß dahingehend gegangen sein. Andererseits benimmt sie sich aber ziemlich zickig.

Alfons ist ziemlich "dumm/naiv" und sehr leichtgläubig. La Bela dagegen ein ganz anderes Kaliber - sie geht über Leichen um ihre Ziele zu erreichen. Mal sehen wo das endet.

Menerba bezieht Position - sehr beeindruckend.

Ich hoffe, daß ich mit dem Rest jetzt zügiger weiterkomme.
UlfSchiewe AW: LR Teil 4 "Die Comtessa" 29.04.2011, 22:03 Uhr
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Hallo Maimonides,

hier zu meinen Antworten:

Gut fand ich, daß Arnaut sich über den Mord Gedanken macht und nicht einfach so selbstverständlich hinnimmt. Viele sind früher und heute in den Krieg gezogen, um Helden zu werden. Aber idR ist ihnen vorher nicht so richtig klar, daß sie töten müssen und selbst auch getötet oder verletzt werden können.



Ich glaube, das ist besonders bei jungen Männern so, die mit Begeisterung in den Krieg ziehen, weil sie Helden spielen wollen, bis sie die Realität jäh ernüchtert.

Deine Beschreibungen der Landschaft, Klöster, der Keilerjagd usw. fand ich sehr gut und stimmig. Man bekommt richtig Lust mal dorthin zu fahren.



Kann ich dir nur empfehlen. Frankreich hat so viel an wunderschöner Natur zu bieten. Und ich mag auch die Menschen, obwohl es natürlich hilft, wenn man die Sprache beherrscht. Sie haben viel Humor und gehen etwas fröhlicher und unbekümmerter durchs Leben als wir. Und dann das Essen ... *grinst*

Allerdings muß ich ganz ehrlich gestehen - der Teil vor der Flucht gefiel mir besser. Vielleicht weil sich das Buch jetzt mehr zum Abenteuerroman entwickelt hat.

Du hast zB. die Katharer kurz angerissen - da wäre mir mehr lieber gewesen. Auch und vor allem weil ich gemerkt habe, daß Du immer gut und umfassend recherchierst.

Dann hast Du Raimon zwar etwas über die verschiedenen Geschäfte erklären lassen, aber auch hier wäre mir mehr lieber gewesen. Mir ist natürlich auch bewußt, daß Du irgendwo mal erwähnt hat, daß das Buch nicht so dick wie der Bastard werden sollte.



Hier sprichst du ein Dilemma des historischen Romans an. Ich persönlich mag auch solche Einzelheiten. Aber davon ist mir schon vor dem Erscheinen des ersten Buchs von vielen Seiten strikt abgeraten worden. Im Bastard habe ich da Einiges gestrichen.

Wir dürfen nicht vergessen, ich erzähle in der Hauptsache ein Abenteuer. Es spielt zwar in der Historie und ich bemühe mich sehr, dem Leser etwas von der Zeit zu vermitteln und sicherzustellen, dass die Fakten stimmen ... aber es ist eine Abenteuergeschichte, und soll es auch sein. Nichts ist so fatal, als wenn der Leser sich langweilt. Wenn man die historischen Einzelheiten zu sehr ausbreitet, bekommen die meisten Leser glasige Augen und blättern schnell über die Seiten hinweg. In den den Leserunden kommen oft Fragen, die zeigen, dass der eine oder andere nicht verstanden hat, oder dass sie historische Figuren verwechseln. Ich habe sogar schon gehört, dass jemand den ersten Teil zu lang fand, dass Ermengarda sich zu viel Zeit genommen hat, bis sie endlich zur Flucht aufbricht. Du siehst, man muss hier einen Mittelweg gehen.

Ein Roman kann nicht alles vertiefen, aber Manches anreißen. In der Vergangenheit habe ich dann aus Neugierde weiter über die jeweilige historische Begebenheit geforscht, vielleicht mir ein Sachbuch gekauft. Heute haben wir das Internet, das viel an Informationen bietet. Im Grunde ist es schön, wenn ein Buch zum Nachdenken und zu weiterem Studium anregt. *grinst*



"Der Bastard von Tolosa", Droemer 2009 "Die Comtessa", Droemer 2011 (April) www.ulfschiewe.de http://ulfschiewe.wordpress.com

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