Leserunden » AW: LR Teil 2 "Die Comtessa" (Seite 3)
| UlfSchiewe | AW: LR Teil 2 "Die Comtessa" | 13.04.2011, 13:55 Uhr |
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Für mich läge es zumindest nahe, dass da das Geheimnis zwischen la Bela und dem Erzbischof liegt, mit dem er sie gar so in der Hand hat. Kein Kommentar, wie es so schön heißt. Gewundert hat mich, dass Arnaut Ermengarda einfach so per du angesprochen hat. Bei Felipe ist es noch verständlich, kennen sich die beiden schon sehr lange. Aber eine Fürstentochter einfach so formlos anzusprechen wie Arnaut es macht, hat mich etwas erstaunt. In historischen Romanen wird gern immer das "Ihr" und "Euch" gepflegt, aber diese absolute Höflichkeit, bei der man sogar die eigene Frau siezte ist erst in späteren Jahrhunderten aufgekommen. In der Zeit des Romans war das "Du" eigentlich vorherrschend, so dass das "Ihr" eher den Klassenunterschied betonen sollte. Auf gleicher Ebene war das "Du" gebräuchlich. Natürlich ist Ermengarda die Fürstentochter, ein "Ihr" wäre zunächst angebracht, aber da sie ja Verschworene sind und zusammen sozusagen in der Sch ... stecken, kommt beiden das Du wohl leichter über die Lippen. Sie duzt sich später auch mit allen anderen. Ulf "Der Bastard von Tolosa", Droemer 2009 "Die Comtessa", Droemer 2011 (April) www.ulfschiewe.de http://ulfschiewe.wordpress.com |
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| olympia | AW: LR Teil 2 "Die Comtessa" | 13.04.2011, 14:14 Uhr |
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Für mich läge es zumindest nahe, dass da das Geheimnis zwischen la Bela und dem Erzbischof liegt, mit dem er sie gar so in der Hand hat. Das hab ich auch nicht erwartet ...aber diese absolute Höflichkeit, bei der man sogar die eigene Frau siezte ist erst in späteren Jahrhunderten aufgekommen. Interessant zu wissen! Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Jeder meint, dass er genug davon hat. R. Descartes |
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| Cilie | AW: LR Teil 2 "Die Comtessa" | 13.04.2011, 20:31 Uhr |
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So, mal schnell ein Zwischenfazit, denn ich bin schon mitten im 3. Teil. Die politischen Verhältnisse sind für mich genau richtig "dosiert", denn ich muss gestehen, dass ich zu der Fraktion gehöre, die sich schnell langweilt, wenn es zu ausführlich wird. Die Figuren empfinde ich tatsächlich im großen und ganzen genauso wie du sie beschrieben hast. Lediglich La Bela ist eher unsympathisch, als charmant hätte ich sie (zumindest zu diesem Zeitpunkt) nicht charakterisiert. Im Moment befürchte ich gerade, dass die Hilfe zur Flucht Domna Anhes zum Verhängnis wird. |
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| cherimoya | AW: LR Teil 2 "Die Comtessa" | 14.04.2011, 11:54 Uhr |
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ich muss gestehen, dass mir der Erzbischof im Moment gar nicht so böse vorkommt....er schmiedet Ränke, spielt die Menschen gegeneinander aus, hat sie in der Hand, aber er ist auch machtbesessen und will nach oben. Ist es da nicht fast schon "normal", wie er sich benimmt? |
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| UlfSchiewe | AW: LR Teil 2 "Die Comtessa" | 14.04.2011, 21:59 Uhr |
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ich muss gestehen, dass mir der Erzbischof im Moment gar nicht so böse vorkommt....er schmiedet Ränke, spielt die Menschen gegeneinander aus, hat sie in der Hand, aber er ist auch machtbesessen und will nach oben. Ist es da nicht fast schon "normal", wie er sich benimmt? Er versucht zu liefern, was Alfons möchte, um sich dadurch persönlich ebenfalls zu bereichern. Dass dabei eine junge Erbin zu verkuppel ist, findet er gewiss nicht sonderlich bedenklich. "Der Bastard von Tolosa", Droemer 2009 "Die Comtessa", Droemer 2011 (April) www.ulfschiewe.de http://ulfschiewe.wordpress.com |
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| UlfSchiewe | AW: LR Teil 2 "Die Comtessa" | 14.04.2011, 22:01 Uhr |
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Die politischen Verhältnisse sind für mich genau richtig "dosiert", denn ich muss gestehen, dass ich zu der Fraktion gehöre, die sich schnell langweilt, wenn es zu ausführlich wird. Na, da bin ich froh. Und das ist genau der Punkt, solche Einzelheite zu vermittel, ohne den Leser zu ermüden. "Der Bastard von Tolosa", Droemer 2009 "Die Comtessa", Droemer 2011 (April) www.ulfschiewe.de http://ulfschiewe.wordpress.com |
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| Larna | AW: LR Teil 2 "Die Comtessa" | 17.04.2011, 21:33 Uhr |
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Nun, Arnaut gerät jetzt eher durch die Hinterlist Felipes in die ganze Sache hinein, kann dann aber nicht mehr zurück. Interessant fand ich, dass Arnaut besorgt darüber war, dass während der Falkenjagd die Saat zerstört wurde. Da merkt man halt den "Bauernjungen" Der Erzbischof ist auch für mich die unsympathischste Figur. Ich frage mich, was er wohl gegen Ermessenda in der Hand hat. Olympias Theorie finde ich sehr interessant, denn ich habe mir auch schon den Kopf zerbrochen, aber noch keine überzeugenden Verdacht gefunden. Allerdings passt der Mord an ihrem Mann nicht in das Bild, das ich bisher von ihr habe. Sie schien nicht unglücklich in der Ehe gewesen zu sein und auch wenn sie sehr ehrgeizig ist und die Macht genießt, so kommt sie mir doch nicht so kalt und skrupellos vor. Ihre Tochter z.B. liebt sie augenscheinlich sehr. Und auch wenn sie für Ermengarda nicht viel übrig hat, war sie wohl nie unnötig grausam oder gemein zu ihr. Die Prügel, die sie ihrer Stieftochter verabreicht sind vermutlich aus der Situation geboren, die Wut, die Anspannung und dann auch noch die plötzliche Weigerung Ermgengardas und die Beleidigung. Ist vielleicht etwas mit der Eheschließung zwischen La Bela und Aimeric nicht in Ordnung gewesen? Oder ist Nina kein eheliches Kind? Würde so etwas reichen, um La Bela zu vernichten? Graf Alfons ist in meinen Augen kein Bösewicht. Das er Narbona unbedingt haben will, kann ich aus seiner Sicht nachvollziehen und eine Heirat (jetzt, da er Witwer ist), ist die einfachste und bequemste Lösung. Ich denke nicht, dass er ein furchtbarer Ehemann wäre. Vermutlich würde er Ermengarda gut behandeln und sie hätte ein angenehmes Leben. Das sie das nicht will, ist ja etwas anderes. Die politischen Gegebenheiten interessieren mich auch und für meinen Geschmack hätte es auch noch etwas ausführlicher sein dürfen. Ich mag soetwas. Lieben Gruß Larna "Lieber Orangenhaut als gar kein Profil" (Ina Müller) |
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| UlfSchiewe | AW: LR Teil 2 "Die Comtessa" | 17.04.2011, 23:06 Uhr |
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Hallo Larna ich habe sehr gerne deine Gedankengänge gelesen, was es mit La Bela und dem Erzbischof wohl auf sich haben könnte. Und auch wie du die Figuren einschätzt. Es gibt ja teilweise unterschiedliche Reaktionen auf gewisse Personen. Ich vermute, das hat damit zu tun, dass die Figuren eben nicht so schwarz/weiß sind, sondern alle ihre guten Seiten, wie auch Fehler haben. Da sympathisiert der eine Leser mal mehr mit dem und der andere mehr mit jenem. Für mich als Autor des Stücks ist das wirklich hoch interessant. Man denkt sich diese Persönlichkeiten aus, aber wie sie beim Leser ankommen, kann man ja nur vage ahnen. Die politischen Gegebenheiten interessieren mich auch und für meinen Geschmack hätte es auch noch etwas ausführlicher sein dürfen. Ich mag soetwas. Manche mögen das, andere weniger. Ich glaube, ich habe es so etwa in der Mitte dosiert. Ulf "Der Bastard von Tolosa", Droemer 2009 "Die Comtessa", Droemer 2011 (April) www.ulfschiewe.de http://ulfschiewe.wordpress.com |
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